Tiefe, Trockene

Aus der Tiefe ins Trockene - U-Boot findet Zuhause im Museum

28.07.2024 - 04:00:41

Die letzte Fahrt von U17 fĂŒhrt ĂŒber Land. Nach einem ungewöhnlichen Transport kommt das aussortierte U-Boot am Ziel an. Hinter ihm liegen auch bange Momente.

  • Eine faszinierende Reise geht nach ĂŒber einem Jahr zu Ende. (Archivfoto) - Foto: Uwe Anspach/dpa

    Uwe Anspach/dpa

  • Wohl ab 2025 soll U17 im Museum zugĂ€nglich sein (Archivfoto) - Foto: Uwe Anspach/dpa

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  • Bei Ortsdurchfahrten zĂ€hlte oft jeder Zentimeter. (Archivfoto) - Foto: Uwe Anspach/dpa

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  • Mit grĂ¶ĂŸter PrĂ€zision wurde das U-Boot durch die niedrigen Bögen manövriert. - Foto: Uwe Anspach/dpa

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  • Museumsleiter: «Seltene Gelegenheit, ein solches Fortbewegungsmittel aus nĂ€chster NĂ€he zu erleben.»  (Archivfoto) - Foto: Uwe Anspach/dpa

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Eine faszinierende Reise geht nach ĂŒber einem Jahr zu Ende. (Archivfoto) - Foto: Uwe Anspach/dpaWohl ab 2025 soll U17 im Museum zugĂ€nglich sein (Archivfoto) - Foto: Uwe Anspach/dpaBei Ortsdurchfahrten zĂ€hlte oft jeder Zentimeter. (Archivfoto) - Foto: Uwe Anspach/dpaMit grĂ¶ĂŸter PrĂ€zision wurde das U-Boot durch die niedrigen Bögen manövriert. - Foto: Uwe Anspach/dpaMuseumsleiter: «Seltene Gelegenheit, ein solches Fortbewegungsmittel aus nĂ€chster NĂ€he zu erleben.»  (Archivfoto) - Foto: Uwe Anspach/dpa

Von den Weiten der Meere in die Hallen der Technikgeschichte: Das ehemalige Marine-U-Boot U17 wird nach einer abenteuerlichen Reise ĂŒber Wasser und Land am heutigen Sonntag in seinem neuen Heimathafen erwartet. KĂŒnftig soll der mĂ€chtige Stahlkoloss im Technik Museum Sinsheim zu sehen sein. Wohl ab 2025 haben Besucher dann die Gelegenheit, ein U-Boot von allen Seiten zu inspizieren – ohne nass zu werden.

Gut ein Jahr war das respekteinflĂ¶ĂŸende AusstellungsstĂŒck seit dem Start in Kiel unterwegs, mal fest verzurrt auf einem massiven Schwimmponton, dann huckepack auf einem Schwertransporter mit 30 Achsen. Nun findet die Reise ein Ende. Was normalerweise eine Heimat der Technikgeschichte ist, wird fĂŒr einen Tag zum Ort eines spektakulĂ€ren Transports.

Nadelöhr NeckarbrĂŒcke

Die ÜberfĂŒhrung des rund 350 Tonnen schweren und fast 50 Meter langen GefĂ€hrts war eine logistische Herausforderung. Die Planung nahm Monate in Anspruch, denn U17 konnte nicht einfach auf einem Lastwagen oder auf der Schiene transportiert werden. Spezialisten aus mehreren Bereichen – von Ingenieuren ĂŒber Logistiker bis zu SicherheitskrĂ€ften – waren an der Vorbereitung beteiligt, um sicherzustellen, dass das GefĂ€hrt sein Ziel schadlos erreicht.

Als einer der spektakulĂ€rsten Momente gilt die Fahrt unter der Alten BrĂŒcke in Heidelberg hindurch. Mit millimetergenauer PrĂ€zision wurde das U-Boot durch die Bögen manövriert. Weil die NeckarbrĂŒcke niedrig ist, musste U17 um mehr als 70 Grad auf dem Schwimmponton gekippt werden. Mit Geschick meisterte die Crew dies. Auch die engen Ortsdurchfahrten stellten eine Schwierigkeit dar, bei der jeder Zentimeter zĂ€hlte.

Nach der Ankunft soll der maritime Oldtimer fĂŒr das Publikum vorbereitet werden. «Das U-Boot ergĂ€nzt im Technik Museum die Ausstellung um eine marinegeschichtliche Perspektive und bietet den Besuchern die seltene Gelegenheit, ein solches Fortbewegungsmittel aus nĂ€chster NĂ€he zu erleben», erklĂ€rte Museumsleiter Andreas Hemmer. Vermutlich ab Mitte 2025 können Besucher mehr ĂŒber das Leben an Bord sowie die EinsĂ€tze des U-Boots und seine Technik erfahren. Dann bekommen sie Einblick in die beengten Bedingungen der Besatzung und die Herausforderungen, die der Dienst unter Wasser mit sich bringt. 

Letzte Fahrt in den Kraichgau

U17 war von 1973 bis 2010 im Einsatz. GesprÀchen mit dem Bundesverteidigungsministerium und der Bundeswehr folgte ein Leihvertrag durch die Technik Museen Sinsheim Speyer. Vor mehr als einem Jahr hievte ein Portalkran dann das GefÀhrt in Kiel auf einen Schwimmponton, seitdem nÀherte es sich schrittweise seinem Ziel.

Tausende standen am Rheinufer in Baden-WĂŒrttemberg, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen und verfolgten den Transport des ungewöhnlichen Exponats zunĂ€chst zum Etappenziel Speyer (Pfalz). Dort wurden unter anderem tonnenschwere Batterien entfernt. Dann startete der stĂ€hlerne Riese Ende Juni zu seiner letzten Fahrt in den Kraichgau.

Wieder verfolgten viele Menschen zum Beispiel in Heidelberg, Bad Rappenau oder nachts entlang der gesperrten A6, wie sich das Boot fortbewegte. Das gesamte Projekt kostet den Museen zufolge rund zwei Millionen Euro und wird ĂŒberwiegend mit Spenden finanziert.

Wenn das rare Exponat in Sinsheim steht, wird nur ein U-Boot sĂŒdlicher in Deutschland zu sehen sein: U1, das erste U-Boot der Deutschen Marine. Es wurde 1906 in Kiel vom Stapel gelassen und befindet sich im Deutschen Museum in MĂŒnchen. Allerdings ist der Bereich noch einige Jahre geschlossen. Erst 2028 soll die Modernisierung abgeschlossen sein.
 

@ dpa.de