WHO-Chef: Elf FÀlle nach Hantavirus-Ausbruch auf «Hondius»
12.05.2026 - 12:06:36 | dpa.deNach dem Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff «Hondius» geht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) von bislang insgesamt elf FÀllen aus. Neun Menschen seien positiv auf das Virus getestet worden, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus in Madrid bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Spaniens MinisterprÀsidenten Pedro Sånchez. Bei zwei weiteren FÀllen gehe man ebenfalls von einer Infektion aus. In dieser ZÀhlung sind die drei TodesfÀlle auf dem Schiff enthalten.
SĂ€mtliche Betroffenen seien isoliert worden und stĂŒnden unter strenger Ăberwachung, um das Risiko einer weiteren Ăbertragung zu minimieren, betonte Tedros. Er stufte die Gefahr einer gröĂeren internationalen Ausbreitung als gering ein. Es sei aber möglich, dass «wir in den kommenden Wochen weitere FĂ€lle entdecken». FĂŒr die weitere Beobachtung seien nun die LĂ€nder verantwortlich, in die die Menschen gebracht worden seien.
Die WHO empfehle eine «strenge Ăberwachung» der Menschen - entweder zu Hause oder in geeigneten Einrichtungen - bis zum 21. Juni, erklĂ€rte Tedros weiter. Die Organisation habe Leitlinien fĂŒr den Umgang mit den evakuierten Passagieren ausgearbeitet. Die einzelnen Staaten könnten diese jedoch anpassen. «Sie haben auch ihre SouverĂ€nitĂ€t. Wir können sie nicht zwingen, unsere Protokolle zu ĂŒbernehmen», sagte der WHO-Chef.
 «Vom Beispiel Spaniens lernen»
Tedros wĂŒrdigte die von Spanien auf der Urlaubsinsel Teneriffa geleitete Operation zur Evakuierung Dutzender Passagiere und Crewmitglieder. «Spanien hat diese Operation sehr gut geleitet.» Trotz Sorgen der Regionalregierung und der Kritik der konservativen Opposition habe die spanische Zentralregierung beispielhafte SolidaritĂ€t gezeigt, so Tedros. «Die Welt braucht diese Art von Freundlichkeit und MitgefĂŒhl, wie sie die spanische Regierung gezeigt hat. Ich glaube, die ganze Welt sollte stolz auf diese Reaktion sein.» Er hoffe, «dass andere LĂ€nder vom Beispiel Spaniens lernen».
SĂĄnchez bedankte sich bei den rund 400 spanischen FachkrĂ€ften fĂŒr den Einsatz. Spanien habe seine Verpflichtungen gegenĂŒber den eigenen BĂŒrgern, aber auch gegenĂŒber dem Rest der Welt erfĂŒllt. Man wisse, dass «globale Herausforderungen wie Gesundheitskrisen keine Grenzen kennen» und internationale Zusammenarbeit sowie starke und gut ausgestattete Organisationen wie die WHO erforderten, betonte der sozialistische Politiker.
Die «Hondius» hatte am Sonntag den Hafen von Granadilla im SĂŒden Teneriffas erreicht. Mit SonderflĂŒgen wurden Menschen vom Schiff unter speziellen Sicherheitsvorkehrungen in ihre Heimat gebracht. Am Montagabend wurde die Evakuierung abgeschlossen. Das Schiff setzte anschlieĂend seine Fahrt mit einer Restmannschaft Richtung Niederlande fort.
Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von einem niederlĂ€ndischen Ehepaar ausging, das sich vor der Einschiffung in SĂŒdamerika angesteckt haben könnte. Bisher gibt es drei Todesopfer: das niederlĂ€ndische Ehepaar und eine deutsche Passagierin. Insgesamt waren nach WHO-Angaben fast 150 Menschen aus 23 LĂ€ndern auf dem Schiff.
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