Steinmeier beim Umweltpreis: Klima nicht vernachlässigen
26.10.2025 - 11:54:08 | dpa.de
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat dazu aufgerufen, angesichts anderer Probleme den Klimaschutz nicht zu vergessen. «Wir dĂĽrfen den Klimaschutz nicht vernachlässigen, nur weil er gerade einmal nicht das größte öffentliche Interesse findet oder weil spektakuläre Protestaktionen ausbleiben», sagte Steinmeier in Chemnitz bei der diesjährigen Verleihung des Deutschen Umweltpreises.Â
Der Bundespräsident lobte den «Pioniergeist, die spĂĽrbare Neugier und die Unerschrockenheit, Neues zu wagen» der Preisträger. Die mit einer halben Million dotierte Auszeichnung teilen sich in diesem Jahr eine Schweizer Klimaforscherin und ein Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen fĂĽr sein ressourcenschonendes Verzinkungsverfahren.Â
Dotiert mit einer halben Million Euro
Der Deutsche Umweltpreis wird jährlich von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) für besondere Leistungen zum Schutz und Erhalt der Umwelt vergeben. Nach DBU-Angaben ist er eine der höchstdotierten Umweltauszeichnungen Europas. Der Preis wird zum 33. Mal vergeben.
Die Schweizer Klimaforscherin Sonia Isabelle Seneviratne, Professorin an der ETH ZĂĽrich und Vizepräsidentin des Weltklimarats IPCC, hat laut DBU neue Erkenntnisse zum Klimasystem erarbeitet – insbesondere dazu, wie sich Bodenfeuchte, Pflanzen und Erderwärmung gegenseitig beeinflussen.Â
Das GeschäftsfĂĽhrungsduo Lars BaumgĂĽrtel und Birgitt Bendiek des Gelsenkirchener Stahlverzinkungsunternehmens Zinq erhalten die Auszeichnung fĂĽr die Entwicklung eines innovativen Verzinkungsverfahrens («Mikrozink»), bei dem Ressourcen und Energie im Korrosionsschutz gespart werden. Den Angaben zufolge kann mit dem Verfahren die Zinkdeckschicht um bis zu 80 Prozent reduziert werden.Â
Bogen zu Chemnitz als Kulturhauptstadt
Steinmeier schlug in seiner Rede auch den Boden vom Umweltschutz zu Chemnitz als diesjähriger europäischer Kulturhauptstadt. Deren Motto «C the unseen» - was so viel heiĂźt wie «Schau auf das Nichtgesehene», passe zum Deutschen Umweltpreis 2025, so Steinmeier – besonders mit Blick auf den Boden als Grundlage allen menschlichen Lebens. Steinmeier nahm damit Bezug zu Klimaforscherin Seneviratne, die mit den wenig sicht-, aber messbaren Zusammenhang zwischen Bodenfeuchte und Klimaveränderungen vor Augen fĂĽhre. Laut DBU lassen sich aus Werten fĂĽr die Bodenfeuchte etwa DĂĽrre-Prognosen und daraus wiederum Klimaanpassung ableiten.Â
DBU-Generalsekretär Alexander Bonde forderte, Umwelt- und Klimaschutz als Teil der Lösung für wirtschaftlichen Aufschwung zu begreifen. «Ökologie ist Motor der Ökonomie», so Bonde.
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