Lokal-Einsturz, Mallorca

Lokal-Einsturz auf Mallorca: Zwei Deutsche unter Todesopfern

24.05.2024 - 09:49:56 | dpa.de

Des Deutschen liebste Partymeile wurde binnen Sekunden zum Ort des Schreckens: Beim Einsturz eines Restaurants am Ballermann gab es Tote - gebangt wird um das Leben von vielen Verletzten.

Beim Einsturz sind 16 Menschen verletzt worden, einige davon schwer. - Foto: Isaac Buj/EUROPA PRESS/dpa

Tragödie am Ballermann: Beim Einsturz eines voll besetzten Restaurants an der Playa de Palma auf Mallorca sind am Abend vier Menschen ums Leben gekommen. Unter den Opfern sind zwei deutsche Urlauberinnen im Alter von 20 und 30 Jahren. Zudem seien bei dem UnglĂŒck eine 23-jĂ€hrige Spanierin und ein 44 Jahre alter Mann aus dem Senegal ums Leben gekommen, teilte die Polizei in Palma mit.

16 Verletzte seien in KrankenhĂ€user gebracht worden, teilte die Polizei der bei deutschen Urlaubern sehr beliebten Mittelmeer-Insel mit. Sieben der Verletzten seien in kritischem Zustand, hieß es. Die neun restlichen seien alle schwer verletzt, aber außer Lebensgefahr.

Das UnglĂŒck erschĂŒtterte zu spĂ€ter Stunde nicht nur die Balearen, sondern ganz Spanien. In Madrid sprach MinisterprĂ€sident Pedro SĂĄnchez auf X, vormals Twitter, den Familien der Todesopfer sein Beileid aus und betonte: «Ich verfolge aufmerksam die Folgen des schrecklichen Einsturzes am Strand von Palma.»

Überlastung des ersten Stockwerks mögliche Ursache

Der Unfall geschah direkt am Strand, nur wenige Straßen von den Kultlokalen Megapark und Bierkönig entfernt. Das GebĂ€ude des Medusa Beach Club stĂŒrzte gegen 20.30 Uhr ein. Der erste Stock sei dabei sofort bis zum Keller eingebrochen, wo auch sehr viele GĂ€ste zu Abend gegessen hĂ€tten, berichteten «El PaĂ­s» und andere Medien unter Berufung auf Augenzeugen. Eine erste ÜberprĂŒfung habe ergeben, dass die Überlastung des ersten Stockwerks eine mögliche Ursache fĂŒr den Einsturz sei, sagte Feuerwehrchef GarcĂ­a.

Am frĂŒhen Morgen suchten EinsatzkrĂ€fte unter den TrĂŒmmern noch fieberhaft nach Opfern. Ein Polizeisprecher hatte aber kurz vor Mitternacht gute Nachrichten ĂŒbermittelt: «Mit 90-prozentiger Sicherheit» seien unter den TrĂŒmmern keine Opfer mehr, sagte er auf Nachfrage der dpa. Man werde aber so lange wie nötig suchen, sagte ein Beamter. Möglicherweise «noch viele Stunden».

Javier, ein Bewohner der Playa de Palma, war in unmittelbarer NĂ€he, als das GebĂ€ude an der Straße Cartago schnell wie ein Kartenhaus, aber mit lautem Getöse in sich zusammenfiel. «Es hörte sich wie eine Bombe an», erzĂ€hlte er einem Reporter der Regionalzeitung «Última Hora». Andere Menschen sagten, das GebĂ€ude sei erst «vor ein paar Jahren» renoviert worden. Der Teil im ersten Stock, der einstĂŒrzte, sei als Chill-out-Bereich benutzt worden.

Viele GĂ€ste im Restaurant zum Zeitpunkt des Einsturzes

Zum Zeitpunkt des Einsturzes seien viele GĂ€ste im Restaurant gewesen, das zum Teil auch als Cocktailbar mit Livemusik fungierte, berichteten Medien. EinsatzkrĂ€fte der Polizei, der Feuerwehr und der mallorquinischen Notfalldienste seien schnell vor Ort gewesen. Die angrenzenden Lokale und WohnhĂ€user wurden aufgrund von Einsturzgefahr evakuiert, das Gebiet abgeriegelt. Psychologen und Ärzte betreuten am UnglĂŒcksort noch Stunden nach dem Einsturz Leichtverletzte, Angehörige der Opfer und sichtlich mitgenommene Zeugen der Tragödie.

Bis zu 1000 Menschen hĂ€tten sich unmittelbar nach dem Einsturz vor dem Unfallort versammelt, berichteten die Regionalzeitungen «Diario de Mallorca» und «Última Hora». Angehörige von Mitarbeitern bangten um ihre Lieben, Schaulustige debattierten ĂŒber die möglichen Ursachen. Immer wieder musste die Polizei die Menge bitten, ruhig zu sein, damit die Rettungsteams die Stimmen möglicher Überlebender unter den TrĂŒmmern hören könnten.

Die regionale MinisterprĂ€sidentin Marga Prohens, der BĂŒrgermeister von Palma, Jaime MartĂ­nez, und der erste stellvertretende BĂŒrgermeister, Javier Bonet, fuhren ebenfalls schnell zum Strand, um sich vor Ort ein Bild von der Tragödie und den Rettungsarbeiten zu machen. BĂŒrgermeister MartĂ­nez rief eine dreitĂ€gige Trauer aus.

Nach dem Start der Party-Saison sind seit Ende April wieder zahlreiche Touristen am Playa de Palma, die - anders als die Besucher der englischen Partyhochburg Magaluf westlich von Palma - mehrheitlich aus Deutschland kommen.

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