Haustiere: Tausende Notrufe gehen bei Rettern ein
23.12.2023 - 05:55:56Wenn es dem Haustier plötzlich schlecht geht: Analog zum Notruf fĂŒr Menschen in einer medizinisch ernsten Lage gibt es in Deutschland Notrufnummern fĂŒr schnelle Hilfe fĂŒr erkrankte und verletzte Hunde und Katzen. Die Hilfsorganisation Tier-Notruf.de will nach eigenen Angaben bundesweit eine spezielle Notrufnummer in Deutschland etablieren. Geschaltet hat sie bereits eine.
Dort seien bis Anfang Dezember rund 2000 Notrufe eingegangen, sagte TierrettungssanitĂ€terin Patricia Picker. Die Zahl bewege sich auf dem Niveau des Vorjahres. «Da kann jeder Hilfe suchen, der einen Tiernotfall hat.» Die Organisation sieht nach eigenen Angaben einen Bedarf fĂŒr eine bundesweit einheitliche Nummer.
Anlaufstellen in der Tiernotrettung
Bislang ist es so: In mehreren BundeslĂ€ndern gibt es verschiedene Anlaufstellen in der Tiernotrettung, mitunter konzentrieren sie sich auf einzelne StĂ€dte. In manchen FĂ€llen fahren Ehrenamtliche oder speziell ausgebildete Experten mit Einsatzfahrzeugen zu den verunglĂŒckten oder schwer erkrankten Tieren.
In ThĂŒringen zum Beispiel hat die LandestierĂ€rztekammer einen Notruf geschaltet, der Tierhaltern im Ernstfall den nĂ€chstgelegenen Tiermediziner vermittelt. Etwa 20.000 Anrufe gingen pro Jahr ein, sagte ein Sprecher. Pro Landkreis gebe es einen Tierarzt, der in Bereitschaft ist, wenn es dem Haustier in den Abend- oder Nachtstunden nicht gut geht. Auch Tierkliniken sind Ansprechpartner.
Im Sommer mehr EinsÀtze als im Winter
Die meisten Notrufe gehen nach Erfahrung der Tiernotruf.de in den Sommermonaten ein. «Es liegt einfach daran, dass die Leute mit den Tieren aktiver sind, es lÀnger hell ist», sagte Picker. Die im Norden ansÀssigen Tierretter fahren auch selbst zu NotfÀllen.
«Wir sind nur fĂŒr Haustiere zustĂ€ndig, Wildtiere gehören nicht dazu», sagte sie. Sie kĂŒmmern sich zum Beispiel, wenn sich Tiere vergiften oder UnfĂ€lle erleiden. Nach Erfahrung der Hilfsorganisation werden ihre Retter hĂ€ufiger in lĂ€ndlichen Regionen gerufen als in StĂ€dten. Auch bei den EinsĂ€tzen selbst sieht die Organisation Unterschiede zwischen Stadt und Land. «In einer GroĂstadt stĂŒrzen Hunde und Katzen auch mal aus dem Fenster. Das passiert auf dem Land weniger.»
Maximal zehn EinsĂ€tze am Tag schafft Stefan Bröckling vom Tiernotruf in DĂŒsseldorf. Er fange zum Beispiel verletzte Tiere ein oder rette sie zum Beispiel aus misslichen Lagen.


