Sylter, Goldschakal

Sylter Goldschakal darf geschossen werden

19.06.2025 - 17:24:04

Darf der Goldschakal auf Sylt geschossen werden oder nicht? Das Verwaltungsgericht in Schleswig hat nun eine Entscheidung getroffen.

Der Sylter Goldschakal, der Dutzende LĂ€mmer auf der Insel getötet hat, darf wieder gejagt werden. Das Verwaltungsgericht hat heute den Eilantrag gegen den Abschuss abgelehnt, wie das Gericht mitteilte. Es liege eine zulĂ€ssige Ausnahme zum Tötungsverbot vor, hieß es zur BegrĂŒndung. Die Ausnahme diene der «Abwendung eines ernsten landwirtschaftlichen Schadens». Die artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung zum Abschuss endet am 31. Juli.

Gericht sieht keine zumutbare Alternative zur Tötung 

Es sei festzustellen, dass durch das Tier eine Â«Ăœbertötung» stattgefunden habe, teilte das Gericht weiter mit. Der Goldschakal habe nachweislich in einem engen zeitlichen und örtlichen Zusammenhang eine enorme Anzahl von Schafen gerissen. 76 Tiere derselben Herde seien in drei RissvorfĂ€llen im Mai getötet worden, die eindeutig auf den Goldschakal zurĂŒckgefĂŒhrt werden könnten. Eine zumutbare Alternative zur Tötung des Tieres - etwa in Form eines Einfangens - sei nicht gegeben. 

Es wĂ€re der erste bestĂ€tigte Abschuss eines Goldschakals in Deutschland, wie es vom Deutschen Jagdverband (DJV) heißt. Gegen den Beschluss (Az. 8 B 16/25) kann innerhalb von zwei Wochen Beschwerde am Schleswig-Holsteinischen Oberverwaltungsgericht eingelegt werden.

Ende vergangener Woche hatte das Verwaltungsgericht einen sogenannten HĂ€ngebeschluss erlassen, nachdem der Goldschakal vorerst nicht mehr gejagt werden durfte. Ein Naturschutzverband hatte sich gegen die Ausnahmegenehmigung des Landesamts fĂŒr Umwelt an das Gericht gewandt. Mit dem HĂ€ngebeschluss sollte sichergestellt werden, dass vor einer Entscheidung in der Sache keine unumkehrbaren Tatsachen geschaffen werden. 

Goldschakal seit lÀngerem unauffÀllig 

Der Goldschakal ist seit lÀngerem nicht mehr auf der Insel gesehen worden. Auch weitere RissvorfÀlle waren bis Anfang der Woche nicht gemeldet worden. Das Umweltministerium rechnete aber nicht damit, dass das Tier Sylt verlassen hat. 

Nach Vorort-Berichten wurden demnach mehr als 90 Tiere getötet, zuletzt in der NĂ€he von List. Die ĂŒber die 76 hinausgehenden Risse wurden aber nicht so zeitnah gemeldet, dass verlĂ€ssliche Proben fĂŒr einen DNA-Nachweis hĂ€tten entnommen werden können, wie eine Sprecherin des Umweltministeriums Anfang der Woche sagte.

@ dpa.de