Schwarzer, Tag

«Schwarzer Tag fĂŒr Island» - Lava erreicht Ort GrindavĂ­k

15.01.2024 - 04:48:18

Die Erde im SĂŒdwesten Islands kommt nicht zur Ruhe. Ein erneuter Vulkanausbruch hat den Ort GrindavĂ­k erreicht und dort schwere SchĂ€den angerichtet. Staat und Regierung machen den Ernst der Lage klar.

  • Menschen beobachten von Norden aus den Ausbruch des Vulkans in der NĂ€he von Grindavik. - Foto: Marco Di Marco/AP

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  • Die Lava beim Ausbruch des Vulkans auf Island. - Foto: Uncredited/Icelandic Civil Protection/AP/dpa

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Menschen beobachten von Norden aus den Ausbruch des Vulkans in der NĂ€he von Grindavik. - Foto: Marco Di Marco/APDie Lava beim Ausbruch des Vulkans auf Island. - Foto: Uncredited/Icelandic Civil Protection/AP/dpa

Nach dem zweiten Vulkanausbruch innerhalb von vier Wochen schaut Island erneut gebannt auf die Lage im evakuierten Ort GrindavĂ­k. Mehrere HĂ€user wurden bereits von einem Lavastrom erfasst und zerstört, nachdem das flĂŒssige Gestein bei der fĂŒnften Eruption im SĂŒdwesten der Nordatlantik-Insel seit 2021 erstmals auch den evakuierten KĂŒstenort erreicht hatte. Am Abend sprudelte weiterhin glutrote Lava aus zwei lĂ€nglichen Erdrissen.

«Heute ist ein schwarzer Tag fĂŒr GrindavĂ­k und heute ist ein schwarzer Tag fĂŒr ganz Island. Aber die Sonne wird wieder aufgehen», sagte MinisterprĂ€sidentin KatrĂ­n JakobsdĂłttir nach Angaben des islĂ€ndischen Rundfunksenders RÚV am Abend auf einem Pressebriefing des Zivilschutzes. «Zusammen werden wir diesen Schock und alles, was kommen mag, bewĂ€ltigen.» Zivilschutzchef VĂ­dir Reynisson sprach demnach davon, dass die Ereignisse noch lange in Erinnerung bleiben wĂŒrden und man vermutlich erst den Beginn einer Kette solcher Ereignisse sehe.

PrÀsident Jóhannesson: «Wir werden nicht aufgeben»

Islands PrĂ€sident Gudni Th. JĂłhannesson rief seine Landsleute in einer abendlichen Rede an die Nation auf, den Bewohnern von GrindavĂ­k beizustehen und sie zu unterstĂŒtzen. «Wir IslĂ€nder tun das gemeinsam. Wir werden nicht aufgeben», wurde er von RÚV zitiert.

Der 4000-Einwohner-Ort GrindavĂ­k war bereits evakuiert worden, als sich die erneute Eruption auf der Reykjanes-Halbinsel sĂŒdwestlich von Reykjavik mit einer abermaligen Erdbebenserie angekĂŒndigt hatte. Dann begann der Ausbruch schließlich, als erste Lava aus einem lĂ€nglichen Erdspalt einige Hundert Meter nördlich von GrindavĂ­k sprudelte.

Bereits wenige Stunden danach hatte sich ein regelrechtes Lavameer in dem Gebiet gebildet, das glutrot in der MorgendÀmmerung leuchtete. Die Wetterbehörde Vedurstofa teilte am Abend mit, dass der Erdriss rund 900 Meter lang sei.

Lava setzt HĂ€user in Brand

Bereits diese Lava kam GrindavĂ­k bedrohlich nahe. In den Mittagsstunden öffnete sich die Erde jedoch noch an einem anderen Ort - und zwar in einem gut 100 Meter langen Riss unmittelbar am nördlichen Stadtrand des Ortes. Von dort zog sich die Lava talabwĂ€rts, ehe sie mindestens drei HĂ€user in Brand setzte oder unter sich begrub. Da der Ort evakuiert war, bestand keine Gefahr fĂŒr Menschenleben - wohl aber fĂŒr das Hab und Gut der betroffenen Bewohner.

GrindavĂ­k liegt rund 40 Kilometer sĂŒdwestlich von Reykjavik. Der Ort war schon beim letzten Ausbruch Mitte Dezember in Mitleidenschaft gezogen worden - allerdings nicht durch die Lava, sondern durch etliche Erdbeben, die die Eruption angekĂŒndigt hatten. Die Beben hatten tiefe Risse in Straßen und andere SchĂ€den verursacht. Auch diesmal hatte die Wetterbehörde vor der Eruption eine intensive Erdbebenserie verzeichnet.

Stete Unsicherheit - Erde kommt nicht zur Ruhe

Zuletzt war es in dem Gebiet am spĂ€ten Abend des 18. Dezembers zu einem Ausbruch gekommen, als Lava zunĂ€chst aus einer zunĂ€chst mehrere Kilometer langen Erdspalte sprudelte. Die Eruption nahm aber innerhalb weniger Tage deutlich an IntensitĂ€t ab. Bereits vor Weihnachten war keine flĂŒssige Lava mehr an der ErdoberflĂ€che sichtbar. Die Bewohner von GrindavĂ­k konnten die Feiertage letztlich in ihren eigenen vier WĂ€nden verbringen - jedoch mit der steten Unsicherheit, weil die Erde unter ihnen nicht zur Ruhe gekommen war.

@ dpa.de