Ursache, FlugzeugunglĂŒck

Suche nach Ursache fĂŒr FlugzeugunglĂŒck in USA

31.01.2025 - 04:00:44 | dpa.de

Die Ermittlungen zum Hintergrund des Flugzeugabsturzes in Washington laufen, und erste Details kommen ans Licht. US-PrÀsident Trump prescht vor mit Schuldzuweisungen. Doch Experten mahnen zu Geduld.

  • US-PrĂ€sident Donald Trump preschte mit Schlussfolgerungen vor und machte schnell Schuldige aus. - Foto: Alex Brandon/AP/dpa
    US-PrÀsident Donald Trump preschte mit Schlussfolgerungen vor und machte schnell Schuldige aus. - Foto: Alex Brandon/AP/dpa
  • Die Unfallermittlungsbehörde NTSB bat um Geduld bei der AufklĂ€rung. - Foto: Julio Cortez/AP/dpa
    Die Unfallermittlungsbehörde NTSB bat um Geduld bei der AufklÀrung. - Foto: Julio Cortez/AP/dpa
  • Nach Stunden fieberhafter BemĂŒhungen hatten die Behörden die Suche nach Überlebenden eingestellt. - Foto: Carolyn Kaster/AP/dpa
    Nach Stunden fieberhafter BemĂŒhungen hatten die Behörden die Suche nach Überlebenden eingestellt. - Foto: Carolyn Kaster/AP/dpa
  • Nach dem FlugzeugunglĂŒck in Washington lĂ€uft die Bergung von Todesopfern und die Suche nach der Ursache fĂŒr den Absturz. - Foto: Jose Luis Magana/AP/dpa
    Nach dem FlugzeugunglĂŒck in Washington lĂ€uft die Bergung von Todesopfern und die Suche nach der Ursache fĂŒr den Absturz. - Foto: Jose Luis Magana/AP/dpa
  • EinsatzkrĂ€fte haben dazu ein großes Gebiet abzusuchen.  - Foto: Uncredited/Maxar Technologies/AP/dpa
    EinsatzkrĂ€fte haben dazu ein großes Gebiet abzusuchen. - Foto: Uncredited/Maxar Technologies/AP/dpa
  • Das verheerende UnglĂŒck hat die US-Hauptstadt erschĂŒttert. - Foto: Jose Luis Magana/FR159526 AP/AP/dpa
    Das verheerende UnglĂŒck hat die US-Hauptstadt erschĂŒttert. - Foto: Jose Luis Magana/FR159526 AP/AP/dpa
  • Die Ursache der Kollision ist noch ungeklĂ€rt. - Foto: Petty Officer 2nd Class Taylor B/U.S. Coast Guard/dpa
    Die Ursache der Kollision ist noch ungeklÀrt. - Foto: Petty Officer 2nd Class Taylor B/U.S. Coast Guard/dpa
  • Die NTSB will in einem Monat einen ersten Bericht vorlegen. - Foto: Uncredited/NTSB/AP/dpa
    Die NTSB will in einem Monat einen ersten Bericht vorlegen. - Foto: Uncredited/NTSB/AP/dpa
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Nach dem verheerenden Flugzeugabsturz in Washington mit vermutlich 67 Toten lĂ€uft die Bergung von Leichen und die Suche nach der Ursache fĂŒr das UnglĂŒck. EinsatzkrĂ€fte durchkĂ€mmten den Fluss Potomac in der US-Hauptstadt, wo ein Passagierflugzeug und ein MilitĂ€rhubschrauber nach einer Kollision in der Luft abgestĂŒrzt waren. Sie fanden dort weitere Todesopfer. Laut CNN wurden bereits «Dutzende» Leichen geborgen, laut CBS News «mindestens 40», wie beide Sender unter Berufung auf EinsatzkrĂ€fte berichten. Die Behörden gehen davon aus, dass niemand ĂŒberlebt hat. 

