Deutschland, Mecklenburg-Vorpommern

Initiative: Wal soll in Nordsee freigelassen werden

29.04.2026 - 11:24:04 | dpa.de

Die private Initiative will den Wal in der Nordsee freilassen – gegen den Rat vieler Wissenschaftler. Wie stehen die Chancen fĂŒr das schwer geschĂ€digte Tier?

Transport mit ungewissem Ausgang: Wal wird Richtung Nordsee gebracht - Foto: Bodo Marks/dpa
Transport mit ungewissem Ausgang: Wal wird Richtung Nordsee gebracht - Foto: Bodo Marks/dpa

Der aus einer flachen Bucht vor Wismar geborgene Buckelwal soll nach Angaben der privaten Initiative in der Nordsee freigelassen werden. Wo genau, stehe noch nicht fest, sagte ein Mitglied der Initiative, das den Schleppverband begleitet, der Deutschen Presse-Agentur. Das Tier soll zudem mit einem Sender ausgestattet werden. Dies sei aber noch nicht geschehen. Wer spÀter Zugriff auf die Daten bekomme, konnte das Mitglied der Initiative zunÀchst nicht sagen. 

Der rund zwölf Meter lange und etwa zwölf Tonnen schwere MeeressĂ€uger hatte vier Wochen in der Bucht der Insel Poel festgesteckt. Gegen den Rat vieler Wissenschaftler versuchte die private Initiative seit Mitte April, den gestrandeten Wal zu bergen und lebend in die Nordsee oder den Atlantik zu bringen. Am Dienstag gelang es, das Tier in eine sogenannte Barge zu bugsieren. In diesem mit Wasser gefĂŒllten Lastschiff, das von dem Mehrzweckschiff «Fortuna B» gezogen wird, ist es aktuell auf dem Weg in Richtung Nordsee.

Experten sehen kaum Überlebenschancen

Auf dem Schiffs-Ortungsdienst VesselFinder befand sich der Verband gegen 11.00 Uhr nördlich von Fehmarn ziemlich mittig zwischen der schleswig-holsteinischen Insel und der dÀnischen Insel Lolland. Nach PlÀnen der privaten Initiative soll der Wal in einer mehrtÀgigen Aktion um die Nordspitze DÀnemarks herum durch das Skagerrak in die Nordsee gebracht und dann freigelassen werden.

Offen ist nach Expertenansicht, ob der Wal den Transport ĂŒberstehen wird und ob er in der Nordsee oder im Atlantik wieder in Freiheit leben kann. Experten der Internationalen Walfangkommission (IWC) warnen vor einem Trugschluss. «Das Tier scheint schwer geschĂ€digt zu sein und dĂŒrfte selbst bei einer Verbringung in tieferes Wasser kaum ĂŒberleben», hieß es vom zustĂ€ndigen Expertengremium fĂŒr Strandungen.

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