Kinder, Jugend

Studie: Neue KI-Programme bei Kindern verbreitet

24.03.2026 - 03:20:05 | dpa.de

Dass viele Jungen und MÀdchen lange am Smartphone hÀngen, wird schon seit lÀngerem beobachtet. Nun kommen dabei Textanwendungen dazu, mit denen man sich quasi unterhalten kann. Hat das schon Folgen?

Die Social-Media-Nutzung bei Kindern und Jugendlichen bleibt laut einer Studie hoch. (Archivbild) - Foto: Alicia Windzio/dpa
Die Social-Media-Nutzung bei Kindern und Jugendlichen bleibt laut einer Studie hoch. (Archivbild) - Foto: Alicia Windzio/dpa

Neue Chat-Anwendungen mit KĂŒnstlicher Intelligenz (KI) gehören laut einer Studie inzwischen bei vielen Kindern und Jugendlichen zum Alltag und können auch zu einer problematischen Nutzung beitragen. Mehrmals pro Woche nutzen 20,8 Prozent der Befragten von 10 bis 17 Jahren Programme wie ChatGPT oder Gemini, wie Umfragedaten der Krankenkasse DAK-Gesundheit und des UniversitĂ€tsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) ergaben. TĂ€glich nutzen sie demnach - gefragt nach den letzten sechs Monaten - 6,4 Prozent.

«Dabei zeigt sich, dass Chatbots hĂ€ufig als Lern- und Informationswerkzeug eingesetzt werden, zugleich aber auch einzelne sozial-emotionale Funktionen erfĂŒllen können», heißt es in der Studie, die heute in Berlin vorgestellt werden soll. So hĂ€tten einzelne angegeben, Chatbots Dinge anzuvertrauen, die sie sonst keinem oder nur engen Freunden erzĂ€hlen wĂŒrden. «Manchmal» trifft dies demnach auf 7 Prozent zu, «oft» oder «sehr oft» auf weitere 3,4 Prozent. 

Online-Videos stÀrker im Trend

Diese Angaben beziehen sich auf 644 Befragte, die Chat-Programme nach eigenen Angaben nicht «nie» nutzen. Insgesamt wurden den Angaben zufolge 1.005 Kinder von 10 bis 17 Jahren mit je einem Elternteil vom 24. September bis 12. Oktober 2025 fĂŒr die neue Studie vom Institut Forsa befragt. Es ist die achte Welle einer seit 2019 laufenden Mediennutzungsstudie von DAK und UKE.

Trotz leichter RĂŒckgĂ€nge bei den Nutzungszeiten bleibe die Zahl von Kindern und Jugendlichen mit einer problematischen Mediennutzung sehr hoch, heißt es in der neuen Untersuchung. Bemerkenswert aus Sicht der Suchtvorbeugung sei ein starker Anstieg bei der Nutzung von Online-Videos auf Plattformen wie Tiktok und Youtube. Damit rĂŒckten auch verbreitete Darstellungselemente wie endloses Scrollen oder automatische Wiedergaben in den Fokus. 

Bis zu 200 Minuten Social Media am Tag

Social-Media-Angebote wie Messenger, Streamingdienste oder Fotoalben nutzen laut der Studie 88,8 % der MĂ€dchen regelmĂ€ĂŸig, wobei 69,8 Prozent dies auch tĂ€glich tun. Bei Jungen lagen diese Anteile bei 86,1 Prozent und 66,8 Prozent. Im Schnitt lag die Nutzungsdauer laut der Befragung von Herbst 2025 werktags bei 146 Minuten pro Tag und an Wochenenden bei 201 Minuten pro Tag - das war etwas kĂŒrzer als im Jahr zuvor mit 157 und 227 Minuten. 

Der Anteil der Kinder mit einer riskanten Social-Media-Nutzung lag demnach nun bei 21,5 Prozent nach 21,1 Prozent im Vorjahr. Hochgerechnet zeigten 1,4 Millionen der 10- bis 17-Ă€hrigen Kinder in Deutschland problematische Muster, heißt es in der Studie - dazu zĂ€hlen eine riskant starke Nutzung und eine sogar krankhafte Nutzung, bei der es auch zu Kontrollverlusten bei der Dauer oder einer VernachlĂ€ssigung anderer AlltagsaktivitĂ€ten kommen kann.

Gesetzliche Altersgrenzen bald in Sicht?

DAK-Chef Andreas Storm sagte, die anhaltend hohe Mediensucht zeige den großen Handlungsbedarf. «FĂŒr eine sinnvolle Altersregulierung braucht es jetzt eine rasche gesetzliche Regelung bis zur Sommerpause. Damit erste Maßnahmen dann bereits im kommenden Schuljahr greifen, sollten wir unabhĂ€ngig von einer EU-weiten Lösung handeln.» In der Koalition haben sich CDU und SPD fĂŒr ein Social-Media-Verbot fĂŒr Unter 14-JĂ€hrige ausgesprochen.

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