Unesco warnt vor Ăl- und Gasförderung im Welterbe Wattenmeer
20.09.2023 - 04:45:12Die UN-Kulturorganisation Unesco hat Deutschland und die Niederlande gedrĂ€ngt, von einer Ăl- und Gasförderung sowie der Salzgewinnung im zum Welterbe erklĂ€rten Wattenmeer und seiner direkten Umgebung abzusehen.
Die Rohstoffgewinnung sei mit dem Welterbe-Status des Wattenmeers unvereinbar, erklĂ€rte die Welterbe-Kommission der Unesco wĂ€hrend ihrer laufenden Sitzung im saudi-arabischen Riad. Von Probebohrungen und einem weiteren Vorantreiben solcher Projekte solle Abstand genommen werden. Beim Anlegen neuer Stromleitungen zu Offshore-Windparks mĂŒssten MaĂnahmen zum Schutz des Wattenmeers getroffen werden, mahnte die Unesco an.
Zu den kritisierten Vorhaben gehört das Ternaard-Gasprojekt, bei dem vom niederlĂ€ndischen Festland aus ein Gasfeld unter dem Wattenmeer angebohrt werden soll. In unmittelbarer NĂ€he des Welterbes vor der EmsmĂŒndung und den Inseln Borkum und Schiermonnikoog gelegen ist das Gasförderprojekt «GEMS - Gateway to the Ems». AuĂerdem hat das Ăl-Gas-Unternehmen Wintershall Dea den Wunsch, im schleswig-holsteinischen Teil des Wattenmeers weiteres Ăl zu fördern. Zudem gibt es in den Niederlanden eine Genehmigung zur Förderung von 32 Millionen Tonnen Salz unter dem Wattenmeer.
Forderung von VerbÀnden
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH), die niederlÀndische Umweltorganisation Waddenvereniging und World Heritage Watch forderten nach der kritischen Stellungnahme der Unesco den sofortigen Stopp von umwelt- und klimaschÀdlichen Projekten im Wattenmeer.
«Eine weltweit einzigartige Landschaft gerĂ€t unter die FĂŒĂe der fossilen Lobby und die zustĂ€ndigen Regierungen schauen tatenlos zu», sagte DUH-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Sascha MĂŒller-Kraenner. Unter dem Deckmantel der Energiekrise wolle man neue fossile Bohrungen im Wattenmeer erlauben, die Projekte aber seien fĂŒr die Energiesicherheit nicht nötig und gefĂ€hrdeten den Klima- und Artenschutz.
«Neue Bergbauprojekte werden zur fortschreitenden Absenkung des Meeresbodens beitragen, die Nutzung fossiler Brennstoffe wird den fortschreitenden Klimawandel und den Anstieg der Meeresspiegel verstÀrken», meinte der Sprecher der Waddenvereniging, Frank Petersen. «Das Wissen, dass dies in klarem Widerspruch zum Erhalt des Welterbe-Status steht, sollte der niederlÀndischen Regierung ein glasklares Signal sein, solche Projekte nicht mehr zuzulassen.»


