Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Kampf gegen Feuer in Belgien - Weiter Bangen auch in NRW

Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 15:02 Uhr | dpa.de

Das Feuer aus Belgien rĂŒckt zwar nicht weiter Richtung Monschau in der Eifel vor. Von NormalitĂ€t ist man aber sehr weit weg, das Bangen bleibt. Rufe und Forderungen aus und an die Politik werden laut.

  • Die EinsĂ€tze dauern an. - Bild: Federico Gambarini/dpa
    Die EinsÀtze dauern an. - Bild: Federico Gambarini/dpa
  • Es herrscht noch lange keine NormalitĂ€t.   - Bild: Federico Gambarini/dpa
    Es herrscht noch lange keine NormalitÀt. - Bild: Federico Gambarini/dpa
  • Es sind weiterhin hunderte KrĂ€fte im Einsatz.  - Bild: Thomas Banneyer/dpa
    Es sind weiterhin hunderte KrÀfte im Einsatz. - Bild: Thomas Banneyer/dpa
  • In HĂŒrtgenwald ist die Lage unter Kontrolle.   - Bild: Christian Knieps/dpa
    In HĂŒrtgenwald ist die Lage unter Kontrolle. - Bild: Christian Knieps/dpa
  • Der König informierte sich vor Ort.  - Bild: Marius Burgelman/AP/dpa
    Der König informierte sich vor Ort. - Bild: Marius Burgelman/AP/dpa
  • Es sind weiterhin Hunderte KrĂ€fte im Einsatz.  - Bild: Thomas Banneyer/dpa
    Es sind weiterhin Hunderte KrÀfte im Einsatz. - Bild: Thomas Banneyer/dpa
  • Die Lage ist laut BĂŒrgermeisterin unverĂ€ndert.  - Bild: Federico Gambarini/dpa
    Die Lage ist laut BĂŒrgermeisterin unverĂ€ndert. - Bild: Federico Gambarini/dpa
Die EinsĂ€tze dauern an. - Bild: Federico Gambarini/dpa Es herrscht noch lange keine NormalitĂ€t.   - Bild: Federico Gambarini/dpa Es sind weiterhin hunderte KrĂ€fte im Einsatz.  - Bild: Thomas Banneyer/dpa In HĂŒrtgenwald ist die Lage unter Kontrolle.   - Bild: Christian Knieps/dpa Der König informierte sich vor Ort.  - Bild: Marius Burgelman/AP/dpa Es sind weiterhin Hunderte KrĂ€fte im Einsatz.  - Bild: Thomas Banneyer/dpa Die Lage ist laut BĂŒrgermeisterin unverĂ€ndert.  - Bild: Federico Gambarini/dpa

Das Bangen und die krĂ€ftezehrende BrandbekĂ€mpfung seit Tagen und NĂ€chten gehen weiter. Das Feuer im Naturschutzgebiet Hohes Venn in Belgien ist nicht weiter auf die deutsche Grenze vorgerĂŒckt, wie Monschaus Feuerwehr-Einsatzleiter Philipp KrĂŒger schilderte. Die Lage ist also statisch, hat sich zumindest nicht verschlechtert.

Aktuell unterstĂŒtzen 60 BrandschĂŒtzer aus Monschau ihre Kollegen in Belgien, sie löschten dort mit SchlĂ€uchen. Das sei sehr krĂ€ftezehrend, das Personal mĂŒsse regelmĂ€ĂŸig ausgetauscht werden, betonte KrĂŒger. Eine Einsatzkraft aus Monschau sei mit Verdacht auf einen Herzinfarkt ins Krankenhaus gekommen, berichtete der Leiter der Feuerwehr der Eifelstadt, die direkt an der belgischen Grenze liegt. 

Am Morgen sei die Rauchbelastung in Teilen von Monschau sehr stark gewesen. FĂŒr Dienstag sind KrĂŒger zufolge starke Winde, auch einzelne starke Böen aus Richtung SĂŒdwest vorhergesagt. Das sei eine «ganz neue Lage», auf die man sich nun vorbereite. 

Monschauer BĂŒrgermeisterin spricht von unverĂ€nderter Lage

Die Brandlage im Hohen Venn ist an der Grenze zu Deutschland nach Worten der Monschauer BĂŒrgermeisterin Carmen KrĂ€mer (parteilos) unverĂ€ndert. Deshalb könnten die am Sonntag evakuierten etwa 30 Einwohner aus Monschau-Kalterherberg auch noch nicht in ihre HĂ€user zurĂŒckkehren, sagte KrĂ€mer bei einer Pressekonferenz. «Aktuell hat sich an der Lage, die wir seit gestern Abend haben, nichts geĂ€ndert.» Der Brand war zuletzt auf 300 Meter an die deutsche Grenze herangerĂŒckt.

Der Regen habe zwar «ein bisschen gutgetan, aber der hat natĂŒrlich nicht das Feuer gelöscht, dazu war's dann doch heute Morgen zu wenig», meinte die BĂŒrgermeisterin. Man tue alles dafĂŒr, dass niemand in Gefahr gerate. Die Eifelstadt ist ein Touristenhotspot mit vielen FachwerkhĂ€usern und wird auch von auslĂ€ndischen GĂ€sten geschĂ€tzt. 

