Autofahrer fordern schĂ€rfere Kontrollen im StraĂenverkehr
29.09.2025 - 05:00:08Die Mehrheit der Autofahrerinnen und Autofahrer in Deutschland spricht sich einer Umfrage zufolge fĂŒr strengere Kontrollen im StraĂenverkehr aus. Rund drei Viertel sind demnach der Ansicht, dass Kontrollen zur Ăberwachung der Handynutzung wĂ€hrend der Fahrt sowie Alkohol- und Drogenkontrollen erhöht werden sollten, wie eine reprĂ€sentative Befragung des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) ergeben hat, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.Â
Jeder zweite Umfrageteilnehmer (49 Prozent) findet, dass auch die Geschwindigkeit öfter ĂŒberprĂŒft werden mĂŒsste. AuffĂ€llig ist, dass Frauen insgesamt hĂ€ufiger fĂŒr strengere Kontrollen sind als MĂ€nner. Das zeigt sich am stĂ€rksten bei der Kontrolle der FahrtĂŒchtigkeit: 82 Prozent der befragten Frauen finden, dass hĂ€ufiger ĂŒberprĂŒft werden sollte, ob ein Fahrer noch in der Lage ist, ein Auto zu lenken. Bei den MĂ€nnern sind es 64 Prozent. Zuvor hatte der «Spiegel» berichtet.Â
«Mehr Kontrollen sind notwendig»
«Mehr Kontrollen sind notwendig», teilte DVR-PrĂ€sident Manfred Wirsch in einer schriftlichen Stellungnahme mit. Sinke die Wahrscheinlichkeit, dass RegelverstöĂe entdeckt wĂŒrden, nehme auch die Akzeptanz von Verkehrsregeln ab. «Deshalb fordert der DVR eine VerkehrsĂŒberwachung, die flĂ€chendeckend, regelmĂ€Ăig und sichtbar â aber nicht völlig vorhersehbar â erfolgt.»
Die HĂ€lfte aller Befragten (52 Prozent) findet, dass Sanktionen, wie BuĂgelder oder Fahrverbote höher ausfallen sollten. Auch hier ist der Anteil der BefĂŒrworterinnen bei den Frauen (57 Prozent) höher als bei den MĂ€nnern (47 Prozent).
Viele glauben, nicht erwischt zu werden
FĂŒr die Umfrage wurden rund 1.000 Menschen befragt. AusgewĂ€hlt wurden Personen, die in den vergangenen zwölf Monaten Auto gefahren sind. Die Online-Befragung wurde zwischen dem 14. und 21. August 2025 durchgefĂŒhrt.
Das Risiko beim zu schnell Fahrern erwischt zu werden, hĂ€lt jeder zweite (rund 51 Prozent) fĂŒr niedrig. Auch die Gefahr beim betrunken Autofahren, Ăberfahren einer roten Ampel, zu dichten Auffahren oder der Handynutzung in eine Kontrolle zu geraten, schĂ€tzt die ĂŒberwiegende Mehrheit als niedrig ein.Â
Jeder FĂŒnfte wurde laut eigenen Angaben noch nie sanktioniert
21 Prozent sagen, dass die Angst vor Sanktionen das eigene Fahrverhalten ĂŒberhaupt nicht beeinflusst. 49 Prozent sprechen von einem weniger starken Einfluss. Selbst bei Autofahrern, die schon einmal fĂŒr ihr Fahrverhalten bestraft wurden, geben nur 28 Prozent an, ihr Fahrverhalten danach dauerhaft geĂ€ndert zu haben. 21 Prozent haben es eigenen Angaben zufolge vorĂŒbergehend geĂ€ndert. 27 Prozent haben ihr Fahrverhalten danach nicht angepasst. 21 Prozent sagen, noch nie fĂŒr einen RegelverstoĂ sanktioniert worden zu sein.Â
LĂ€nder wie Litauen, Polen oder Portugal haben laut Wirsch konsequentere Kontrollen und teils hĂ€rtere Sanktionen als Deutschland. Die Unfallstatistiken aus diesen LĂ€ndern zeigten, dass die Zahl der im StraĂenverkehr getöteten Menschen deutlich zurĂŒckgegangen sei. «Entscheidend fĂŒr mehr Verkehrssicherheit sind jedoch nicht nur Kontrollen und Strafen: Auch eine sicher gestaltete Verkehrsinfrastruktur, Tempolimits oder ein absolutes Alkoholverbot am Steuer tragen wesentlich dazu bei, UnfĂ€lle zu reduzieren.»


