Angriff auf Schule in der Türkei - Hinweise auf Einzeltat
16.04.2026 - 12:30:14 | dpa.deNach dem Angriff eines Achtklässlers an seiner Schule in der Südosttürkei mit mehreren Toten gehen die Behörden von einer geplanten Einzeltat aus. Bei der Auswertung des Computers des mutmaßlichen Schützen sei ein wenige Tage altes Dokument gefunden worden, das nahelege, dass der Schüler zeitnah eine größere Tat begehen wolle, teilte die Generalstaatsanwaltschaft von Kahramanmaras mit.
Der Schüler hatte am Mittwoch nach Angaben von Behörden an seiner Schule wahllos um sich geschossen und mehrere seiner Mitschüler und einen Lehrer getötet. Die Zahl der Toten wurde zuletzt mit neun angegeben. Wie die Generalstaatsanwaltschaft von Kahramanmaras mitteilte, handelt es sich dabei um die Zahl der Opfer des Angreifers. Auch der mutmaßliche Schütze ist offiziellen Angaben zufolge tot. Wie der 14-Jährige ums Leben kam, ist noch unklar.
Die Polizeidirektion in Ankara erklärte, nach ersten Erkenntnissen sei der Angriff an der Schule in Kahramanmaras am Mittwoch eine Einzeltat gewesen und habe keinen terroristischen Hintergrund. Die als Angreifer identifizierte Person habe als Profilbild auf WhatsApp das Foto eines Amokläufers verwendet, der im Jahr 2014 in den USA wahllos auf Passanten schoss.
Soziale Medien im Fokus
Gegen den Vater des Achtklässlers - offiziellen Angaben zufolge einen pensionierten Polizisten - sei Haftbefehl erlassen worden. Der mutmaßliche Täter hatte laut ersten Erkenntnissen bei dem Angriff die Waffen seines Vaters verwendet. Auch die Mutter war am Mittwoch festgenommen worden. Infolge des Vorfalls teilte das Innenministerium mit, dass Sicherheitsvorkehrungen an Schulen verschärft werden sollen.
In den Fokus der Ermittlungen gerieten zudem Beiträge in den sozialen Medien und in Chatgruppen, nachdem Berichten zufolge unter anderem Nutzer auf Telegram zu weiteren Angriffen an Schulen aufgerufen hatten. Die Polizei teilte mit, 940 Konten in den sozialen Medien sowie mehr als 90 Chatgruppen auf Telegram seien geschlossen worden. Zudem werde nach mehr als 80 Personen gefahndet. Ihnen werde unter anderem vorgeworfen, Verbrechen verherrlicht zu haben.
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