Abgeordnete vergleicht PlĂ€ne fĂŒr Rauchverbot mit Holocaust
30.08.2024 - 09:37:09 | dpa.de
Eine konservative Abgeordnete in GroĂbritannien hat RegierungsplĂ€ne fĂŒr ein verschĂ€rftes Rauchverbot im Freien mit dem Holocaust verglichen und damit Empörung ausgelöst. Esther McVey postete als Reaktion auf das Vorhaben auf X die berĂŒhmte Mahnung des deutschen Pastors Martin Niemöller, der nach dem Zweiten Weltkrieg die PassivitĂ€t und GleichgĂŒltigkeit von Gesellschaft und Kirche wĂ€hrend des Holocaust kritisiert hatte. Darin kommt auch die Zeile «Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Jude» vor.
Die jĂŒdische Vertretung Board of Deputies of British Jews kritisierte den Post von McVey, die unter dem ehemaligen Premierminister Rishi Sunak den inoffiziellen Titel «StaatssekretĂ€rin fĂŒr gesunden Menschenverstand» trug, als «abstoĂend» und «atemberaubend gedankenlos». Zahlreiche Nutzer forderten die 56-JĂ€hrige auf, den Eintrag zu löschen, darunter Gesundheitsminister Wes Streeting. Er betonte, auch McVeys Konservative hĂ€tten eine VerschĂ€rfung der Anti-Tabak-Gesetze in ihrem Wahlprogramm genannt.
Rauchverbot in BiergÀrten geplant
Die Politikerin wies die Kritik in einem weiteren X-Post zurĂŒck. Sie werde sich nicht von «GroĂstadt-Tyrannen mit politisch korrekter Haltung» einschĂŒchtern lassen, «die die Bedeutung meiner Worte absichtlich verdrehen». Es handele sich vielmehr um eine Analogie: «Diejenigen, die Freiheiten verbieten, beginnen mit einfachen Zielen.»
Zuvor hatte der neue Premierminister Keir Starmer grundsĂ€tzlich bestĂ€tigt, dass seine Regierung das Rauchverbot im Freien ausweiten will. Berichten zufolge soll das Rauchen unter anderem in BiergĂ€rten, vor SportstĂ€tten und KrankenhĂ€usern sowie in kleinen Parks untersagt werden. GastronomieverbĂ€nde kritisieren die PlĂ€ne scharf und warnen vor einem Sargnagel fĂŒr britische Pubs.
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