Bergsturz, Blatten

Bergsturz in Blatten: Wohl SchÀden von Hunderten Millionen

06.06.2025 - 15:37:27

Das Schweizer Dorf ist großteils begraben unter einer mĂ€chtigen Geröllschicht. Die Regierung ĂŒberlegt, den geflohenen BĂŒrgern des Dorfes ihre Heimat wiederzugeben - an einem anderen Ort.

Die SchĂ€den nach dem verheerenden Gletscherabbruch, der das Schweizer Dorf Blatten unter sich begraben hat, könnten sich nach EinschĂ€tzung der Regierung auf mehrere Hundert Millionen Franken belaufen. In einem ersten Schritt werde die Regierung per eigens zu schaffendem Gesetz fĂŒnf Millionen Franken (5,3 Millionen Euro) als Soforthilfe zur VerfĂŒgung stellen, sagte die Schweizer BundesprĂ€sidentin Karin Keller-Sutter. Das Kanton Wallis gibt zehn Millionen Franken als Soforthilfe.

«FĂŒr die Menschen ist die Situation, die ihr Hab und Gut verloren haben, unertrĂ€glich», sagte Umweltminister Albert Rösti. Sie brĂ€uchten moralische und finanzielle UnterstĂŒtzung. Landwirte hĂ€tten ihre Höfe und NutzflĂ€chen verloren, Unternehmer ihre Hotels, Angestellte ihre ArbeitsplĂ€tze. Es sei weiter unklar, ob und wann der Berg erneut ins Rutschen komme, so Rösti. 

Mittel fĂŒr Neuaufbau des Dorfes an anderer Stelle 

Ende Mai hatte sich eine gigantische Eis-, Fels- und Schuttlawine ins Tal gewĂ€lzt. Die 300 Bewohner Blattens waren vorher bereits vorsorglich evakuiert worden. Ein 64-jĂ€hriger SchĂ€fer, der sich zum Zeitpunkt des UnglĂŒcks wohl in einem Stall wenig außerhalb des Sperrgebiets aufgehalten hatte, wird allerdings weiter vermisst. Der Schuttkegel auf dem Dorf ist teils rund 100 Meter mĂ€chtig. 

Es gebe Überlegungen, das Dorf an anderer, sicherer Stelle wieder aufzubauen, sagte Rösti. Die Entscheidung ĂŒber einen möglichen Neustart sei anspruchsvoll. «Wir wollen den Menschen im Lötschental eine Zukunft geben. Eine Entsiedelung der TĂ€ler ist fĂŒr uns keine Option», so der Umweltminister weiter. Das verschĂŒttete Blatten könne den Menschen nicht zurĂŒckgegeben werden. «Das hat der Berg verschlungen», sagte Rösti. Ob die Menschen einen neuen Standort akzeptierten, sei dann ihre Entscheidung.

@ dpa.de