Geldstrafe und Freispruch nach tödlichem Polizeieinsatz
01.03.2024 - 13:16:16Der tödliche Polizeieinsatz im Mai 2022 in Mannheim war nach Ăberzeugung des Landgerichts im Wesentlichen gerechtfertigt. Die Kammer sprach einen angeklagten Polizeibeamten am Freitag in Mannheim frei, sein Kollege wurde zu einer Geldstrafe von insgesamt 6000 Euro verurteilt.Â
Zwar wĂ€re das psychisch kranke Opfer ohne den gewaltsamen Einsatz der beiden Beamten am Mannheimer Marktplatz nicht gestorben, sagte der Vorsitzende Richter. Beide Polizisten seien aber durch die UmstĂ€nde nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet gewesen, den 47 Jahre alten herzkranken Mann auch gegen seinen Willen in das Zentralinstitut fĂŒr Seelische Gesundheit zurĂŒckzubringen. Auch hĂ€tten sie sich zurecht im Einsatz gegen Angriffe des spĂ€teren Opfers verteidigt. Der Mann war spĂ€ter im Krankenhaus gestorben.
Die 120 TagessĂ€tze zu 50 Euro muss der 27 Jahre alte Polizeioberkommissar wegen Körperverletzung im Amt zahlen, weil er den am Boden liegenden Mann noch viermal mit der Faust geschlagen hatte. Der Beamte war eigentlich wegen Körperverletzung im Amt mit Todesfolge angeklagt, der gleichaltrige Polizeihauptmeister wegen fahrlĂ€ssiger Tötung durch Unterlassen.Â
Vor allem mit Verweis auf die rechtsmedizinischen Gutachten hatte die Staatsanwaltschaft ĂŒberraschend milde plĂ€diert. Sie forderte fĂŒr den Polizeioberkommissar eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten auf BewĂ€hrung, fĂŒr den Mitangeklagten einen Freispruch. Die Verteidigung hatte FreisprĂŒche beantragt. Mit dem Urteil können beide Polizisten im Dienst verbleiben.
Das psychisch kranke Opfer litt an einer paranoiden Schizophrenie, hatte immer wieder Wahnvorstellungen und halluzinierte. Der Arzt des Mannes hatte die Polizisten vor dem Einsatz um Hilfe gebeten. Der Mediziner hatte Angst vor einer EigengefĂ€hrdung seines Patienten. Â





