Teneriffa, Griechenland und Kanada kÀmpfen gegen BrÀnde
21.08.2023 - 08:28:24Nach den verheerenden WaldbrÀnden auf Hawaii mit mindestens 114 Toten kÀmpfen EinsatzkrÀfte in mehreren LÀndern weiter gegen heftige Feuer. Vor allem auf der bei Urlaubern beliebten Kanaren-Insel Teneriffa, in Griechenland und in mehreren Provinzen Kanadas brennt es weiter.
Auf Teneriffa erfassten die Flammen bereits etwa 120 Quadratkilometer Natur - das entspricht gut 16.000 FuĂballfeldern oder fast sechs Prozent der spanischen Atlantik-Insel. In Griechenland und Kanada dagegen gab es Hoffnung auf eine baldige Entspannung.
Teneriffa
Bei der BekĂ€mpfung des verheerenden Waldbrandes auf Teneriffa sind Fortschritte erzielt worden. «Das Schlimmste ist vorbei», sagte am Montag der kanarische Regierungschef Fernando Clavijo. Noch könne man zwar nicht behaupten, dass das Feuer unter Kontrolle sei. Aber man sei dabei, es «an allen Fronten zu stabilisieren», betonte Clavijo. Man hoffe, dass zahlreiche der rund 1300 Evakuierten bereits am Montag in ihre HĂ€user im betroffenen Norden und Nordosten der Insel zurĂŒckkehren können.
Vor Clavijo hatte sich der Chef fĂŒr die FeuerbekĂ€mpfung, Federico Grillo, Ă€hnlich zuversichtlich geĂ€uĂert. «Das Potenzial des Feuers nimmt ab», wurde Grillo von der Regionalzeitung «El DĂa» zitiert. Am Montag wollte der spanische MinisterprĂ€sident Pedro SĂĄnchez auf die Insel fliegen, um sich vor Ort ein Bild der Lage zu machen.
Die Flammen erfassten bisher im Norden und Nordosten Teneriffas gut 12 800 Hektar Natur, was circa 18 000 FuĂballfelder oder rund sechs Prozent des Territoriums der spanischen Atlantik-Insel entspricht. Eine Ausbreitung wurde seit Sonntagabend aber vorerst nicht registriert. Rund 13 000 Menschen folgten nach amtlicher SchĂ€tzung dem Evakuierungsaufruf der Behörden. Einige hundert hĂ€tten aber am Sonntag bereits in ihre HĂ€user zurĂŒckkehren können, hieĂ es.
Bereits am Sonntagabend hatte Clavijo Hoffnung verbreitet. Dank der hervorragenden Arbeit der Löschmannschaften und der besseren Klimabedingungen sei man dabei, das Feuer an mehreren Flanken unter Kontrolle zu bringen, sagte er. Die Winde wĂŒrden zunehmend schwĂ€cher, die Temperaturen niedriger und die Luftfeuchtigkeit höher.
Die Feuerwehr Teneriffas sprach auf der Plattform X, vormals Twitter, von einer «ruhigen Nacht» ohne besondere ZwischenfÀlle. Die Flammen werden von mehr als 300 EinsatzkrÀften bekÀmpft, die zum Teil auch nachts pausenlos tÀtig sind. Nach Tagesanbruch wurden wieder Lösch-Flugzeuge und Hubschrauber eingesetzt. Deren Zahl wurde inzwischen auf 24 erhöht. Nach Behördenangaben hat das Feuer bisher kein Haus zerstört. Es gab demnach auch keine Verletzten.
Nach Angaben des kanarischen Regierungschefs handelt es sich um einen der schwersten BrĂ€nde auf Teneriffa in den vergangenen 40 Jahren. Inzwischen sieht es die Polizei als erwiesen an, dass das Feuer auf Brandstiftung zurĂŒckzufĂŒhren ist. Regierungschef Clavijo hofft, dass der oder die TĂ€ter bald identifiziert werden können.
Griechenland
Athen (dpa) - In Griechenland ist am Montag der Kampf gegen mehrere groĂe Wald- und BuschbrĂ€nde fortgesetzt worden. Ein neuer Brand entwickelte sich in der Nacht in der Region Böotien westlich von Athen. Dort wurde am Montagmorgen der Strandort Paralia Saranti evakuiert. FĂŒr die Region Attika, in der die Hauptstadt Athen liegt, sowie die angrenzenden Regionen galt laut griechischem Zivilschutz am Montag die höchste Stufe der Brandgefahr. Dort wehten am Vormittag stĂŒrmische Winde, die auch in den nĂ€chsten Tagen anhalten sollen.
«Der Wind ist unser gröĂter Feind», sagte ein Sprecher der Feuerwehr dem Staatssender ERT. Weil es in den betroffenen Gegenden teils seit Monaten nicht geregnet hat, ist die Vegetation ausgedörrt. Fangen Pflanzen und BĂ€ume Feuer, treibt der Wind die Flammen so schnell voran, dass die Feuerwehr zunĂ€chst kaum eine Chance hat.
Die Feuer nahe der nordostgriechischen Hafenstadt Alexandroupolis konnten zwischenzeitlich weitgehend unter Kontrolle gebracht werden. Sie seien jedoch immer noch gefĂ€hrlich, berichtete der Staatssender. Dort waren am Wochenende vorsorglich zwölf Dörfer und Siedlungen evakuiert worden. Viele Menschen hĂ€tten jedoch mittlerweile zurĂŒckkehren können, hieĂ es.
Kanada
Im Westen Kanadas haben Wind, Trockenheit und Hitze auch am Sonntag (Ortszeit) die WaldbrĂ€nde Medienberichten zufolge weiter angefacht. In dem besonders betroffenen Ort West Kelowna am See Okanagan im SĂŒden der Provinz British Columbia sehe die Lage jedoch «endlich besser aus», sagte der dortige Feuerwehrchef Jason Brolund laut dem Sender CBC auf einer Pressekonferenz. Seinen Worten zufolge wurden in der Gemeinde in einem Zeitraum von 24 Stunden keine weiteren HĂ€user mehr zerstört. Kanadas Premierminister Justin Trudeau kĂŒndigte an, Soldaten und AusrĂŒstung in die Provinz zu entsenden.
Ein gröĂeres Feuer, das unter anderem West Kelowna bedroht, erstreckte sich nach SchĂ€tzungen der Behörden am Sonntag ĂŒber eine FlĂ€che von 11 000 Hektar. Etwa 150 Kilometer weiter nördlich hatten sich am Samstag zwei BrĂ€nde Behörden zufolge zu einem Feuer der GröĂe von mehr als 41 000 Hektar vereint. Betroffen sei die Region um den See Shuswap, teilten die Behörden mit.
WaldbrĂ€nde sind in vielen Regionen Kanadas ĂŒblich. Derzeit erlebt man aber die schlimmste bekannte Saison in der Geschichte des Landes. Experten sehen die extremen Feuer auch als Folge der Klimakrise, die unter anderem zu ausgetrockneten Böden gefĂŒhrt habe.









