Neuerscheinungen, Deutschland

Highlights des literarischen Herbstes

02.08.2023 - 15:15:43

Der erste Roman von Daniel Kehlmann seit einigen Jahren, Neues von TerĂ©zia Mora oder das DebĂŒt von Annie Ernaux erstmals auf Deutsch: Von Autorinnen und Autoren wie diesen erwarten uns im Herbst neue BĂŒcher.

  • TerĂ©zia Moras neuer Roman «Muna oder Die HĂ€lfte des Lebens» erscheint Ende August. - Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

    Frank Rumpenhorst/dpa

  • Daniel Kehlmanns neuer Roman «Lichtspiel» soll Mitte Oktober erscheinen. - Foto: Britta Pedersen/dpa

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Terézia Moras neuer Roman «Muna oder Die HÀlfte des Lebens» erscheint Ende August. - Foto: Frank Rumpenhorst/dpaDaniel Kehlmanns neuer Roman «Lichtspiel» soll Mitte Oktober erscheinen. - Foto: Britta Pedersen/dpa

In seinem ersten Roman seit sechs Jahren schreibt Daniel Kehlmann ĂŒber einen Regisseur der Weimarer Republik. Juli Zeh setzt sich in einem Kinderbuch mit Gerechtigkeit auseinander. Und das literarische DebĂŒt von Annie Ernaux kommt nach 49 Jahren endlich auf Deutsch heraus. Über diese und andere Literatur-Neuerscheinungen im zweiten Halbjahr.

Daniel Kehlmann schreibt ĂŒber Georg Wilhelm Pabst

2005 wurde sein Roman «Die Vermessung der Welt» ein riesiger Erfolg, der millionenfach verkauft wurde. Darin erzĂ€hlt Daniel Kehlmann vom Leben des Mathematikers Carl Friedrich Gauß und des Naturforschers Alexander von Humboldt. Seitdem hat der 48-JĂ€hrige drei Romane, mehrere ErzĂ€hlungen und weitere Werke veröffentlicht. «Tyll», sein letzter Bestseller-Roman, erschien 2017. In «Lichtspiel» widmet sich der in Berlin lebende Autor nun wieder einer historischen Figur. Er erzĂ€hlt vom Leben des Regisseurs Georg Wilhelm Pabst (1885-1967), einem der großen Filmemacher der Weimarer Republik, der spĂ€ter nicht mehr an seine frĂŒhen Erfolge anknĂŒpfen konnte. Zur Zeit der Machtergreifung der Nationalsozialisten gerĂ€t sein Leben aus den Fugen.

Daniel Kehlmanns neuer Roman «Lichtspiel» soll Mitte Oktober erscheinen.

TerĂ©zia Mora ĂŒber eine toxische Beziehung

Die aus Ungarn stammende TerĂ©zia Mora hat schon fast alle großen deutschsprachigen Literaturauszeichnungen gewonnen - darunter den BĂŒchner-, den Ingeborg-Bachmann- und den Deutschen Buchpreis. Nun veröffentlicht die 52-JĂ€hrige ihren ersten Roman seit 2019. «Muna oder Die HĂ€lfte des Lebens» erzĂ€hlt von einer komplizierten Liebesgeschichte, die von AbhĂ€ngigkeiten und Formen der Gewalt geprĂ€gt ist. Im Fokus steht Muna, die als SchĂŒlerin Magnus kennenlernt, Französischlehrer und Fotograf. Sie verbringt eine Nacht mit ihm, doch mit dem Mauerfall verschwindet er. Jahre spĂ€ter begegnen sich die beiden wieder und werden ein Paar.

Dass Schauspielerinnen und Schauspieler BĂŒcher schreiben, kommt immer hĂ€ufiger vor. In diesem Herbst debĂŒtiert Oliver Masucci («Schachnovelle», «Dark») als Autor. Mit «TraumtĂ€nzer» hat der 54-JĂ€hrige seine Autobiografie geschrieben, wie der Bastei LĂŒbbe Verlag informiert. Masucci erzĂ€hle «vom Aufwachsen eines Gastarbeiterkindes im Bonn der Sechzigerjahre, von der Liebe zum Film und Theater und vom Wunsch nach dem Gesehenwerden».

