Schneechaos schrÀnkt Bayern weiter ein
03.12.2023 - 13:07:50Nach viel Chaos am Samstag hat sich die Verkehrslage in Bayern zum Ausklang des Wochenendes zunehmend normalisiert. Am Sonntagmorgen startete der Flugbetrieb am Flughafen MĂŒnchen nach rund 24 Stunden wieder. Allerdings sollten noch fast zwei Drittel der etwa 880 geplanten FlĂŒgen ausfallen.
AusfĂ€lle hatte es unter anderem auch am AllgĂ€uer Flughafen in Memmingen und dem Flughafen der schottischen Stadt Glasgow gegeben - im Nordwesten Englands gab es ebenfalls viel Schnee mit Chaos auf den StraĂen und StromausfĂ€llen als Folge.
Am Sonntag wurde in MĂŒnchen auch der Betrieb im Fernverkehr schrittweise und vereinzelt wieder aufgenommen, wie eine Sprecherin sagte. Auch am Montag werde es noch zu starken BeeintrĂ€chtigungen kommen, hieĂ es. Der starke Schneefall in der Nacht zum Samstag hatte in groĂen Teilen SĂŒddeutschlands den Bahnverkehr weitgehend lahmgelegt. Dutzende Zentimeter hoch hatte sich der Neuschnee vielerorts getĂŒrmt.
Helfer mĂŒhten sich unermĂŒdlich, DĂ€cher und Wege von Schneemassen zu befreien, Menschen in Not zu versorgen und verunglĂŒckte Fahrzeuge von StraĂen zu rĂ€umen. Dass am Wochenende nichts Schlimmeres passiert sei, verdanke man auch der Arbeit der EinsatzkrĂ€fte, lobte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Sonntag. In den oberbayerischen Landkreisen MĂŒhldorf am Inn und Starnberg sollten öffentliche Schulen am Montag wegen der StraĂenverhĂ€ltnisse groĂteils geschlossen bleiben.
UnfĂ€lle auf glatten StraĂen
Vor allem aber nicht nur in Bayern kam es am Wochenende zu zahlreichen UnfĂ€llen auf glatter Fahrbahn. Bei den meisten blieb es bei SachschĂ€den. Weil dort Eisplatten von einer BrĂŒcke fielen, wurde am Samstagabend die Autobahn 1 zwischen dem Kreuz Wuppertal-Nord und Wuppertal-Ronsdorf gesperrt. Es sei niemand zu Schaden gekommen, sagte ein Polizeisprecher. Die Sperrung sollte voraussichtlich bis Montagmorgen dauern. Ein Spezialunternehmen entferne das Eis von der BrĂŒcke.
Tausende Haushalte ohne Strom
Hart getroffen wurden etliche Haushalte im Netzbereich von Bayernwerk, die zeitweise keinen Strom hatten. Zu den Schwerpunkten zĂ€hlte nach Angaben eines Sprechers der Raum um MĂŒnchen. BĂ€ume seien auf Leitungen gestĂŒrzt, teils seien diese auch allein durch die Schneelast beschĂ€digt worden oder gerissen. Am Samstagnachmittag hieĂ es, es seien noch viele Tausend Haushalte betroffen, zudem kĂ€men laufend neue Störungen dazu. In Ăsterreich waren am Sonntag laut Energieversorgern noch immer mindestens 20.000 Haushalte ohne Strom.
Weder FuĂball noch Basketball
Vom Schneechaos betroffen waren auch Tausende Sportfans und Marktbesucher. Das Heimspiel des FC Bayern MĂŒnchen gegen den 1. FC Union Berlin am Samstag wurde abgesagt. Das Spiel soll voraussichtlich erst im nĂ€chsten Jahr nachgeholt werden. Auch die Basketballpartie der MĂŒnchner gegen Alba Berlin fiel am Sonntag aus. Der GĂ€stemannschaft sei es unmöglich gewesen, nach Berlin zu reisen, hieĂ es von Alba. Wann das Duell der Dauerrivalen nachgeholt wird, war zunĂ€chst offen.
Kein Punsch und Gefahr in den Bergen
Auch auf einen Marktbummel mit GlĂŒhwein musste vielerorts verzichtet werden: Etliche WeihnachtsmĂ€rkte in Bayern blieben zeitweise geschlossen, ebenso wie einige Zoos und Schlossanlagen. Dennoch genossen viele Menschen den ersten Adventssonntag: Bei strahlendem Sonnenschein waren etliche AusflĂŒgler unterwegs. In den bayerischen Skigebieten liefen zahlreiche Lifte.
GefÀhrlich wurde es in den Bergen abseits sicheren GelÀndes: In den bayerischen Alpen herrschte oberhalb von 1600 Metern erhebliche Lawinengefahr, wie die Lawinenwarnzentrale mitteilte.





