In Myanmar gehen nach dem Erdbeben die LeichensÀcke aus
01.04.2025 - 05:36:01 | dpa.deIn den von einem verheerenden Erdbeben verwĂŒsteten Regionen des BĂŒrgerkriegslandes Myanmar bleibt die Lage verzweifelt. Aus vielen Teilen der Welt treffen mittlerweile Spenden ein. Gleichzeitig wĂ€chst die Sorge, dass die regierende MilitĂ€rjunta die Gelder und Hilfsmittel fĂŒr andere Zwecke verwenden könnte, als fĂŒr Katastrophenhilfe. Das MilitĂ€r hatte sich Anfang 2021 an die Macht geputscht und regiert das frĂŒhere Birma mit brutaler HĂ€rte.
Junta fĂŒhrt weiter Luftangriffe durch
«Es ist noch unklar, ob die Junta, die in der Vergangenheit bereits auslĂ€ndische Hilfen behindert oder fehlgeleitet hat, die Gelder tatsĂ€chlich fĂŒr HilfsmaĂnahmen verwenden wird», schrieb das Nachrichtenportal Myanmar Now. Unter anderem hĂ€tten bislang China, GroĂbritannien, Indien und Russland sowie die Vereinten Nationen Hilfen oder Personal auf den Weg gebracht.Â
Auch die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) forderte, den Ăberlebenden des Erdbebens der StĂ€rke 7,7 sofort uneingeschrĂ€nkten Zugang zu humanitĂ€rer Hilfe zu gewĂ€hren und alle BeschrĂ€nkungen aufzuheben, die die Nothilfe behinderten. Stattdessen habe das MilitĂ€r auch in den vergangenen Tagen weiter Luftangriffe gegen Widerstandsgruppen durchgefĂŒhrt und den Internetzugang in den stark betroffenen Gebieten eingeschrĂ€nkt, was die humanitĂ€re Hilfe zusĂ€tzlich erschwere.
Keine LeichensÀcke mehr
«Die MilitĂ€rjunta Myanmars verbreitet weiterhin Angst, selbst nach einer schrecklichen Naturkatastrophe, die Tausende Menschenleben und Verletzte forderte», sagte Bryony Lau, stellvertretende Asien-Direktorin von Human Rights Watch. In der stark betroffenen Stadt Sagaing seien den RettungskrĂ€ften die LeichensĂ€cke ausgegangen, und die Stadt sei vom Geruch verwesender Leichen erfĂŒllt. «Selbst wenn sie alle drei Minuten eine Leiche einĂ€schern wĂŒrden, mĂŒssten sie rund um die Uhr arbeiten», hieĂ es.
Laut Junta liegt die Zahl der Todesopfer mittlerweile bei mehr als 2.000. Rund 3.900 Menschen wurden verletzt, 270 werden weiter vermisst. Jedoch schĂ€tzen Experten, dass die echten Zahlen noch viel höher sein könnten. Wegen der desaströsen Situation im Zuge des Putsches stellen sowohl die Infrastruktur als auch der Informationsfluss ein groĂes Problem dar.
«Die Zahl der Todesopfer ist absolut katastrophal. Und leider steigt sie weiter», zitierte Myanmar Now eine Sprecherin von UNOCHA (Amt der Vereinten Nationen fĂŒr die Koordinierung humanitĂ€rer Angelegenheiten) aus der gröĂten Stadt Yangon. SchĂ€tzungen zufolge lebten Millionen Menschen in den Gebieten, die vom Erdbeben und den zahlreichen Nachbeben betroffen waren.
Weitere Tote in Bangkok gefunden
Im benachbarten Thailand gehen derweil die Sucharbeiten an einem eingestĂŒrzten Hochhaus-Rohbau weiter. Das Beben war auch in Bangkok deutlich zu spĂŒren und beschĂ€digte viele GebĂ€ude, die ĂŒberprĂŒft werden mĂŒssen. Unter den TrĂŒmmern des 30-stöckigen Rohbaus seien fĂŒnf weitere Leichen entdeckt worden, die jedoch bisher nicht geborgen werden konnten, zitierte der Sender ThaiPBS World die EinsatzkrĂ€fte.
Damit liegt die Gesamttodeszahl in Bangkok jetzt bei ĂŒber 20. Die Retter sind mit Hundestaffeln, SonargerĂ€ten und Spezialkameras im Einsatz - jedoch gilt es mittlerweile als unwahrscheinlich, dass noch Ăberlebende gefunden werden. Mehr als 70 Menschen werden noch vermisst.
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