Nun das Gebirge Parnitha: Feuer in Griechenland toben weiter
24.08.2023 - 05:23:20Trotz gewaltiger Anstrengungen von EinsatzkrÀften haben die Flammen nordwestlich von Athen gestern Abend den Nationalpark des nahe gelegenen Gebirges Parnitha erreicht. Wie der Feuerwehrsprecher Giannis Artopoios dem Sender ERT sagte, breitete sich das Feuer in einer Schlucht des Nationalparks und weiter Richtung Berge aus.
Nun gehe es darum, zu verhindern, dass die Flammen den «Kern» des Gebiets erreichten, der dicht mit Kefalonischen Tannen bewachsen sei - einer Tannenart, die es nur in Griechenland gibt.
«Unser Ziel ist es, zu verhindern, dass das Feuer den Tannenwald erreicht, der rund 3500 Hektar umfasst», sagte der griechische Generaldirektor fĂŒr WĂ€lder und Forst, Evangelos Goudoufas, der Tageszeitung «Kathimerini». Schon seit Dienstag hatten die Feuerwehrleute darum gekĂ€mpft, am Mittwoch wurden sie unter anderem von deutschen Löschflugzeugen unterstĂŒtzt.
Doch der starke Sommerwind «Meltemi» erschwerte die Löscharbeiten weiterhin im ganzen Land. Denn nicht nur in Athen, vor allem auch im Ă€uĂersten Nordosten des Landes im Nationalpark Dadia lodern die Flammen angeheizt durch starke Winde nahezu ungebremst.
Griechischer Minister droht Brandstiftern
Angesichts der schweren BrĂ€nde, die vermutlich vielfach auf Brandstiftung zurĂŒckzufĂŒhren sind, platzte dem griechischen BĂŒrgerschutzminister Vassilis Kikilias am Donnerstag der Kragen. «Was hier passiert, ist nicht nur unerhört, sondern obszön und kriminell», sagte er bei einer Krisensitzung in der Zentrale des Zivilschutzes vor Kameras und richtete sich dann direkt an die Brandstifter: «Sie begehen ein Verbrechen gegen das Land. Sie werden nicht verschont bleiben, wir werden Sie finden, Sie werden von der Justiz zur Rechenschaft gezogen.»
Konkret bezog sich Kikilias auf die BrĂ€nde am FuĂe des Gebirges Parnitha. Dort seien am Donnerstag von 08.00 Uhr morgens bis 12.00 Uhr mittags an verschiedenen Stellen insgesamt neun BrandanschlĂ€ge verĂŒbt worden. Der Minister zĂ€hlte die jeweils neuen Brandherde sowie die Versuche der Brandstiftung sogar mit genauen Uhrzeiten auf. Die TĂ€ter gefĂ€hrdeten WĂ€lder, Eigentum und vor allem Menschenleben, sagte er. Es handele sich um «asoziale Brandstifter». Die Polizei und auch der Geheimdienst wĂŒrden alles dafĂŒr tun, die TĂ€ter dingfest zu machen.
Noch am Mittwoch lagen gut 80 Prozent der FlÀche Griechenlands unter schweren, stinkenden Rauchwolken. Am Donnerstag soll es etwas besser werden - das besagt zumindest die Prognose zur Waldbrandgefahr, die tÀglich vom griechischen Zivilschutz ausgegeben wird. Demnach ist die Feuergefahr zwar in vielen Teilen des Landes «hoch» bis «sehr hoch», aber nicht mehr «extrem» wie noch zu Beginn der Woche.





