Tod nach Besuch in Tattoostudio - Prozess geplatzt
28.10.2024 - 12:22:06Ein 22 Jahre alter Mann lĂ€sst sich in einem nicht angemeldeten provisorischen Tattoostudio tĂ€towieren und stirbt wenige Tage spĂ€ter. Der Prozess gegen den 39 Jahre alten TĂ€towierer wegen fahrlĂ€ssiger Tötung ist im ersten Anlauf geplatzt. Das Amtsgericht Korbach hat das Verfahren am Montag zunĂ€chst ausgesetzt.Â
Hintergrund ist, dass ein im Ausland lebender geladener Zeuge nicht erschienen war und dessen Befragung in absehbarer Zeit nicht erfolgen kann. Die Verteidigung des Angeklagten erklĂ€rte, auf die Vernehmung des Zeugen nicht verzichten zu können. Auch der Verlesung des polizeilichen Vernehmungsprotokolls des Zeugen stimmte sie nicht zu. Der Prozess gegen den 39-JĂ€hrigen wird laut dem Vorsitzenden Richter frĂŒhestens Mitte 2025 neu begonnen.Â
Die Staatsanwaltschaft Kassel wirft dem Angeklagten vor, im MĂ€rz 2022 in seiner Wohnung den Unterarm des Verstorbenen tĂ€towiert zu haben. Dabei sollen gravierende HygienemĂ€ngel geherrscht haben. Unter anderem soll der Angeklagte keinen Mund-Nasen-Schutz getragen haben, kein Desinfektionsmittel sowie abgelaufene Farbe verwendet haben. Der tĂ€towierte Mann soll nur wenige Tage spĂ€ter eine Bakterieninfektion entwickelt haben, die ein septisches Multiorganversagen zur Folge hatte, das zum Tod des 22-JĂ€hrigen fĂŒhrte. Laut Anklage waren dafĂŒr die desolaten hygienischen VerhĂ€ltnisse wĂ€hrend des TĂ€towierens verantwortlich.


