Sinnen, Bluttat

«Ich war wie von Sinnen» - Mann gesteht Bluttat im Prozess

11.12.2024 - 10:59:42

Ein Ehepaar wird des Mordes angeklagt. Das Opfer war der Vater des Schwiegersohns. Zum Prozessauftakt lÀsst der Mann eine ErklÀrung verlesen - und nimmt alles auf sich.

  • Am Landgericht Karlsruhe wird wegen des mutmaßlichen Mordes an einem 63-JĂ€hrigen verhandelt. (Archivbild) - Foto: Uli Deck/dpa

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  • Angeklagt ist auch die Partnerin des nun gestĂ€ndigen Mannes.  - Foto: Uwe Anspach/dpa

    Uwe Anspach/dpa

Am Landgericht Karlsruhe wird wegen des mutmaßlichen Mordes an einem 63-JĂ€hrigen verhandelt. (Archivbild) - Foto: Uli Deck/dpaAngeklagt ist auch die Partnerin des nun gestĂ€ndigen Mannes.  - Foto: Uwe Anspach/dpa

Im Mordprozess gegen ein Ehepaar aus dem Kreis Karlsruhe hat der Mann die Tat gestanden. Er habe den Vater seines Schwiegersohns Anfang des Jahres getötet, weil er von diesem bedroht und angriffen worden sei. 

Er habe daraufhin den 63-JĂ€hrigen mit Pfefferspray besprĂŒht und «wie von Sinnen» auf diesen eingestochen, hieß es in einer ErklĂ€rung, die sein Anwalt vor dem Karlsruher Landgericht verlesen ließ. Hintergrund seien Auseinandersetzungen um die Trennung ihrer Kinder gewesen.

Die Staatsanwaltschaft hat die Tat dem Ehepaar gemeinsam vorgeworfen. Der 51-JĂ€hrige und die 45-JĂ€hrige hĂ€tten laut Anklage das Opfer Anfang des Jahres in einem WaldstĂŒck bei Kleinsteinbach (Kreis Karlsruhe) mit Pfefferspray kampfunfĂ€hig gemacht. Dann hĂ€tten sie ihn mit einem Klappmesser attackiert und durch 46 Stiche und Schnitte getötet.

Mann nimmt Tat auf sich

In der ausfĂŒhrlichen ErklĂ€rung nahm der Angeklagte die Tat ganz auf sich. «Ich habe schwer gesĂŒndigt», sagte er. Er bereue die Tat zutiefst und entschuldigte sich bei dem Schwiegersohn. Er allein trage die Verantwortung fĂŒr das Geschehen. 

Ein SpaziergĂ€nger hatte die Leiche des 63-JĂ€hrigen neben seinem Fahrzeug im Wald entdeckt. Rund zwei Wochen spĂ€ter wurden das verdĂ€chtige Ehepaar am Flughafen Straßburg festgenommen. 

Tochter hatte sich von ihrem Mann getrennt 

Die Tochter der beiden Angeklagten hatte sich im November 2023 nach kurzer Ehe von dem Sohn des getöteten 63-JÀhrigen getrennt. Der Angeklagte sagte aus, seine Tochter sei von ihrem Mann geschlagen und vom Schwiegervater bedroht worden. 

Die Große Strafkammer hat zehn weitere Verhandlungstermine angesetzt. Ein Urteil könnte das Schwurgericht demnach Ende Februar sprechen. Die Kammer hat 14 Zeugen und drei SachverstĂ€ndige geladen. Als NebenklĂ€ger ist der Sohn des Getöteten einem Gerichtssprecher zufolge am Verfahren beteiligt.

@ dpa.de