Anwalt: Christina Block lieĂ Kinder nicht aus DĂ€nemark holen
08.01.2024 - 14:29:29Im Sorgerechtsstreit um zwei Kinder der Unternehmerin Christina Block hat der Anwalt der Hamburgerin eine Beteiligung seiner Mandantin an der gewaltsamen RĂŒckholaktion in der Silvesternacht bestritten. «Entgegen einiger Behauptungen hat sie zu keinem Zeitpunkt dritten Personen einen Auftrag erteilt, ihre geliebten Kinder mit Gewalt aus DĂ€nemark nach Hamburg zu verbringen», teilte Rechtsanwalt Otmar Kury in Hamburg mit.
Christina Block sei eine «absolut rechtstreue Persönlichkeit». Es werde nun aufgeklĂ€rt werden mĂŒssen, wer den Auftrag erteilt oder selbst gehandelt haben könnte. Eine Reihe von Menschen hĂ€tten der Mutter immer wieder Hilfe angeboten. Block ist die Tochter des GrĂŒnders der Restaurantkette Block House.
Hintergrund
Die 50 Jahre alte Unternehmerin und ihr Ex-Mann (49) streiten seit Jahren vor Gericht um das Sorgerecht fĂŒr zwei ihrer vier Kinder. Seit mehr als zwei Jahren leben die beiden Kinder bei ihrem Vater in DĂ€nemark, obwohl ein Gericht in Hamburg das Aufenthaltsbestimmungsrecht vorlĂ€ufig auf die Mutter ĂŒbertragen hatte. Die Regelung sollte bis zu einer Entscheidung in der Hauptsache gelten. Diese Entscheidung steht einem Hamburger Gerichtssprecher zufolge noch aus.
In der Silvesternacht hatten nach Angaben der dĂ€nischen Polizei Unbekannte den Vater in SĂŒddĂ€nemark nahe der deutschen Grenze angegriffen und den 10-jĂ€hrigen Jungen und das 13-jĂ€hrige MĂ€dchen in zwei Autos mitgenommen. AnschlieĂend habe sich herausgestellt, dass sich die Kinder bei der Mutter in Hamburg befanden, teilte die dĂ€nische Polizei weiter mit.
Kinder wieder in DĂ€nemark
Nach einem Eilantrag des Vaters hatte das Oberlandesgericht Hamburg am Freitag schlieĂlich eine einstweilige Anordnung erlassen, nach der die Kinder zu ihrem Vater zurĂŒckkehren mĂŒssen. Seine Mandantin habe daraufhin sofort ihre Kinder von ihm und unter Polizeischutz zur zustĂ€ndigen Polizeidienststelle fahren lassen, teilte Kury weiter mit. Seitdem sind die Kinder wieder in DĂ€nemark und wurden in die Obhut des Vaters ĂŒbergeben.
Zuvor hatten am Mittwochabend vergangener Woche die Hamburger Polizei und Vertreter des Jugendamts die Familie in Hamburg aufgesucht. Den Kindern ging es «augenscheinlich körperlich gut», wie eine Polizeisprecherin am vergangenen Donnerstag sagte.
Kury kritisierte die dĂ€nische Justiz scharf, da sie seiner Darstellung zufolge deutsche Gerichtsentscheidungen nicht respektiere und achte. DĂ€nemark hat nach Angaben des Berliner Familienrechtlers Peter Junggeburth als einziges EU-Land zwei wichtige Rechtsverordnungen der EuropĂ€ischen Union nicht ĂŒbernommen. So erkenne es Entscheidungen von Familiengerichten zum Sorgerecht in EU-PartnerlĂ€ndern nicht automatisch an.


