Deutscher, Mallorca

Deutscher auf Mallorca wegen fahrlÀssiger Tötung vor Gericht

19.12.2024 - 13:18:33

Der Mann soll den Tod einer Flughafen-Mitarbeiterin provoziert haben, als es nach der Ankunft im Jahr 2019 zu einem Zwischenfall kam. Doch Zeugen wurden nicht vernommen und Videoaufnahmen gelöscht.

Ein deutscher Familienvater, der 2019 mit seiner Frau und seinen beiden Kindern auf der spanischen Ferieninsel Mallorca Urlaub machte, steht derzeit wegen fahrlĂ€ssiger Tötung vor Gericht. Wie der Anwalt des Angeklagten der Deutschen Presse-Agentur bestĂ€tigte, wird dem Mann vorgeworfen, nach der Ankunft in der Inselhauptstadt Palma eine Flughafen-Mitarbeiterin geschubst zu haben. Die Frau verstarb fĂŒnf Tage spĂ€ter im Krankenhaus.

Der Deutsche habe am Donnerstag vor einem Strafgericht in Palma ausgesagt, er habe die Frau nie angerĂŒhrt, sagte sein Anwalt Jaime Campaner weiter. Campaner plĂ€diert auf unschuldig. Die Staatsanwaltschaft fordert drei Jahre Haft sowie eine EntschĂ€digung in Höhe von 400.000 Euro fĂŒr die Familie der Verstorbenen. Das Urteil des Gerichts steht noch aus.

Drei MĂ€dchen sollen Vorfall beobachtet haben

Woher die Familie aus Deutschland kommt, ist nicht bekannt. Sie erreichte am 27. April 2019 Palma. Nach der Landung ging der 48-jĂ€hrige Vater den Angaben zufolge rauchen, wĂ€hrend seine Frau und die Kinder auf das GepĂ€ck warteten. Als der Mann wieder den gesicherten Bereich mit den GepĂ€ckbĂ€ndern betreten wollte, hielt ihn eine Mitarbeiterin des Sicherheitspersonals auf. Es kam zum Streit, im Zuge dessen soll der Deutsche die 64-JĂ€hrige angeschrien und gestoßen haben.

Die Angestellte stĂŒrzte demnach zu Boden und brach sich den Oberschenkelknochen. Da die Frau unter Herzproblemen litt, kam es zu Komplikationen bei der Operation im Krankenhaus. Die 64-JĂ€hrige ĂŒberlebte den Eingriff nicht.

Laut der Aussage eines Beamten der Polizeieinheit Guardia Civil sollen drei MÀdchen die Tat bezeugt und den Deutschen beschuldigt haben. Sie wurden aber weder von der Polizei noch vor Gericht vernommen. Auch wurde die Videoaufnahme des betreffenden Bereichs gelöscht, ehe die Ermittler Einsicht hatten.

@ dpa.de