Hohes Verletzungsrisiko: Ăltere Menschen schlecht geschĂŒtzt
17.10.2024 - 12:01:35Ăltere Autoinsassen haben einer Untersuchung zufolge ein deutlich höheres Verletzungsrisiko als jĂŒngere Menschen. FĂŒr Pkw-Insassen der Altersgruppe 50 plus sei das Verletzungsrisiko bis zu dreieinhalbmal so hoch wie bei den JĂŒngeren, ergab eine Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV). «Alle schweren Crashkonstellationen sind fĂŒr Insassen jenseits der fĂŒnfzig deutlich gefĂ€hrlicher», betonte Leiterin Kirstin Zeidler in MĂŒnster.
Kernergebnisse der mehrjĂ€hrigen ForschungsarbeitÂ
Die UDV hatte untersucht, wie stark etwa Alter, Geschlecht und KörpergröĂe von Insassen die Verletzungsschwere bei UnfĂ€llen beeinflussen. Zwar wĂŒrden Autos immer sicherer und lediglich rund 14 Prozent der verunglĂŒckten ĂŒber 50-jĂ€hrigen Pkw-Insassen verletzten sich mĂ€Ăig schwer bis kritisch - 2023 sei hier von rund 8.000 Personen auszugehen. Zu bemĂ€ngeln sei aber, dass sich Gurte und Airbags wenig weiterentwickelt hĂ€tten und fĂŒr die wachsende Ă€ltere Gruppe «nicht ideal» seien.
Solche RĂŒckhaltesysteme arbeiten laut UDV meist mit maximaler IntensitĂ€t und unabhĂ€ngig von Unfallschwere oder Alter der Insassen. Dabei wĂŒrden KrĂ€fte entwickelt, die bei Ălteren schneller zu schweren Brustkorbverletzungen fĂŒhrten, «weil Knochen brĂŒchiger und die Muskulatur schwĂ€cher» seien. Zeidler betonte laut Mitteilung, besser seien «adaptive» RĂŒckhaltesysteme. Je nach Crashszenario ĂŒbten diese nur so viel Kraft wie nötig zum Schutz der Insassen aus. Die Expertin kritisierte zudem: «Die seit ĂŒber 30 Jahren gebrĂ€uchlichen Crashtest-Dummys bilden die alternde Bevölkerung nicht ausreichend ab.» Die modernste Dummy-Generation nannte sie aber einen Schritt in die richtige Richtung.Â
GröĂe und Sitzplatz können entscheidende Faktoren seinÂ
Auch Sitzplatz und FahrzeuggröĂe sowie die KörpergröĂe der Insassen beeinflussen die Unfallfolgen, wie die Studie weiter ergab. Insassen in Kleinwagen wĂŒrden deutlich schwerer verletzt als in gröĂeren, schwereren Fahrzeugen. Und in kleineren Autos sĂ€Ăen hĂ€ufiger Frauen, in gröĂeren hingegen öfter MĂ€nner.Â
Frauen haben nach UDV-Angaben auĂerdem auch deshalb ein höheres Risiko als MĂ€nner, weil sie hĂ€ufiger auf dem Beifahrersitz Platz nehmen, der bei Frontalkollisionen verletzungsgefĂ€hrdeter sei als der Fahrersitz. Und der Fahrersitz könne fĂŒr Menschen kleinerer Statur - Frauen sind im Schnitt kleiner als MĂ€nner - problematisch werden: Um die Pedale bedienen zu können, werde der Sitz dann oft dicht an die Instrumententafel geschoben, bei Frontalkollisionen könne das zu Verletzungen unterer ExtremitĂ€ten fĂŒhren.


