Bombendrohungen treffen am Donnerstag mehr als ein Dutzend FlĂŒge
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 16:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWSEuropÀische Ermittlungen nach Flugalarms
- Ein Flug von Dublin nach Rom landete mit 151 Passagieren und sechs Crew-Mitgliedern im französischen Ăvreux.
- Italienische Kampfjets eskortierten einen Finnair-Flug aus Helsinki zum Flughafen Rom-Fiumicino.
- In Prag wurden vier Flugzeuge nach Warnungen vor improvisierten SprengsÀtzen durchsucht.
Bombendrohungen legen europÀische Flugverbindungen lahm
Zum zweiten Mal in dieser Woche haben Bombendrohungen den Flugverkehr in Europa gestört. Am Donnerstag waren mehr als ein Dutzend PassagierflĂŒge betroffen, mehrere Maschinen wurden umgeleitet und von Sprengstoffexperten untersucht.
Flug nach Ăvreux umgeleitet
Ein Linienflug von Dublin nach Rom landete auf dem französischen MilitĂ€rflughafen Ăvreux. Das Amt des französischen Premierministers teilte mit, die 151 Passagiere und sechs Crew-Mitglieder seien in Sicherheit gebracht worden; die Luftverkehrs-Gendarmerie nahm Ermittlungen auf.
In Italien eskortierten Kampfjets der Luftwaffe einen Finnair-Flug aus Helsinki nach Rom-Fiumicino. Nach anonymen Hinweisen leiteten Polizeiexperten dort Sicherheitskontrollen ein.
Weitere Warnungen in Wien und Prag
Ein Flugzeug, das in Mailand gestartet war, wurde wegen einer wÀhrend des Fluges eingegangenen Drohung nach Wien umgeleitet. Nach einer E-Mail mit einer Bombendrohung in Polen wurde dort keine GefÀhrdung festgestellt, sodass die Maschine ihre Reise nach Warschau fortsetzen konnte.
In Wien ging nach Angaben eines Polizeisprechers eine âabstrakteâ Drohung gegen vier FlĂŒge von und nach der österreichischen Hauptstadt ein. In Prag erhielt die Polizei Warnungen gegen vier Flugzeuge; Spezialisten durchsuchten die Maschinen nach der Landung und gaben spĂ€ter Entwarnung.
Ermittlungen in mehreren LĂ€ndern
Auch am Flughafen Kopenhagen gab es Drohungen gegen zwei FlĂŒge. Bei den Durchsuchungen wurde nichts VerdĂ€chtiges gefunden. Drei Ryanair-Flugzeuge auf dem Weg nach Bulgarien sowie eine Wizz-Air-Maschine von Mailand nach Bukarest waren ebenfalls betroffen.
In RumÀnien untersuchte der Inlandsgeheimdienst SRI das Wizz-Air-Flugzeug. Behörden in mehreren LÀndern ermitteln, wÀhrend unklar bleibt, ob die VorfÀlle zusammenhÀngen und wer hinter den teils per E-Mail eingegangenen Drohungen steckt.
Vorfallserie begann bereits am Dienstag
Bereits am Dienstag hatte eine Reihe Ă€hnlicher VorfĂ€lle den europĂ€ischen Luftverkehr beeintrĂ€chtigt. Der Flughafen Warschau Modlin wurde deshalb vorĂŒbergehend geschlossen.
Eurocontrol beobachtet die Lage und arbeitet mit Fluggesellschaften, FlughĂ€fen und Flugsicherungsorganisationen zusammen, um BeeintrĂ€chtigungen zu begrenzen. In GroĂbritannien wurden die Drohungen als böswillig vorgetĂ€uscht bezeichnet; konkrete Hinweise auf einen staatlichen Akteur lagen zunĂ€chst nicht vor.
Die HĂ€ufung der Bombendrohungen trifft den europĂ€ischen Luftverkehr in einer Phase, in der FlughĂ€fen und Airlines auf schnell wechselnde Sicherheitslagen reagieren mĂŒssen. Schon einzelne Hinweise lösen umfangreiche MaĂnahmen aus: Flugzeuge werden umgeleitet, Passagiere evakuiert, Maschinen durchsucht und SpezialkrĂ€fte eingesetzt. Auch wenn bislang keine SprengsĂ€tze gefunden wurden, entstehen dadurch VerspĂ€tungen, zusĂ€tzliche Kosten und erhebliche Belastungen fĂŒr Reisende.
Das Muster reicht ĂŒber mehrere Staaten und unterschiedliche Fluggesellschaften hinweg. Drohungen per E-Mail können grenzĂŒberschreitend Ermittlungen auslösen, weil Absender, technische Infrastruktur und mögliche Auftraggeber nicht zwingend im Land des betroffenen Flughafens liegen. Deshalb arbeiten Polizei, Geheimdienste, Flugsicherungen und Luftfahrtunternehmen zusammen. Die Behörden mĂŒssen dabei zwischen einer konkreten GefĂ€hrdung und einer gezielten Störung unterscheiden, ohne SicherheitsprĂŒfungen zu verkĂŒrzen.
Folgen fĂŒr Sicherheit und Reiseverkehr
FĂŒr Passagiere bedeutet die Serie vor allem, dass sich FlugplĂ€ne kurzfristig Ă€ndern können. Umleitungen zu MilitĂ€r- oder AusweichflughĂ€fen verlĂ€ngern Reisen und können Anschlussverbindungen beeintrĂ€chtigen. FĂŒr den Luftverkehr bleibt entscheidend, ob sich ein gemeinsames Vorgehen hinter den Drohungen erkennen lĂ€sst oder ob mehrere voneinander unabhĂ€ngige Trittbrettfahrer handeln.
Die bisherigen Entwarnungen reduzieren zwar die unmittelbare Gefahr, beseitigen aber nicht den Ermittlungsdruck. Solange Urheber und Motiv offen sind, dĂŒrften FlughĂ€fen und Airlines Hinweise weiterhin nach dem Vorsichtsprinzip behandeln. Das schĂŒtzt Reisende, hĂ€lt den Luftverkehr aber zugleich anfĂ€llig fĂŒr kostengĂŒnstige Störaktionen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau: âMehrere Bombendrohungen gegen PassagierflĂŒge in Europaâ (05.11.2026)
Der Beitrag bestĂ€tigt die Umleitung des Dublin-Rom-Flugs nach Ăvreux sowie weitere auĂerplanmĂ€Ăige Landungen. Anders als die dpa-Meldung ordnet er die VorfĂ€lle zusĂ€tzlich in mögliche hybride Störaktionen ein; die Verantwortung bleibt offen.
Deutschlandfunk: âLuftfahrt - Mehrere Bombendrohungen gegen Passagierflugzeugeâ (05.11.2026)
Der Deutschlandfunk hebt die erneute HĂ€ufung innerhalb weniger Tage und die Umleitung nach Frankreich hervor. Im Mittelpunkt stehen dort vor allem die konkreten AblĂ€ufe bei den betroffenen FlĂŒgen, wĂ€hrend mögliche HintergrĂŒnde weniger ausfĂŒhrlich behandelt werden.
Einigkeit besteht ĂŒber die europaweiten Störungen und die bislang folgenlosen SicherheitsĂŒberprĂŒfungen. Unterschiede liegen vor allem in der Gewichtung: WĂ€hrend die tagesschau mögliche ĂŒbergeordnete Störmuster anspricht, konzentriert sich der Deutschlandfunk stĂ€rker auf den Ablauf der ZwischenfĂ€lle.
