IT-Ausfall, FlughÀfen

IT-Ausfall an deutschen FlughÀfen - Entwarnung nach Stunden

03.01.2025 - 19:40:29

Bundesweit kam es in zahlreichen FlughÀfen zu Problemen bei Ein- und Ausreisen. Das automatische Kontroll-System war stundenlang ausgefallen. Am Abend entspannte sich die Lage.

Geduldsprobe fĂŒr viele Passagiere an den deutschen FlughĂ€fen: Ein Technikausfall hat am Freitagnachmittag ĂŒber mehrere Stunden an den großen Airports bundesweit die automatischen Grenzkontroll-Systeme lahmgelegt. Die Folge waren teils lĂ€ngere Wartezeiten und Schlangen an den Passkontrollen. 

Lage entspannt sich am Abend

Am Abend entspannte sich die Lage nach den stundenlangen IT-Problemen bei den Einreisekontrollen durch die Bundespolizei. Gegen 18.00 Uhr gaben die ersten FlughĂ€fen, darunter der grĂ¶ĂŸte deutsche Flughafen in Frankfurt sowie der Hauptstadtflughafen BER und der Airport DĂŒsseldorf, Entwarnung. Dort liefen die Systeme und Kontrollen wieder ohne Probleme. 

«Aus Sicht der Bundespolizei scheinen die Entstörungsmaßnahmen beim BKA erste Wirkungen zu zeigen», teilte die Behörde in Potsdam mit. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums und der Bundespolizei gab es technische Störungen an Informationssystemen, «die das Bundeskriminalamt (BKA) fĂŒr den polizeilichen Informationsverbund» betreibe. Davon betroffen seien auch die Einreisekontrollen durch die Bundespolizei. 

Betroffen waren vor allem Einreisen aus Nicht-Schengen-Staaten sowie Ausreisen in solche LĂ€nder. Ein Sprecher der Bundespolizei St. Augustin sagte, die Polizei mĂŒsse die Passkontrollen hĂ€ndisch durchfĂŒhren. Die PolizeikrĂ€fte seien fĂŒr die Kontrollen verstĂ€rkt worden. Es komme «vermehrt zu Wartezeiten und zum RĂŒckstau». Betroffen seien alle großen FlughĂ€fen. 

Passagiere werden mit Wasser versorgt

In DĂŒsseldorf kam es zu BeeintrĂ€chtigungen bei FlĂŒgen in und aus dem Nicht-Schengen-Bereich wie TĂŒrkei, Ägypten oder Katar. Auch an Check-In-Schaltern bildeten sich lange Warteschlangen. Die Passagiere wurden mit Wasser versorgt. Anders war die Lage bei FlĂŒgen aus oder in Schengen-Staaten. Da dort nur stichprobenartig Kontrollen durchgefĂŒhrt werden, gab es kaum Probleme.

Am grĂ¶ĂŸten deutschen Flughafen in Frankfurt waren die Auswirkungen bis zum Freitagnachmittag gering. «Operativ» gebe es kaum Probleme, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport, der Betrieb laufe «regulĂ€r». Nur kurzzeitig kam es zu lĂ€ngeren Wartezeiten. Die Störung hatte an den FlughĂ€fen bundesweit gegen 14.00 Uhr begonnen und dauerte bis zum frĂŒhen Abend. 

Auch der MĂŒnchner Flughafen war laut einem Sprecher zumindest zwischenzeitlich von der Störung betroffen. Auswirkungen auf den Flugplan habe es zunĂ€chst aber nicht gegeben.

Am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden in Baden-WĂŒrttemberg mussten laut Bundespolizei Offenburg 450 Passagiere im Terminal warten. Zwei Maschinen konnten demnach wegen der Störung nicht abgefertigt werden. Sie sollten nach Marokko und nach Albanien abheben.

Ausfall des Fahndungssystems der Polizei in Hamburg

In Hamburg konkretisierte die Bundespolizei, das Fahndungs- und Auskunftssystem der Polizei sei ausgefallen, so dass es bei den Grenzkontrollen am Flughafen zu Verzögerungen kam. Dort seien Anfragen ĂŒber ein anderes, langsameres System erfolgt, deshalb dauere die Abfertigung etwas lĂ€nger. Er betonte jedoch, es herrsche kein Chaos. AusdrĂŒcklich nicht betroffen seien die Sicherheitsschleusen. 

Die ZustĂ€ndigkeit liege beim BKA. Das polizeiliche Informationssystem Inpol ist ein elektronischer Datenverbund zwischen Bund und LĂ€ndern. Es gilt als HerzstĂŒck des Informationsverbunds der Polizeien von Bund und LĂ€ndern. Alle Polizeibehörden können dort Daten einspeichern und abrufen.

Nicht alle Airports betroffen

Probleme haben unter anderem auch die FlughÀfen Hannover und Hamburg. Laut Bundespolizei waren die sÀchsischen FlughÀfen in Leipzig und Dresden dagegen nicht betroffen. 

Der Auslöser fĂŒr den IT-Ausfall bei der Bundespolizei war zunĂ€chst unklar. Das BKA arbeite mit seinen Partnerbehörden «mit Hochdruck daran, die Störungen zu beheben und die Ursachen zu finden», hieß es sowohl vom Ministerium als auch von der Bundespolizei.

@ dpa.de