Vor allem Berlin und MĂŒnchen: Mehr Graffiti-Delikte bei Bahn
31.12.2024 - 04:30:36 | dpa.de
   In Berlin hat es auf Anlagen und an Fahrzeugen der Deutschen Bahn in diesem Jahr bundesweit die meisten Graffiti-Delikte gegeben. Bis Ende Oktober wurden dort 1.866 Taten angezeigt, wie die Bundespolizei in Potsdam der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. In der Bundeshauptstadt waren bereits in den zurĂŒckliegenden Jahren die meisten FĂ€lle verzeichnet worden â 2023 waren es 1.904 und 2022 insgesamt 1.657.
Als weitere Schwerpunkt-StĂ€dte listete die Bundespolizei fĂŒr das laufende Jahr bis Oktober MĂŒnchen mit 843 Delikten, Frankfurt am Main (233), Hamburg (225), Leipzig (202) und Dresden (179) auf.
Wie sieht es bundesweit aus?
Insgesamt stieg die Zahl der VorfĂ€lle 2024 im Vergleich zu den Vorjahren. Laut Bundespolizei wurden bis Ende Oktober 16.601 Graffiti-Delikte gemeldet â 2023 waren es insgesamt 15.845 und im Jahr davor 15.496. Am hĂ€ufigsten waren laut der Statistik Bahnhöfe betroffen. Die Zahl der TatverdĂ€chtigen im laufenden Jahr gab die Polizei mit 17.299 an â mehr als in den beiden Vorjahren.
Die Deutsche Bahn (DB) sei regelmĂ€Ăig Ziel von Graffiti und Vandalismus, sagte eine Bahnsprecherin. «Der finanzielle Schaden durch Graffiti liegt konstant bei rund zwölf Millionen Euro.» Die SicherheitskrĂ€fte der DB stellten jĂ€hrlich mehr als 3.200 TĂ€ter und TĂ€terinnen auf frischer Tat, ein Viertel davon seien Sprayer, die vor Ort der Bundespolizei ĂŒbergeben wurden, sagte die Sprecherin.
«Was den wenigsten klar ist: Auch wenn sie strafrechtlich unter das Jugendstrafrecht fallen und oft sogar ohne Strafe davonkommen, kann die DB den materiellen Schaden als zivilrechtliche Forderung ĂŒber 30 Jahre im Nachhinein geltend machen», erlĂ€uterte sie. So könnten noch Jahre spĂ€ter BetrĂ€ge von Tausenden Euro eingefordert werden. In ExtremfĂ€llen drohten im Falle einer Verurteilung bis zu zwei Jahre GefĂ€ngnis.
Wie aufwendig ist die Beseitigung der SchÀden?
Der Bahn zufolge sind von Schmierereien vor allem S-Bahnen, Nahverkehrs- und GĂŒterzĂŒge, BrĂŒckenpfeiler, BahnsteigzugĂ€nge und LĂ€rmschutzwĂ€nde betroffen. Die SchĂ€den wĂŒrden möglichst innerhalb von 24 Stunden beseitigt. Vor allem bei Hinweisschildern, Informationstafeln oder -vitrinen mit FahrplanaushĂ€ngen sei eine schnelle Entfernung des Graffitis wichtig, sagte die Sprecherin weiter. «Aufwand, Umweltbelastung und Kosten sind enorm.»
Die aufgesprĂŒhte Farbe wird der Bahn zufolge mit stark reizenden Chemikalien entfernt. Speziell geschulte Mitarbeiter mĂŒssten die einzelnen Farbschichten «in zeitintensiver und mĂŒhsamer Handarbeit Schicht um Schicht abtragen». FĂŒr die Reinigung eines Nahverkehr-Triebwagens benötigten zwei bis drei FachkrĂ€fte einen ganzen Arbeitstag. Die Neulackierung eines Triebwagens koste bis zu 30.000 Euro und dauere rund sieben Tage, schilderte die Bahnsprecherin. «In dieser Zeit fĂ€llt der Zug aus.»
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