Nach Erdrutsch in Papua-Neuguinea lÀuft Hilfe schleppend an
25.05.2024 - 12:37:45Nach einem Erdrutsch werden im abgelegenen Hochland Papua-Neuguineas Hunderte Tote befĂŒrchtet. Das Dorf Yambali etwa sei unter den Erdmassen verschwunden, beschrieb die örtliche Zeitung «Post Courier» das UnglĂŒck. Mehrere Orte in der Provinz Enga sollen getroffen worden sein, als gegen 3 Uhr am Freitagmorgen (Ortszeit) ein Teil eines Berges abging.
Mindestens 300 Menschen galten als verschĂŒttet, berichtete das Medium unter Berufung auf Regierungsvertreter der Region. Mehr als 1000 HĂ€user und auch 5000 Schweine wurden demnach begraben. Offizielle Opferzahlen lagen bislang nicht vor.
Anwohner schĂ€tzten, dass mindestens 100 Menschen bei dem UnglĂŒck starben. Es könnten aber auch weitaus mehr sein. Medienangaben zufolge lebten im betroffenen Gebiet mehr als 3000 Menschen. SpĂ€rliche Aufnahmen vom UnglĂŒcksort zeigten, wie Anwohner ĂŒber gewaltige Felsbrocken kletterten und Leichen unter dem Geröll hervorzogen. Allerdings sollen bislang nur wenige Tote tatsĂ€chlich geborgen worden sein.
Hilfsorganisation CARE Australia eingetroffen
Anwohner setzten am Samstag die Suche nach VerschĂŒtteten unter extrem schwierigen Bedingungen fort. Laut der Hilfsorganisation CARE Australia gelang es einem Einsatzteam fĂŒr schnelle Hilfe, am Samstagmorgen die betroffenen Orte zu erreichen, wie der Sender BBC berichtete.
Der StraĂen-Zugang zum Dorf war CARE zufolge blockiert und die Gegend zunĂ€chst damit praktisch nur per Hubschrauber erreichbar. Zudem sei der Boden immer noch in Bewegung, es bestehe die Gefahr weiterer Erdrutsche.
Erdrutsche und Beben keine Seltenheit
Regionale EinsatzkrĂ€fte waren unterwegs ins Katastrophengebiet, um Anwohner mit Medizin und Lebensmitteln zu versorgen. Vor Ort fehlte es auch an schwerem GerĂ€t fĂŒr den Rettungseinsatz - am Freitag hatten die Menschen vor Ort Berichten zufolge mit Ăxten und Macheten versucht, VerschĂŒttete freizulegen.
Papua-Neuguineas MinisterprĂ€sident James Marape hatte am Freitag nach eigenen Aussagen Mitarbeiter des Katastrophenschutzes und MilitĂ€rs zur Hilfe ausgesandt. Die Regierungen von Australien und die USA erklĂ€rten, ihre LĂ€nder stĂŒnden bereit zu helfen.
Die Tropeninsel Papua-Neuguinea liegt nördlich von Australien. Wegen ihrer NĂ€he zum Ăquator sind schwere RegenfĂ€lle keine Seltenheit.
Zudem liegt der Inselstaat mit zehn Millionen Einwohnern auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, einer der seismisch aktivsten Gegenden der Erde. Immer wieder kommt es zu Erdbeben - so zuletzt vor wenigen Tagen, als ein Beben der StĂ€rke 4,5 die Provinz Enga erschĂŒtterte. Ob die ErdstöĂe mit dem nun erfolgten Erdrutsch in Zusammenhang stehen, war unklar.


