Pandemie, Klima

UN sieht Pandemie und Klima als Faktoren fĂŒr Tötungsdelikte

08.12.2023 - 14:33:26 | dpa.de

Die Opferzahlen durch vorsĂ€tzliche Tötung sind gestiegen - und zumindest einer der GrĂŒnde, die die UN dafĂŒr ausmacht, wird in Zukunft noch relevanter.

Der Klimawandel erhöhte laut einer UN-Studie auch die Gefahr von Tötungsdelikten. - Foto: Aguilar Abecassis/dpa
Der Klimawandel erhöhte laut einer UN-Studie auch die Gefahr von Tötungsdelikten. - Foto: Aguilar Abecassis/dpa

Die weltweite Zahl an vorsĂ€tzlichen Tötungen ist laut einer UN-Studie im zweiten Jahr der Corona-Pandemie auf 458.000 Menschen angestiegen. Der Wert von 2021 war der höchste seit zwei Jahrzehnten, wie das UN-BĂŒro fĂŒr Drogen- und VerbrechensbekĂ€mpfung (UNODC) in Wien berichtete. FĂŒr 2022 und 2023 liegen noch keine ausreichenden Daten vor.

Aus Sicht der UNDOC-Fachleute hĂ€ngt der Anstieg wĂ€hrend der Pandemie mit den negativen wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie zusammen. Außerdem trugen BandenkriminalitĂ€t und die Gewalt im Krisenstaat Myanmar zur erhöhten Opferzahl bei. Die Trends verliefen jedoch regional unterschiedlich. In Westeuropa nahm die Opferzahl vor allem wegen zunehmender TötungsfĂ€lle in Deutschland bereits 2020 zu und im Folgejahr wieder ab. In manchen afrikanischen LĂ€ndern wurde 2021 ein Anstieg beobachtet.

In Zukunft könnte der Klimawandel laut den UNODC-Fachleuten wegen hĂ€ufigeren Hitzetagen und schwindenden Ressourcen vor allem in Afrika und auf dem amerikanischen Kontinent zu mehr tödlicher Gewalt beitragen. «In Afrika sehen wir das schon jetzt», sagte UNODC-Chefanalystin Angela Me und verwies auf Gewalt im Zusammenhang mit DĂŒrre und Wasser in Westafrika.

Opfer bewaffneter Konflikte nicht einberechnet

Die UN-Statistik beinhaltet auch Opfer von Terrorismus und unrechtmĂ€ĂŸiger staatlicher Gewalt. Nicht eingerechnet werden Opfer von bewaffneten Konflikten. 2021 kamen fast vier Mal so viele Menschen durch vorsĂ€tzliche Tötungen ums Leben wie durch Konflikte.

Das Risiko, einem Tötungsdelikt zum Opfer zu fallen, liegt laut UNDOC auf dem amerikanischen Kontinent mit 15 pro 100.000 Einwohnern am höchsten, gefolgt von Afrika mit einem Faktor von 12,7. In Europa liegt der Wert nur bei 2,2.

Im Jahr 2021 waren insgesamt 81 Prozent der Getöteten mĂ€nnlich. In Regionen mit relativ geringer KriminalitĂ€t, wie zum Beispiel Europa, liegt der Anteil an weiblichen Opfern höher, weil Beziehungstaten und hĂ€usliche Gewalt eine relativ grĂ¶ĂŸere Rolle spielen. 2021 meldeten weltweit nur sieben europĂ€ische LĂ€nder mehr weibliche als mĂ€nnliche Opfer: Österreich, die Schweiz, Tschechien, Slowenien, Lettland, Norwegen und Island.

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
unterhaltung | 64370805 |