Schutz vor Missbrauch: Selbstbewusstsein der Kinder stÀrken
16.09.2023 - 03:38:30Eltern mĂŒssen nach Ansicht von Experten das Selbstbewusstsein ihrer Kinder stĂ€rken, um sie so besser vor Missbrauch zu schĂŒtzen. «Die Erfahrung, die Statistik und die Forschung sagen: Kinder, die selbstbewusst auftreten, sind viel besser geschĂŒtzt als Kinder, die sich klein machen», sagte Joachim TĂŒrk, VizeprĂ€sident des Deutschen Kinderschutzbundes.
Zuletzt hatte ein Fall aus dem rheinland-pfĂ€lzischen Edenkoben fĂŒr Aufsehen gesorgt. Ein 61-jĂ€hriger SexualstraftĂ€ter soll dort ein zehnjĂ€hriges MĂ€dchen auf dem Schulweg entfĂŒhrt und missbraucht haben. Dieser Fall hatte erneut die Frage aufgeworfen, was Eltern tun können, um ihre Kinder besser zu schĂŒtzen.
Zahlen und PrÀvention
Sexualisierte Gewalt findet laut Experten aber meist im sozialen Umfeld der Kinder oder im Internet statt. In Deutschland wurden 2022 rund 15.500 FĂ€lle von sexuellem Kindesmissbrauch angezeigt, wie aus der Polizeilichen Kriminalstatistik hervorgeht. Die Zahl der unentdeckten FĂ€lle im Dunkelfeld sei aber mutmaĂlich viel höher.
«Kinder sehen Erwachsene als AutoritĂ€tspersonen an. Sie mĂŒssen darin bestĂ€rkt werden, dass sie fremden Personen keine Antwort geben mĂŒssen oder selbstbewusst nein sagen dĂŒrfen», sagte Carina Kneip vom Leitungsstab PrĂ€vention beim rheinland-pfĂ€lzischen Landeskriminalamt der Deutschen Presse-Agentur. Das sei wichtig, weil es in anderen Situationen als unhöflich angesehen werde.
Den Schulweg einĂŒben, sogenannte Sicherheitsinseln wie Tankstellen oder SupermĂ€rkte mit dem Kind besprechen und sich an Absprachen halten - das kann laut Kneip zu einem sicheren Schulweg beitragen. Den Kindern mĂŒsse signalisiert werden: «Du darfst laut sein, du darfst laufen. Kinder sollen ruhig durch Schreien und Weglaufen auf sich aufmerksam machen und ganz aktiv nach Hilfe fragen.»
Kinder und Jugendliche mĂŒssten spĂŒren, dass man zu ihnen stehe und sie ernst nehme, sagte Kerstin Claus, UnabhĂ€ngige Beauftragte fĂŒr Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs. «Dazu gehört, dass wir ihnen ganz deutlich vermitteln, dass niemals sie Schuld haben an der sexuellen Gewalt. Denn die Verantwortung liegt immer ganz allein beim TĂ€ter beziehungsweise der TĂ€terin.»


