Warum ein Ebola-Patient in Berlin behandelt werden soll
20.05.2026 - 05:00:09 | dpa.de
Ein mit dem Ebola-Virus infizierter US-Amerikaner wird in einer Spezialstation der Berliner CharitĂ© versorgt. Der Mann hatte sich bei einem Ausbruch des Ebola-Fiebers in der Demokratischen Republik Kongo angesteckt. Die US-Behörden baten die Bundesregierung wegen der kĂŒrzeren Flugzeit nach Deutschland um Hilfe.
Wie gefĂ€hrlich ist es fĂŒr die Bevölkerung, wenn ein Ebola-Infizierter nach Deutschland kommt?
Weder fĂŒr die Bevölkerung noch fĂŒr Patientinnen und Patienten der CharitĂ©, wo der Mann behandelt werden soll, besteht Gefahr, wie das Bundesgesundheitsministerium betont. Der Patient werde vollstĂ€ndig isoliert auf einer Sonderstation aufgenommen und behandelt. Diese sei komplett vom regulĂ€ren Klinikbetrieb getrennt.
Auch im Umgang mit möglicherweise kontaminierten Materialien gelten demnach höchste Sicherheitsstandards. Das Abwasser werde in speziellen Tanks gesammelt, aufbereitet und neutralisiert. Die gebrauchten SchutzanzĂŒge und anderer MĂŒll werden demnach durch ein spezialisiertes Unternehmen entsorgt. DarĂŒber hinaus werde die Abluft des GebĂ€udes durch zwei Filtersysteme gereinigt, bevor sie nach auĂen geleitet wird.
Warum kommt der Patient auf die Sonderisolierstation der Charité?
Die Sonderisolierstation der CharitĂ© ist laut Ministerium die gröĂte Einrichtung dieser Art in Deutschland - und zudem die Einzige, die Infektiologie und Intensivmedizin miteinander verbindet. Das Personal trainiere zweimal im Monat AblĂ€ufe und Notfallszenarien. Die Station sei eine in sich geschlossene Einheit und ermögliche die Isolation von bis zu 20 Personen gleichzeitig, ohne die AblĂ€ufe des restlichen Krankenhauses zu beeintrĂ€chtigen.
Wie kann der Mann behandelt werden?
Welche Behandlung notwendig ist, hĂ€ngt vom Gesundheitszustand des Patienten bei der Aufnahme ab. Deshalb beginnt laut Ministerium zunĂ€chst eine tiefgehende Untersuchung und Diagnostik: Die rĂ€umliche NĂ€he zum Robert Koch-Institut sei dabei ein groĂer Vorteil. In einem Speziallabor könnten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem komplexe Blutuntersuchungen machen.Â
Am wichtigsten sei die Möglichkeit, den Patienten trotz höchster Schutzstufe intensivmedizinisch behandeln zu können - das erhöhe die Ăberlebenschancen deutlich. Dank neuer Behandlungsmethoden und Medikamente ist die Sterblichkeit laut Bundesgesundheitsministerium von ursprĂŒnglich rund 60 Prozent auf heute etwa 20 bis 30 Prozent gesunken.
Wie verlÀuft die Krankheit?
Die Ăbertragung von Ebola-Viren von Mensch zu Mensch erfolgt in aller Regel durch direkten Kontakt mit bereits erkrankten Personen oder deren KörperflĂŒssigkeiten. Die Krankheit beginne dann oft Ă€hnlich wie eine Grippe oder auch eine Durchfallerkrankung, sagt Fabian Leendertz vom Helmholtz Institut. Dann werde der Verlauf allerdings schwerwiegender. Letztlich sei die Todesursache in den meisten FĂ€llen Multiorganversagen.
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