Tote, WaldbrÀnden

Bereits sieben Tote bei WaldbrÀnden in Portugal

17.09.2024 - 15:41:50

Dieses Jahr war Portugal von großen WaldbrĂ€nden weitgehend verschont geblieben. Nun zerstören viele Feuer aber eine FlĂ€che, die bereits doppelt so groß wie MĂŒnchen ist. Entwarnung ist nicht in Sicht.

Bei den seit Sonntag in Portugal wĂŒtenden WaldbrĂ€nden sind bereits sieben Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl der Verletzten lag in einer jĂŒngsten Bilanz des Zivilschutzes (ANEPC) bei mehr als 50, wie die Nachrichtenagentur Lusa berichtete. Mehr als 5.300 Feuerwehrleute, Angehörige des Zivilschutzes und Soldaten bekĂ€mpften demnach zuletzt mehr als 20 grĂ¶ĂŸere BrĂ€nde im Norden und im Zentrum des beliebten Urlaubslandes. Dabei seien insgesamt 21 Löschflugzeuge und Hubschrauber im Einsatz, hieß es. «Das ist wie das Ende der Welt», sagte eine betroffene Frau dem TV-Sender CNN Portugal.

EU-Partner schicken schnelle Hilfe

Die Löscharbeiten wurden von acht Löschflugzeugen unterstĂŒtzt, die die EU-Partner am Montag nach einem Hilferuf aus Lissabon geschickt hatten. Es sind je zwei Maschinen aus Spanien, Italien, Frankreich und Griechenland. Der ursprĂŒnglich nur bis Dienstagabend ausgerufene Waldbrandalarm wurde inzwischen von den zustĂ€ndigen Behörden bis Donnerstagabend verlĂ€ngert. «Wir werden in den nĂ€chsten Tagen eine harte Zeit haben. Wir mĂŒssen uns darauf vorbereiten», warnte MinisterprĂ€sident LuĂ­s Montenegro.

Im bisherigen Jahr war Portugal von grĂ¶ĂŸeren WaldbrĂ€nden verschont geblieben. Innerhalb von rund 48 Stunden wurden nun aber schon 62.000 Hektar Natur in Mitleidenschaft gezogen, wie Lusa unter Berufung auf das europĂ€ische Erdbeobachtungssystem Copernicus berichtete. Das sind 620 Quadratkilometer, was der doppelten FlĂ€che MĂŒnchens entspricht.

Drei Feuerwehrleute im Fahrzeug verbrannt

WĂ€hrend es vielerorts brannte, waren die Regionen Aveiro, Porto, Coimbra und Viseu am schlimmsten betroffen. Dort wurden alle sieben Todesopfer registriert: Zuletzt wurden in TĂĄbua im Bezirk Coimbra die Leichen von drei Feuerwehrleuten geborgen, deren Fahrzeug auf einem Waldweg von den Flammen erfasst wurde, wie BĂŒrgermeister Ricardo Cruz mitteilte. Die drei Insassen - zwei Frauen und ein Mann - seien alle verbrannt, hieß es. Zuvor waren in den Regionen Aveiro und Viseu ein Feuerwehrmann und drei Zivilisten ums Leben gekommen.

In Albergaria-a-Velha, Sever do Vouga und anderen Gemeinden der Region Aveiro wurden nach amtlichen Angaben mindestens vier Dutzend GebĂ€ude und unzĂ€hlige Fahrzeuge vom Feuer erfasst. Hunderte Menschen seien in Sicherheit gebracht worden. Vier Menschen wurden unter dem Verdacht der Brandstiftung festgenommen. Ob die Festnahmen in Zusammenhang stehen mit den aktuellen grĂ¶ĂŸeren BrĂ€nden, ist noch nicht bekannt.

Mehrere Autobahnen und einige Landstraßen waren am Dienstag weiterhin teilweise gesperrt. Der Zug- und der Fernbusverkehr wurden erheblich gestört. Der Rauch verdunkelte den Himmel ĂŒber der Regionalhauptstadt Aveiro und anderer Gemeinden. Die BĂŒrger wurden aufgerufen, zu Hause zu bleiben und möglichst wenig Wasser zu nutzen.

@ dpa.de