Fall Maddie: Suche beendet - Gerichtstermin fĂŒr VerdĂ€chtigen
06.06.2025 - 15:59:27Nach der Suchaktion im Fall der seit mehr als 18 Jahren verschwundenen Madeleine McCann in Portugal bleiben Ergebnisse weiter offen. «NĂ€here Informationen zu den HintergrĂŒnden werden derzeit nicht herausgegeben», hieĂ es zuletzt immer von der federfĂŒhrenden Staatsanwaltschaft in Braunschweig. Fragen nach einer Bilanz zur Suche im Bezirk Lagos im SĂŒden des Landes lieĂen die Ermittler zunĂ€chst unbeantwortet.Â
Am Donnerstagabend hatten Behörden in Portugal die MaĂnahme, an der seit Anfang der Woche portugiesische und deutsche Beamte teilnahmen, fĂŒr beendet erklĂ€rt. Die erste Suche etwa zwei Jahre nach der bisher letzten MaĂnahme in der beliebten Urlaubsregion war auf Ersuchen der deutschen Behörden gestartet worden.Â
Verlassene HĂ€user, Wasserbrunnen und Zisternen im FokusÂ
In dem circa 50 Hektar groĂen, abgesperrten Suchgebiet unweit des Algarve-Ortes Praia da Luz war unter anderem aus einer Ruine eines Hauses eine Kiste getragen worden, ĂŒber deren Inhalt jedoch nichts bekannt wurde, wie die Zeitung «Correio da Manhã» berichtete. Dem zuverlĂ€ssigen portugiesischen Blatt zufolge wurden bei der Suche mehrere verlassene HĂ€user sowie Wasserbrunnen und Zisternen in Augenschein genommen.
Das britische MĂ€dchen Maddie war am 3. Mai 2007 kurz vor seinem vierten Geburtstag spurlos aus einer Ferienanlage in Praia da Luz verschwunden. Deutsche Ermittler vermuten, dass es entfĂŒhrt und ermordet wurde. Sie verdĂ€chtigen den 48 Jahre alte deutschen Christian B., der aktuell wegen eines anderen Falls in einem deutschen GefĂ€ngnis sitzt.
Auslöser der Suchaktion bleibt unklarÂ
Nach «Spiegel»-Informationen könnte die neue Suchaktion unter anderem auf die Aussage eines MithĂ€ftlings des VerdĂ€chtigen zurĂŒckgehen. Vor Gericht hatte ein frĂŒherer Mitgefangener ausgesagt, B. habe ihm erzĂ€hlt, er sei mit einem MĂ€dchen aus einem Fenster gestiegen und habe sich dabei auf dem Fensterbrett abgestĂŒtzt. Inhaltliche Angaben zu den jahrelangen Ermittlungen macht die Staatsanwaltschaft Braunschweig aber nicht.Â
Die Strafverfolgungsbehörde aus Niedersachsen ist fĂŒr den Fall zustĂ€ndig, weil der VerdĂ€chtige seinen letzten Wohnsitz in Deutschland in der Stadt hatte. Der vorbestrafte SexualstraftĂ€ter verbĂŒĂt derzeit eine Haftstrafe wegen der Vergewaltigung einer damals 72-jĂ€hrigen Amerikanerin in Praia da Luz - dem Ort, in dem Madeleine verschwand. Es gibt aber keine Anklage gegen ihn im Fall Maddie und es gilt die Unschuldsvermutung. Der Mann könnte Anfang 2026 freikommen.
VerdĂ€chtiger im Herbst wegen anderer Sache vor GerichtÂ
Fest steht aber, dass Christian B. vorher noch mindestens einen Gerichtstermin hat. Am Landgericht Oldenburg ist am 27. Oktober ein Verfahren gegen ihn angesetzt, wie ein Gerichtssprecher der Deutschen Presse-Agentur bestĂ€tigte. Dem Angeklagten werde vorgeworfen, in Oldenburg einen JVA-Bediensteten beleidigt zu haben.Â
Das Amtsgericht der Stadt hatte B. dafĂŒr zu einer Freiheitsstrafe von sechs Wochen verurteilt. Weil sowohl die Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung Rechtsmittel dagegen einlegten, kommt es nun zur Berufungsverhandlung. Ăber den Prozesstermin im Herbst hatte zunĂ€chst die «Braunschweiger Zeitung» berichtet.