Peter Handke und Annie Ernaux

Mit «Die leeren SchrĂ€nke» erscheint Ende September das DebĂŒt der französischen LiteraturnobelpreistrĂ€gerin Annie Ernaux erstmals auf Deutsch. Im Original wurde der Roman bereits 1974 veröffentlicht («Les Armoires vides»). Wie in den Werken der 82-JĂ€hrigen ĂŒblich, ist das Buch autobiografisch geprĂ€gt. Es erzĂ€hlt von einer aus dem Arbeitermilieu stammenden jungen Studentin, die eine Abtreibung erlebt und ĂŒber ihre Kindheit und Jugend nachdenkt.

Der österreichische LiteraturnobelpreistrĂ€ger Peter Handke erzĂ€hlt in «Die Ballade des letzten Gastes» von einer Heimkehr. Es geht um den Protagonisten Gregor, der einen langen Weg zurĂŒcklegt und sich dabei erinnert. Als er «von einem anderen Erdteil» zu seiner Familie zurĂŒckkehrt, findet er vieles anders vor, als er es in Erinnerung hatte. «Auf seinem Weg zurĂŒck zur Familie, durch einstmals bekannte Landschaften hĂ€lt der ErzĂ€hler immer wieder inne, Kindheitserlebnisse werden wachgerufen, innere Stimmen treten ins ZwiegesprĂ€ch», schreibt der Suhrkamp Verlag ĂŒber das neue Werk des 80-jĂ€hrigen Autors.

Ferdinand von Schirach und Sebastian Fitzek

Ferdinand von Schirach wurde mit seinen ErzĂ€hlbĂ€nden («Verbrechen», «Schuld») international berĂŒhmt. Oft setzen sich seine Bestseller-Geschichten mit moralischen Fragen auseinander, sind von seiner Arbeit als Strafverteidiger inspiriert. Mit «Regen» bringt der 59-JĂ€hrige nun «eine ebenso mutige wie sehr persönliche ErzĂ€hlung» heraus, die in der Form eines Theatermonologs gehalten ist, wie der Luchterhand Verlag informiert: «Ein Mann kommt durchnĂ€sst aus dem Regen in eine Bar - auf die BĂŒhne - und denkt ĂŒber Verbrechen und Strafen nach (...).»

Sebastian Fitzek hat wieder einen Psychothriller geschrieben. In «Die Einladung» schickt der 51-JĂ€hrige seine Leserinnen und Leser «auf einen alptraumhaften Trip in die winterlichen Alpen», schreibt der Droemer Knaur Verlag. Hauptfigur ist Marla Lindberg, die fĂŒr ein Klassentreffen in ein abgelegenes Berghotel reist. Dort erwartet sie aber etwas ganz anderes, als sie dachte.

Juli Zeh und Elke Heidenreich mit KinderbĂŒchern

Juli Zeh veröffentlicht nicht nur extrem erfolgreiche Bestseller, sondern immer wieder auch KinderbĂŒcher. Ihr neuestes hat die 49-JĂ€hrige zusammen mit der Juristin Elisa Hoven geschrieben. «Der war's» spielt an einer Schule und thematisiert das Gerechtigkeitsempfinden von Kindern. Eine Gruppe SchĂŒler will herausfinden, wer einem beliebten MĂ€dchen das Pausenbrot gestohlen hat. Sie haben schnell jemanden in Verdacht und inszenieren sogar ein Gerichtsverfahren.

Ein Kinderbuch bringt auch Elke Heidenreich heraus. «Frau Dr. Moormann & ich» erzĂ€hlt davon, «wie eine Autorin, ein eigenwilliger Mops und eine Botanikerin Freundschaft schließen», schreibt der Hanser Verlag. Im Zentrum steht Frau Dr. Moormann, die an allem herummeckert und mit den Nachbarn Streit anfĂ€ngt. Dann aber bringt ein Mops eine neue Seite von ihr zum Vorschein.

@ dpa.de