Erneuter Vulkanausbruch auf Island
14.01.2024 - 11:52:27 | dpa.deIsland erlebt seinen zwölften Vulkanausbruch innerhalb von gut vier Jahren. Auf der dĂŒnn besiedelten Reykjanes-Halbinsel sĂŒdwestlich der Hauptstadt Reykjavik öffnete sich am Morgen erneut die Erde, nachdem sich die bevorstehende Eruption erst wenige Stunden zuvor durch eine Erdbebenserie angedeutet hatte.
«Ein Ausbruch hat begonnen», teilte das islĂ€ndische Wetteramt kurz vor 4.00 Uhr (Ortszeit) mit. In Live-Aufnahmen des Rundfunksenders RĂV war zu sehen, wie glutrote Lava aus einem Hunderte Meter langen Erdspalt sprudelte. Diese Eruptionsspalte wurde im Laufe des Tages immer lĂ€nger, ehe sie nach Angaben des Wetteramtes in den Mittagsstunden eine LĂ€nge von schĂ€tzungsweise 2,4 Kilometern erreichte. ZusĂ€tzlich öffnete sich ein weiterer Riss in der Erde, der etwa 500 Meter lang war. Rund um die Spalten bildeten sich gröĂer werdende Lavafelder.
GĂŒnstiger Ausbruchsort
Experten sprachen von einem gĂŒnstigen Ausbruchsort: Eine Gefahr fĂŒr Menschen in dem nahe gelegenen Fischerort GrindavĂk oder Infrastruktur in der Region besteht daher nach bisherigem Stand nicht. Dennoch wurde ein gut besuchter Campingplatz in GrindavĂk nach RĂV-Angaben sicherheitshalber ebenso evakuiert wie andere Teile des Ortes sowie das wenige Kilometer entfernte Geothermalbad Blaue Lagune, das gerade unter Island-Urlaubern Ă€uĂerst beliebt ist.Â
Die Polizei hielt schaulustige Touristen davon ab, sich ins Gefahrengebiet aufzumachen. Viele Reisende verfolgten das Spektakel stattdessen aus sicherer Distanz. «NatĂŒrlich verstehen wir, dass das ein faszinierendes Ereignis ist, besonders fĂŒr Touristen, die nicht so sehr daran gewöhnt sind wie wir», wurde die lokale Polizeichefin MargrĂ©t KristĂn PĂĄlsdĂłttir von RĂV zitiert.
Keine Sorgen fĂŒr Flugreisende
Auswirkungen auf den Flugverkehr vom nahe gelegenen Flughafen Keflavik wurden erneut keine erwartet. So war es auch bei den vorherigen Eruptionen auf der Halbinsel gewesen - ganz anders als beim Ausbruch am Vulkangletscher Eyjafjallajökull, dessen Aschewolke den internationalen Luftverkehr im Jahr 2010 tagelang lahmgelegt hatte.Â
Auf der Reykjanes-Halbinsel sind VulkanausbrĂŒche lĂ€ngst keine Seltenheit mehr. Zuletzt war es dort Anfang April zu einer Eruption gekommen, die sich lange Zeit angekĂŒndigt hatte, dann aber nur wenige Tage andauerte. Der aktuelle Ausbruch ist der zwölfte seit dem FrĂŒhjahr 2021 und der neunte seit Ende 2023. Experten hatten jĂŒngst eigentlich erst fĂŒr den Herbst mit der nĂ€chsten Eruption gerechnet.
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