Stichwaffen-Angriff, Schweiz

Stichwaffen-Angriff in der Schweiz: Mann psychisch auffÀllig

16.05.2024 - 17:20:12

Ein 43-jĂ€hriger Spanier soll am Mittwoch wahllos auf Passanten eingestochen haben. Die sechs Opfer befinden sich außer Lebensgefahr. Nun wurden erste Informationen zu dem Mann bekannt.

Nach der Stichwaffenattacke auf Passanten in Zofingen in der Schweiz sind Details zum mutmaßlichen TĂ€ter veröffentlicht worden. Es handle sich um einen 43 Jahre alten Spanier, der vermutlich erst vor wenigen Tagen eingereist sei, teilte die Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau mit. Der Mann zeige ein psychisch auffĂ€lliges Verhalten, hieß es. Es gebe keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund.  

Die sechs Angriffsopfer befinden sich außer Lebensgefahr, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Laut Polizei wurden zwei der sechs Menschen schwer verletzt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat sich der mutmaßliche TĂ€ter auch selbst verletzt. Er sei aber in einem stabilen Zustand, hieß es.

Zuvor hatte der Schweizer Sender SRF unter Berufung auf das Staatssekretariat fĂŒr Migration berichtet, dass der Spanier in der Schweiz am Montag einen Asylantrag gestellt und diesen einen Tag spĂ€ter wieder zurĂŒckgezogen habe. 

Was ist passiert?

Am Mittwochnachmittag ging ein Notruf bei der Polizei in der Kleinstadt Zofingen mit rund 12.500 Einwohnerinnen und Einwohnern etwa 50 Kilometer sĂŒdöstlich von Basel ein. Ein Mann steche wahllos auf Passanten ein und habe Menschen verletzt.  Er war den Angaben nach zunĂ€chst am Bahnhof und zog dann in Richtung eines Bildungszentrums weiter. Die Polizei sprach von «Hieb-/Stichwaffen» als Tatwaffe, ohne nĂ€here Angaben.   

Die Zeitung «Blick» sprach mit einem 18-JĂ€hrigen, der sich dort gerade aufhielt. «Wir hatten Unterricht und plötzlich ging die ZimmertĂŒr auf und eine Lehrerin kam rein, um uns zu warnen», erzĂ€hlte der junge Mann. «Sie sagte, dass sie angegriffen wurde.» Die Frau habe eine Wunde am Hals gehabt. 

In einem GebÀude verschanzt

Sicherheits- und RettungskrĂ€fte waren schnell vor Ort. Die Polizei sperrte das Gebiet rund um den Bahnhof ab. Eine Schule ganz in der NĂ€he, in der sich noch Menschen aufhielten, wurde gerĂ€umt. Der spĂ€ter Festgenommene verschanzte sich den Angaben nach zunĂ€chst in einem GebĂ€ude. Spezialeinheiten der Polizei konnten dort Kontakt zu ihm aufnehmen und ihn schließlich nach zwei Stunden festnehmen. Der Mann sei selbst auch verletzt gewesen und zur Versorgung seiner Wunden unter Bewachung in einem Krankenhaus behandelt worden. 

FĂŒr die Bevölkerung von Zofingen waren es bange Stunden. ZunĂ€chst konnte die Polizei nĂ€mlich nicht ausschließen, dass dort vielleicht eine koordinierte Attacke im Gange war. Sie rief die Menschen auf, zu Hause zu bleiben und TĂŒren und Fenster zu schließen. Am frĂŒhen Abend kam dann die Entwarnung: Es war nur ein TĂ€ter unterwegs gewesen. 

@ dpa.de