Ausweispflicht, Digitaltickets

Ausweispflicht und Digitaltickets in Berliner BĂ€dern

06.05.2024 - 14:12:53

Die vielen Wachleute kosten die Berliner BĂ€derbetriebe so viel Geld wie manche Beckensanierung. Um Tumulte zu vermeiden, sind sie aber nötig. Außerdem setzen die BĂ€der nun voll auf Digitalisierung.

Die ZĂ€une werden höher, die Polizei steht bereit, die Wachleute wurden erneut geschult und die Digitalisierung soll ihren Teil beitragen: Die Berliner BĂ€derbetriebe versprechen in diesem Sommer noch mehr Sicherheit, mehr Komfort und kĂŒrzere Warteschlangen besonders an heißen Tagen in den FreibĂ€dern. 

Erneut sollen 2,5 Millionen Euro fĂŒr zahlreiche Wachleute in der Sommersaison ausgeben werden, wie BĂ€der-Chef Johannes Kleinsorg und Innensenatorin Iris Spranger (SPD) am Montag ankĂŒndigten. Damit sollen Tumulte von renitenten Jugendlichen und jungen MĂ€nnern so weit wie möglich eingedĂ€mmt werden.

Zu den weiteren Sicherheitsmaßnahmen zĂ€hlen:

- Die umstrittene Ausweispflicht beim Eintritt wurde im vergangenen Jahr eingefĂŒhrt und bleibt. FĂŒr den Einlass in die SommerbĂ€der mĂŒssen BadegĂ€ste ab 14 Jahren Personalausweis, FĂŒhrerschein, SchĂŒlerausweis oder einen anderen Ausweis vorzeigen. 

- Die VideoĂŒberwachungen an den EingĂ€ngen bestimmter BĂ€der bleibt bestehen. Damit sollen Störer unter UmstĂ€nden auch im Nachhinein identifiziert werden können. Auch die Taschenkontrollen an den EingĂ€ngen bleiben. Pro Jahr gab es zuletzt meist etwa 150 Hausverbote wegen kleinerer ZwischenfĂ€lle. Straftaten waren aber eher selten der Grund, meistens ging es um VerstĂ¶ĂŸe gegen die Hausordnung und kleinere DiebstĂ€hle. Allerdings sind Hausverbote bei großem Andrang schwer zu kontrollieren.

- Weiterhin werden an heißen Tagen bis zu 20 Wachleute in den großen FreibĂ€dern eingesetzt. Insgesamt waren es in allen BĂ€dern an vollen Wochenenden bis zu 170 Mitarbeiter privater Wachfirmen. FĂŒr das Sicherheitspersonal habe es zusĂ€tzliche Schulungen unter anderem mit der Polizei und psychologische Beratungen gegeben. 

- Vor BĂ€dern mit ZwischenfĂ€llen wird erneut an heißen Tagen die Polizei postiert, um schnell eingreifen zu können. Es gebe eine «direkte Verbindung» zur Polizei, sagte Kleinsorg. Wöchentliche Lagebesprechungen seien geplant.

- An einigen BĂ€dern werden die ZĂ€une um das GelĂ€nde erhöht, um das Überklettern zu verhindern. An bestimmten Stellen sollen ZĂ€une auch mit Kameras ĂŒberwacht werden.

- In den SommerbĂ€dern Neukölln und Pankow wird eine neue Hilferuf-App getestet, mit der BadegĂ€ste Wachleute alarmieren können. Die App soll laut einer Ausschreibung dazu beitragen, das SicherheitsgefĂŒhl zu verbessern. Mit einem Klick soll ein Alarm an das Sicherheitspersonal vor Ort geschickt werden, das dann durch Ortungstechnik zum genauen Standort geleitet wird, um zu helfen. Die beiden BĂ€der in Neukölln und Pankow waren diejenigen mit den meisten problematischen VorfĂ€llen. 

Eintrittskarten sollen laut den BÀdern möglichst im Internet gekauft werden: 

- KĂŒnftig können alle Tickets online gekauft und bezahlt werden. Sie sind zehn Prozent billiger als die anderen Eintrittskarten. An heißen Wochenenden sollen auch Mitarbeiter mit Handscannern zusĂ€tzlich BadegĂ€ste mit Digitaltickets einlassen. Damit sollen besonders die Kassen entlastet und die zum Teil langen Warteschlangen am Eingang vermieden werden. 

- In einem Testlauf wird es in fĂŒnf großen FreibĂ€dern in Pankow, Neukölln, Kreuzberg, Insulaner und Humboldthain von Juni bis August ab 10.00 Uhr gar keine Kassen und mit Bargeld gekaufte Eintrittskarten mehr geben, sondern nur den Einlass mit einem Digitalticket. 

- Auf der Internetseite der BĂ€derbetriebe können BadegĂ€ste dann sehen, ob BĂ€der aktuell eher leer, fast voll oder schon ganz voll sind. In einer Art Ampelsystem werden die BĂ€der mit den Farben GrĂŒn, Gelb, Orange und Rot angezeigt. Ab Orange werden online keine Karten mehr verkauft, ab Rot gibt es keinen Einlass mehr. 

@ dpa.de