Einzigartiges Hochmoor Hohes Venn und Touristenmagnet Monschau

Mit rund 3.000 Hektar FlĂ€che handelt es sich um einen der grĂ¶ĂŸten WaldbrĂ€nde in der Geschichte Belgiens - ausgerechnet im Hohen Venn, das als einzigartige Hochmoor- und Sumpflandschaft gilt. Die BekĂ€mpfung sei besonders schwierig, wie der belgische Feuerwehrkommandant Luc Burette im niederlĂ€ndischen Fernsehen erlĂ€uterte. «Der Boden besteht aus Torf, an der OberflĂ€che ist Gras. Dadurch kann sich das Feuer schnell ausbreiten.» 

Die Bundeswehr beteiligt sich aus der Luft an der BekÀmpfung des Waldbrandes in Belgien. Dazu sind laut Verteidigungsministerium zwei Hubschrauber vom Typ NH-90 bereitgestellt, die LöschwasserbehÀlter tragen. Belgiens König Philippe verschaffte sich vor Ort einen Eindruck von den verheerenden BrÀnden im Naturschutzgebiet.

Kritik und Forderungen kommen aus der Politik und an die Politik

GrĂŒnen-Fraktionschefin Katharina Dröge forderte eine bessere UnterstĂŒtzung der Feuerwehr. «GrundsĂ€tzlich geht es darum, die Arbeit der Feuerwehr natĂŒrlich bestmöglich finanziell und personell auszustatten», sagte die Politikerin im Deutschlandfunk. Dazu gehöre eine gute Technologie wie etwa Drohnen zur Branderkennung. 

Gebraucht werde auch eine stĂ€rkere Koordination: «Wir schlagen eine nationale Feuermanagementstrategie vor, die Risikoanalyse, PrĂ€vention und dann eben auch Einsatzvorbereitung mit zusammen denkt», sagte Dröge. Außerdem mĂŒssten die WĂ€lder so umgebaut werden, dass es mehr MischwĂ€lder gebe.

Der PrĂ€sident des Deutschen Forstwirtschaftsrates unterstrich, es brauche verstĂ€rkte Vorsorge. «Und das heißt fĂŒr uns als Waldbesitzende: Waldumbau, Waldumbau, Waldumbau. Wir mĂŒssen von den reinen NadelholzbestĂ€nden weg hin zu MischwĂ€ldern», sagte Christian Haase im Deutschlandfunk.

NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (CDU) betonte im WDR: «Wir befassen uns nachhaltig mit dem Waldumbau, um da auch wirklich mehr BĂ€ume im Wald zu haben, die nicht so schnell Feuer fangen und die auch an das Klima besser angepasst sind.» Sobald die aktuellen GroßbrĂ€nde gelöscht und wieder etwas Ruhe eingekehrt sei, werde man prĂŒfen mĂŒssen, was man vorbeugend verbessern könne. Zu 99 Prozent seien WaldbrĂ€nde «menschengemacht.» 

Aus Sicht der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft muss die WaldbrandbekĂ€mpfung angesichts der KlimaverĂ€nderungen dauerhaft einen höheren Stellenwert bekommen. Es gebe Verbesserungsbedarf in vielen Punkten, ein Gesamtkonzept sei nötig, mahnte die Gewerkschaft. Dazu gehörten bedarfsgerechte Ausstattung, verbindliche Waldbrandmodule, verpflichtende Aus- und Fortbildung oder auch geeignete SchutzausrĂŒstung.

Im HĂŒrtgenwald ist die Lage unter Kontrolle

Im HĂŒrtgenwald in der Eifel, wo Ende vergangener Woche der grĂ¶ĂŸte Waldbrand in der Geschichte Nordrhein-Westfalens entstanden war, stehen die Zeichen weiter auf Entspannung. «Die Lage im HĂŒrtgenwald ist weiter unter Kontrolle», sagte eine Sprecherin des Kreises DĂŒren. Es gebe aber zahlreiche Glutnester. 

Etwa 400 EinsatzkrĂ€fte seien in der Nacht im HĂŒrtgenwald vor Ort gewesen. TagsĂŒber wĂŒrden es voraussichtlich wieder doppelt so viele. Der Regen sei leider nur «ein Tropfen auf den heißen Stein», sagte die Sprecherin. «Aber wir nehmen alles, was wir kriegen können.»

Das Wetter und der Klimawandel

Infolge des Klimawandels haben die Tage mit hoher Waldbrandgefahr laut Deutschem Wetterdienst (DWD) erheblich zugenommen. Die Zahl der Tage mit Gefahrenstufe vier - hohe Gefahr - sei vor allem ĂŒber die letzten zwei bis drei Jahrzehnte hinweg deutlich gestiegen, schilderte der DWD-Agrarmeteorologe Andreas Brömser. Zu den Ursachen gehören hohe Temperaturen, lĂ€ngere Trockenheit und weniger anhaltender, moderater Regen, der dann auch tiefer, nachhaltig in die Böden einsickern könne.

Experte Brömser sagte, der auch fĂŒr die nĂ€chsten Tage vorhergesagte eher moderate Regen dort könnte zumindest ausreichen, um die Waldbrandgefahr zunĂ€chst zu senken. Denn die Streuschicht auf den Böden sei mit der mĂ€ĂŸigen NĂ€sse erst mal nicht mehr «zĂŒndfĂ€hig». Das löse aber nicht das Problem der extrem trockenen Böden, denen zum Teil bis in grĂ¶ĂŸeren Tiefen das Wasser fehle. Es brauche viel mehr Niederschlag, damit die Böden richtig durchfeuchten können und gegen WaldbrĂ€nde besser gewappnet werden.

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