Bombendrohungen an mehreren Schulen und beim ZDF
23.10.2023 - 11:53:07Drohungen gegen mehrere Schulen bundesweit haben am Montag gröĂere PolizeieinsĂ€tze ausgelöst. Auch das ZDF in Mainz wurde wegen einer Bombendrohung kurzzeitig gerĂ€umt. Dort konnte schneller als bei den meisten Schulen Entwarnung gegeben werden. Zumindest aus Nordrhein-Westfalen hieĂ es, Hintergrund der Drohungen gegen Schulen sei anscheinend der Gaza-Krieg - das sagte ein Sprecher des Landesinnenministeriums in DĂŒsseldorf.
Betroffen waren Schulen in Karlsruhe und Mannheim (Baden-WĂŒrttemberg), in Augsburg, Regensburg und Cham (Bayern), Solingen und Wuppertal (Nordrhein-Westfalen) sowie in der thĂŒringischen Landeshauptstadt Erfurt.
Keine gefÀhrlichen GegenstÀnde gefunden
FĂŒr Hunderte SchĂŒler hieĂ das: Unterrichtsausfall. Sie wurden evakuiert oder erst gar nicht auf das SchulgelĂ€nde gelassen. Fast alle Schulen wurden mit SpĂŒrhunden durchsucht. VerdĂ€chtige GegenstĂ€nde oder andere Hinweise auf eine Gefahrenlage seien an den Einsatzorten allerdings nicht gefunden worden, erklĂ€rten Polizeisprecher. Ob es einen Zusammenhang zwischen den Drohungen in mehreren BundeslĂ€ndern gab, blieb bis Montagnachmittag unklar.
In Chemnitz sei eine Oberschule betroffen gewesen, sagte eine Polizei-Sprecherin am Montagabend. Nach Angaben der Polizei-Sprecherin ging die Bombendrohung per E-Mail ein; darin sei die Forderung «Free Palestine» enthalten gewesen. Die Schule wurde demnach am Montag geschlossen und durchsucht, jedoch sei nichts gefunden worden. Am Dienstag soll der Schulbetrieb wieder aufgenommen werden. Die «Dresdner Morgenpost» und der MDR berichteten zudem von einer betroffenen Schule in Dresden.
Ein Verantwortlicher der Schule in Solingen hatte bereits am spĂ€ten Sonntagabend die Polizei ĂŒber eine per E-Mail eingegangene Bombendrohung informiert. Auch in ZustĂ€ndigkeitsbereichen anderer Polizeibehörden seien E-Mails mit Ă€hnlichem Inhalt eingegangen, hieĂ es. Der Staatsschutz habe die Ermittlungen zu den HintergrĂŒnden und dem Urheber der Mails aufgenommen.
An der Solinger Gesamtschule hÀtten die Verantwortlichen in der Nacht dann eigenstÀndig entschieden, den Schulbetrieb am Montag nicht aufzunehmen, erklÀrte die Polizei. Unterdessen sei eine weitere Bedrohung gegen eine Schule in Wuppertal-Barmen bekannt geworden, teilte die Polizei mit, ohne Details zu nennen.
In Cham in der Oberpfalz waren gleich zwei Schulen betroffen. Die dortigen Bombendrohungen wurden der Polizei erst kurz nach 12.00 Uhr gemeldet. Beide Schulen brachen daraufhin den Unterricht ab.
Am Mittag gab es Entwarnung beim ZDF
Auch gegen das ZDF wurde eine Bombendrohung ausgesprochen. Mehrere GebĂ€ude auf dem GelĂ€nde im Mainzer Stadtteil Lerchenberg wurden gerĂ€umt, darunter auch das SendebetriebsgebĂ€ude und das Hochhaus, in dem die Verwaltung des Senders sitzt. Bereits zum Mittag konnte beim Sender Entwarnung gegeben werden. Im ZDF-Programm machte sich der Vorfall dadurch bemerkbar, dass die «heute Xpress»-Nachrichten um 9.00 Uhr ausfielen und stattdessen das FrĂŒhstĂŒcksmagazin «Volle Kanne - Service tĂ€glich», das aus DĂŒsseldorf sendet, schon ein paar Minuten frĂŒher begann.
Insgesamt rund 600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Senders, die zwischenzeitlich ihre ArbeitsplĂ€tze verlassen mussten, konnten nach der Entwarnung wieder zurĂŒck an ihre ArbeitsplĂ€tze.
In den vergangenen Monaten waren immer wieder Bombendrohungen gegen Schulen oder öffentliche Einrichtungen bekannt geworden. Erst im September rĂŒckte die Polizei zu einer Schule in Brandenburg aus.
Auch im Nachbarland Frankreich hielten Bombendrohungen die Bevölkerung in den vergangenen Tagen in Atem. Allein der Tourismusmagnet Schloss Versailles wurde innerhalb von acht Tagen siebenmal gerĂ€umt. Auch FlughĂ€fen oder das Pariser Louvre waren jĂŒngst Ziel von Bedrohungen.


