Niederlande: Steigende Anschlagszahl im Drogenmilieu
16.07.2023 - 13:13:26Ein rasanter Anstieg von SprengstoffanschlÀgen im Drogenmilieu macht der Polizei in den Niederlanden Sorge. Bis Jahresmitte seien bereits 303 gegen Wohnungen und FirmengebÀude gerichtete AnschlÀge registriert worden, im gesamten Vorjahr waren es 325, wie die Polizei am Sonntag mitteilte.
Ein Schwerpunkt ist die Hafenstadt Rotterdam. Es wĂŒrden zunehmend schwerere Brandbomben und Sprengstoffe verwendet, so wie sie auch zum Aufsprengen von Geldautomaten genutzt werden. Es sei ein Wunder, dass es bisher nur wenig Verletzte und keine Toten gegeben habe.
Die meisten AnschlÀge hÀngen nach Untersuchung der Polizei mit dem Drogenhandel zusammen, berichtete der öffentlich-rechtliche Sender NOS unter Verweis auf die Ermittler. Zu den Angriffen komme es demnach, wenn Drogen nicht zeitig bezahlt werden oder eine Lieferung verloren geht. Die AnschlÀge sollten niemanden töten, sondern seien als Drohung gedacht und zielten deshalb mitunter auch auf Angehörige. Zu den AnschlÀgen kÀme es auch im Zusammenhang mit der Erpressung von Gastronomiebetrieben oder um einem unliebsamen Wettbewerber zu schaden. Selbst bei Beziehungskonflikten komme es inzwischen zu AnschlÀgen, berichtete der Sender unter Bezug auf die Polizei.
Wie die Polizei mitteilte, spannten die Auftraggeber zunehmend jĂŒngere Menschen fĂŒr die AnschlĂ€ge ein, in Rotterdam sei die HĂ€lfte der Festgenommenen 23 Jahre oder jĂŒnger gewesen. Die TĂ€ter erhielten den Auftrag oft ĂŒber einen Mittelsmann oder soziale Medien wie Snapchat oder Telegram, so die Polizei. Sie wĂŒssten oft nicht, warum und auf wen sie den Anschlag verĂŒbten. Die Regierung habe inzwischen die Zahl der StĂ€dte erhöht, in denen prĂ€ventiv gegen das PhĂ€nomen vorgegangen wird und Jugendliche vor den Folgen gewarnt werden, wenn sie nach der Beteiligung an einem Anschlag gefasst werden.


