BrÀnde auf Rhodos: Wind erschwert Löscharbeiten
25.07.2023 - 15:23:11Starke Winde erschweren den Kampf gegen die WaldbrÀnde auf der griechischen Ferieninsel Rhodos. Sechs Dörfer nördlich und westlich der antiken StÀtte von Lindos sind bedroht. Mit dem ersten Tageslicht wurden erneut Löschflugzeuge und -helikopter eingesetzt, um die Flammen in den Griff zu bekommen, wie die Feuerwehr mitteilte.
«Die Löscharbeiten gestalten sich (auf Rhodos) wegen der drehenden Winde sehr schwierig», sagte ein Sprecher der Feuerwehr im staatlichen Rundfunk. Auch auf der Insel Euböa im Nordosten Athens toben rund um die Hafenstadt Karystos BrÀnde, die Dörfer bedrohen.
Reisekonzerne bringen Urlauber vorzeitig zurĂŒck
Deutsche Reisekonzerne haben inzwischen Tausende Urlauber wegen der WaldbrĂ€nde auf Rhodos vorzeitig nach Hause zurĂŒckgebracht. Branchenprimus Tui sprach von mehreren Tausend GĂ€sten aus verschiedenen LĂ€ndern. Am Dienstag gab es einen weiteren Sonderflug nach Deutschland, nach den bereits am Montag erfolgten vier FlĂŒgen, wie ein Tui-Sprecher auf Anfrage sagte. Details nannte er nicht.
Der Branchenzweite DER Touristik hat bis einschlieĂlich Samstag alle Reisen in den SĂŒden von Rhodos abgesagt. FĂŒr alle anderen Regionen auf der Insel bietet das Unternehmen kostenlose Stornierungen und Umbuchungen fĂŒr Anreisen bis einschlieĂlich Samstag an. Insgesamt sei eine niedrige vierstellige Zahl von GĂ€sten des Veranstalters evakuiert worden, sie befĂ€nden sich derzeit in UnterkĂŒnften und Hotels, teilte das Unternehmen mit. Urlauber, die vorzeitig nach Hause reisen wollten, seien umgebucht worden und teilweise mit SonderflĂŒgen bereits wieder nach Deutschland zurĂŒckgekehrt.
Temperaturen ĂŒber 40 Grad
Nach Angaben des Wetteramts werden am Dienstag und vor allem am Mittwoch in weiten Teilen Griechenlands Temperaturen deutlich ĂŒber 40 Grad herrschen. Im Westen des Landes soll es den Meteorologen am Mittwoch sogar mehr als 46 Grad heiĂ werden. Am Donnerstag wird dann eine AbkĂŒhlung auf etwa 35 Grad erwartet.
Unterdessen sind nach Angaben des Ministeriums fĂŒr BĂŒrgerschutz Untersuchungen eingeleitet worden, die klĂ€ren sollen, wie diese BrĂ€nde ausgebrochen sind. Auch die Justiz ermittele, ob die Feuerwehr richtig gehandelt habe, als der Brand im SĂŒdosten von Rhodos noch kleine Dimensionen hatte, berichtete das Staatsfernsehen.
Vertreter der Gewerkschaft der Polizei und der Feuerwehr dĂ€mpften jedoch die Erwartungen, dass die Verantwortlichen ĂŒberhaupt gefunden werden. Die Chancen seien erfahrungsgemÀà gering, dass diejenigen ermittelt wĂŒrden, die absichtlich und heimlich Feuer gelegt hĂ€tten, sagte die Gewerkschaften im Staatsrundfunk.
HĂ€ufig Brandstiftung
In den meisten FĂ€llen wurde in der Vergangenheit festgestellt, dass es sich um fahrlĂ€ssige Brandstiftung gehandelt habe. So war in Athen Anfang Juli ein GroĂbrand im Westen der Stadt ausgebrochen. Zwei MĂ€nner wurden letztlich dafĂŒr verantwortlich gemacht; sie hatten den Ermittlungen zufolge im Freien SchweiĂarbeiten vorgenommen.
Nach ersten SchĂ€tzungen von Experten sind bei den jĂŒngsten BrĂ€nden auf Rhodos etwa 150 Quadratkilometer Wald und landwirtschaftlich genutztes Land zerstört worden. Zudem seien nach SchĂ€tzungen von TierschĂŒtzern zahlreiche Rehe, Schildkröten und andere Wild- und Nutztiere verendet.
Auf Rhodos lebt eine einheimische Art Damwild, das Dama-Dama genannt wird. Viele dieser Tiere verbrannten. Tiere, die ĂŒberlebten, suchen nun nach Nahrung und Wasser in bewohnten Regionen, berichtete das Staatsfernsehen weiter. TierschĂŒtzer riefen im Rundfunk die Menschen auf Rhodos auf, Essen und Trinkwasser in ihren GĂ€rten zu lassen, damit sich die Rehe stĂ€rken könnten. Die Dama-Dama leben auch in Mesopotamien. Es ist unklar, wann und wie sie nach Rhodos kamen.
Anderswo in Griechenland gibt es BrÀnde auf der Halbinsel Peloponnes nahe der Hafenstadt Egion sowie auf der Insel Korfu. Diese BrÀnde sind aber eingedÀmmt worden und bedrohen keine bewohnten Gebiete, wie die Feuerwehr mitteilte.

























