Italien auf der Buchmesse: «Verwurzelt in der Zukunft»
28.05.2024 - 14:31:40 | dpa.de
Unter dem Motto «Verwurzelt in der Zukunft» prĂ€sentiert sich Italien in diesem Herbst als Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse (16.-20. Oktober). Den Gastlandpavillon will der Architekt Stefano Boeri wie eine italienische Piazza gestalten, auf der diskutiert und gestritten werden kann. WĂ€hrend Deutschland oft «in den Konsens verliebt» sei, liebten die Italiener die WidersprĂŒche, sagte Buchmessen-Direktor Juergen Boos bei der Vorstellung des Ehrengastprogramms im Frankfurter Literaturhaus.Â
Auf der sĂ€ulenumstandenen Piazza will Italien aktuelle Literatur aller Genres prĂ€sentieren, in NebenrĂ€umen «sein wunderbares und unschĂ€tzbares Erbe». Geplant sind dort mehrere kleinere Ausstellungen: ĂŒber die Antike, Goethes Italienreisen, den Staatsphilosophen Machiavelli, kostbare historische Buchausgaben oder PortrĂ€ts bedeutender Autoren. Weil auch Kulinarik und die Musik zur italienischen Kultur gehören, solle es neben Essen und Trinken auch Gesang von Pop bis Puccini geben. Als Beitrag zur Inklusion ist eine Lesung im Dunkeln angekĂŒndigt.Â
Vor 36 Jahren war Italien schon einmal Ehrengast der Frankfurter Buchmesse. 2024 wolle man Vielfalt zeigen, sagte Mauro Mazza, Sonderbeauftragter der italienischen Regierung fĂŒr den Buchmessen-Auftritt, aber auch dazu beitragen, «dass die Kultur die Vielfalt vereint».  Rund 100 Autoren sind eingeladen, darunter einige wie Claudio Magris oder Dacia Maraini, die schon 1988 dabei waren.Â
Schon bei der Pressekonferenz ging es kontrovers zu: Italienische Journalisten vermissten prominente, aber regierungskritische Autoren wie Roberto Saviano auf der GĂ€steliste. Dieser werde wohl von seinem deutschen Verlag eingeladen, sprang Buchmessen-Direktor Boos Mazza bei, der antwortete, man habe eben eine Auswahl treffen mĂŒssen, manche hĂ€tten auch keine Zeit oder wollten nicht kommen. «Die Vielfalt ist gegeben», versprach Boos, «und fĂŒr Reibung ist gesorgt».
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