Gondel, Rettung

Jubel und Erleichterung: Dramatische Rettung in Pakistan

23.08.2023 - 04:31:57

Das Seilbahn-Drama in Pakistan hat ein glĂŒckliches Ende gefunden. Alle Insassen einer Gondel sind gerettet, nachdem sie am Dienstag Stunden ausharrten. Ein SchĂŒler spricht ĂŒber die Momente des Schreckens.

  • Die Geretteten erhalten von Dorfbewohnern in Paschtu erste Hilfe. - Foto: Nazir Mahood/AP/dpa

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  • Die spektakulĂ€re und hochgefĂ€hrliche Rettungsaktion sorgt nach ihrem erfolgreichen Abschluss fĂŒr Jubel und Erleichterung im ganzen Land. - Foto: Muhammad Sajjad/AP/dpa

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  • Die Gondel hĂ€ngt an nur einem Seil. (Videostandbild) - Foto: Uncredited/UGC/AP/dpa

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Die Geretteten erhalten von Dorfbewohnern in Paschtu erste Hilfe. - Foto: Nazir Mahood/AP/dpaDie spektakulĂ€re und hochgefĂ€hrliche Rettungsaktion sorgt nach ihrem erfolgreichen Abschluss fĂŒr Jubel und Erleichterung im ganzen Land. - Foto: Muhammad Sajjad/AP/dpaDie Gondel hĂ€ngt an nur einem Seil. (Videostandbild) - Foto: Uncredited/UGC/AP/dpa

Jubel in Pakistan: Die spektakulĂ€re Rettung von sechs SchĂŒlern und zwei Erwachsenen aus einer Seilbahngondel hat im ganzen Land Erleichterung hervorgerufen. «Ich fĂŒhle mich gut, wieder bei meiner Familie zu sein», sagte der ZehntklĂ€ssler Niaz Muhammad der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. In einer hochgefĂ€hrlichen Rettungsaktion waren er und die sieben anderen am Dienstagabend nacheinander aus der Gondel geholt worden, die nur noch an einem einzigen Seil hunderte Meter ĂŒber einem Tal in der Provinz Khyber-Pakhtunkhwa hing. Mehr als 15 Stunden hatten sie zuvor darin ausgeharrt.

Das Vertrauen in die Lifte sei erschĂŒttert, erklĂ€rten Familienangehörige. «Ich bin mir nicht sicher, ob Schulkinder die Seilbahn noch einmal benutzen werden», sagte Muhammads Vater Umar Zaib. Niaz Muhammad war auf dem Weg zur Schule, als am Dienstagmorgen plötzlich zwei Kabel am Lift rissen. Sein Sohn habe starke Nerven, aber es werde eine Weile dauern, bis er die Erfahrung verarbeitet habe. Auch an der Schule in der Region im Landesnorden sprachen Lehrer und Angehörige ĂŒber die Konsequenzen.

In den nördlichen Bergregionen Pakistans nutzen tĂ€glich viele Bewohner auf dem Weg zur Schule oder zur Arbeit Seilbahnen, etwa um TĂ€ler oder FlĂŒsse zu ĂŒberqueren. Die Seilbahnen in der Provinz sind auch als «Gardi» bekannt, ihre Gondeln werden oft aus alten Autoteilen gefertigt und ohne Erlaubnis installiert, wie die pakistanische Zeitung «Dawn» berichtete.

Kritik an der Sicherheit

Das Straßennetz ist in den zerklĂŒfteten Regionen des Nordens weniger ausgebaut. Im betroffenen Tal etwa sparten die SchĂŒler jeden Tag einen weiten Fußweg, wenn sie die nur einminĂŒtige Fahrt der Seilbahn nutzten. Oft sind die Seilbahnen schlecht gewartet. Immer wieder gab es auch Kritik an der Sicherheit der Lifte. Im Jahr 2017 etwa kamen bei einem Unfall an einer Seilbahn elf Menschen ums Leben.

Unterdessen forderte Pakistans PrĂ€sident Arif Alvi eine «umfassende Untersuchung» aller Lifte der Region in dem sĂŒdasiatischen Land. Auch der geschĂ€ftsfĂŒhrende Premierminister Anwaarul Haq Kakar Ă€ußerte sich Ă€hnlich.

Anwohner als Retter in der Dunkelheit

SpezialkrĂ€fte der Armee hatten am Dienstag bis zum Einbruch der Dunkelheit versucht, die Insassen der Gondel ĂŒber dem Tal im Landesnorden zu befreien. Zwei SchĂŒler wurden durch Kommandosoldaten schließlich gerettet. Mit Einbruch der Dunkelheit unterbrachen die Kommandos die Aktion dann zunĂ€chst. Mutige Anwohner setzen die Rettung jedoch nach enger Absprache mit dem MilitĂ€r fort. Sie hangelten sich mit Vorrichtungen an dem Draht zur Gondel vor und befreiten zuerst drei weitere SchĂŒler und dann die restlichen Insassen.

In weiten Landesteilen verfolgten Bewohner das Ă€ußerst riskante Vorgehen im Fernsehen. Sorgen bereiteten den Helfern dazu die Wetterbedingungen in den Bergen, die sich schnell Ă€ndern können. Auch die Rotorbewegungen des MilitĂ€rhubschraubers hĂ€tten das Stahlseil destabilisieren können. Medikamente und Wasser hatte ein Soldat den Kindern zu Beginn der Rettungsaktion bereits ĂŒberreicht.

@ dpa.de