Noch gibt es keine offiziellen Angaben zur Ursache. US-Medien berichteten von UnregelmĂ€ĂŸigkeiten bei der Flugsicherung zum Zeitpunkt des UnglĂŒcks. Eine offizielle BestĂ€tigung gab es dafĂŒr nicht. Die Unfallermittlungsbehörde NTSB hat mit Untersuchungen begonnen, warnte aber explizit vor voreiligen Schlussfolgerungen und bat um Geduld. US-PrĂ€sident Donald Trump preschte jedoch mit Schuldzuweisungen vor. 

Die Bergung der Todesopfer

Am Hauptstadtflughafen Ronald-Reagan-Airport (DCA) war am Mittwochabend eine Passagiermaschine der American Airlines beim Landeanflug mit einem MilitĂ€rhubschrauber zusammengeprallt. Beide stĂŒrzten ins Wasser. An Bord des Flugzeuges waren 60 Passagiere und 4 Crew-Mitglieder. An Bord des Hubschraubers waren 3 Besatzungsmitglieder. 

Nach EinschĂ€tzung der Behörden kamen alle 67 Menschen bei dem UnglĂŒck ums Leben. Es ist damit das folgenschwerste FlugzeugunglĂŒck in den USA seit rund 23 Jahren: Im November 2001 - wenige Wochen nach den TerroranschlĂ€gen des 11. September - stĂŒrzte eine Maschine der American Airlines kurz nach dem Start in New York ab. 260 Passagiere und Besatzungsmitglieder sowie 5 Menschen am Boden kamen damals ums Leben. Die NTSB fĂŒhrte das UnglĂŒck auf einen Fehler des Copiloten zurĂŒck. 

Über Nacht hatten RettungskrĂ€fte mit Booten und Tauchern im eiskalten Wasser des Potomac-Flusses nach Überlebenden gesucht - doch ohne Erfolg. Mehr als zwei Dutzend Tote wurden Behörden zufolge in den ersten Stunden aus dem Wasser gezogen. EinsatzkrĂ€fte Ă€ußerten sich zuversichtlich, am Ende alle Leichen bergen zu können. Dies könne jedoch lĂ€nger dauern wegen widriger Bedingungen und der Suche in einem grĂ¶ĂŸeren Gebiet unter Wasser.

Bericht ĂŒber UnregelmĂ€ĂŸigkeit im Kontrollturm

Die Flugschreiber der abgestĂŒrzten Passagiermaschine wurden inzwischen gefunden. Sie wĂŒrden nun ausgewertet, berichteten mehrere US-Medien. Experten erhoffen sich davon Erkenntnisse ĂŒber die Unfallursache. Hinweise auf KriminalitĂ€t oder Terrorismus gibt es bislang nicht. 

Die «New York Times» und andere US-Medien berichteten unter Berufung auf einen internen Bericht der US-Luftfahrtbehörde FAA, zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes sei ein Fluglotse auf gleich zwei Positionen im Kontrollturm des Ronald-Reagan-Airports eingeteilt gewesen. Der Lotse sei parallel sowohl fĂŒr Hubschrauber in der NĂ€he des Flughafens zustĂ€ndig gewesen als auch fĂŒr Flugzeuge auf den Start- und Landebahnen. Die Zuteilung im Kontrollturm sei «fĂŒr die Tageszeit und das Verkehrsaufkommen nicht normal» gewesen. 

Ermittler bitten um Geduld

Von der Unfallermittlungsbehörde NTSB gab es dazu keine Angaben - und generell bislang nur wenig Informationen. Nach Angaben der Behörde gab es einen sehr schnellen Aufprall der Passagiermaschine im Wasser und keine Hinweise darauf, dass beispielsweise noch Rettungsrutschen aktiviert worden seien. 

Derweil beziehen sich US-Medien auf Auswertungen von öffentlich zugĂ€nglichen Flugdaten, wonach der Hubschrauber höher geflogen sei als erlaubt. Die Obergrenze befinde sich auf diesen Strecken bei 200 Fuß (rund 60 Meter). Wenn sich der Helikopter auf dieser Höhe befunden hĂ€tte, wĂ€re er unter dem Flugzeug geflogen, weil dieses auf etwa 400 Fuß gewesen sei, sagte der ehemalige NTSB-Ermittler Greg Feith dem Sender CNN.

«Sie mĂŒssen uns Zeit geben», sagte die Behördenleiterin Jennifer Homendy. Die Ermittler hĂ€tten Daten und große Mengen an Informationen. Diese auszuwerten und zu verifizieren, dauere. Die Untersuchungen hĂ€tten erst begonnen. Rund 50 Ermittler seien an der UnglĂŒcksstelle im Einsatz. Ein anderer NTSB-Vertreter, Todd Inman, betonte ebenfalls, die Behörde werde nicht vorab ĂŒber die mögliche Ursache spekulieren. Ziel sei es, innerhalb von 30 Tagen einen vorlĂ€ufigen Bericht vorzulegen. 

Trump macht schnell Schuldige aus

US-PrĂ€sident Trump hatte sich zuvor öffentlich beklagt, dass es nach solchen UnglĂŒcken immer viel zu lange dauere, bis es Informationen zu deren Ursache gebe. «Wir wissen nicht, was zu diesem Absturz gefĂŒhrt hat», sagte der PrĂ€sident, «aber wir haben einige sehr starke Meinungen und Ideen.» Die gab er zum Besten, legte einen Fehler des Hubschrauberpiloten nahe und machte DiversitĂ€tsprogramme bei der Flugsicherung fĂŒr den Unfall mitverantwortlich.

Er argumentierte, der Hubschrauber hĂ€tte sein Tempo drosseln oder ganz stoppen, die Flughöhe verĂ€ndern oder abdrehen können. «Man hĂ€tte eine Million verschiedene Manöver machen können, aber aus irgendeinem Grund flog er einfach weiter.» Trump beklagte, die Besatzungsmitglieder im Helikopter hĂ€tten «sehen mĂŒssen, wohin sie fliegen».

Der PrĂ€sident beklagte auch, die Flugsicherung am Flughafen habe zu spĂ€t eine Warnung ausgesprochen. Er werde dafĂŒr sorgen, dass nur noch «die kompetentesten Leute des Landes» in KontrolltĂŒrmen an FlughĂ€fen arbeiteten. Sie mĂŒssten «brillant» sein im Umgang mit Computern und Grafiken und «psychologisch sehr, sehr klug».

Ausufernd wetterte Trump gegen DiversitĂ€tsprogramme bei der Flugsicherung. Die Programme bei der US-Luftfahrtbehörde FAA zielten darauf ab, «Menschen mit schweren geistigen und psychischen Behinderungen einzustellen». Personen mit eingeschrĂ€nktem Hör- oder Sehvermögen, fehlenden Gliedmaßen, LĂ€hmungen, Epilepsie, schweren geistigen Behinderungen und Zwergwuchs qualifizierten sich demnach alle fĂŒr die Position eines Fluglotsen, behauptete er. Trump griff auch explizit die Politik seiner demokratischen VorgĂ€nger Barack Obama und Joe Biden mit Blick auf die Flugaufsicht an.

Die Opfer an Bord

Bei dem Passagierflugzeug handelte es sich um eine Maschine der American Airlines, die in der Stadt Wichita im Bundesstaat Kansas gestartet war. Der MilitĂ€rhubschrauber wiederum war auf einem Übungsflug unterwegs. 

An Bord des Flugzeuges waren mehrere EiskunstlĂ€ufer, Trainer sowie deren Angehörige. Sie seien auf der RĂŒckreise von einem Trainingslager gewesen, das im Rahmen der nationalen Meisterschaften in Wichita in Kansas stattgefunden habe, teilte der US-Eiskunstlaufverband mit. Mehrere der Opfer waren Kinder oder Jugendliche. Auch zwei russische Ex-Weltmeister im Paarlaufen, die zuletzt als Trainer in den USA arbeiteten, saßen in der Maschine.

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