Warum Katzen an Möbeln kratzen - und was dagegen hilft
03.07.2024 - 06:00:37 | dpa.deKratzspuren an Sofas und SchrÀnken oder zerfledderte Lieblingsteppiche: Die scharfen Krallen ihrer Haustiere haben das Zeug, so manchen Katzenhalter nachhaltig zu frustrieren. In einer neuen Studie hat ein Forschungsteam untersucht, welche Faktoren das ungewollte Kratzen befördern und was sich dagegen tun lÀsst.
In der im Fachmagazin «Frontiers in Veterinary Science» vorgestellten Studie kommen die Forscherinnen und Forscher zu dem Schluss: Persönlichkeit, Spielverhalten, NachtaktivitÀt, mangelnde Routinen und nicht zuletzt Kinder im Haushalt haben einen Einfluss auf das Kratzverhalten der Vierbeiner. Vor allem das Stresslevel ist hier von Bedeutung, denn eine gestresste Katze kratzt eher, als eine entspannte.
Der richtige Ort fĂŒr den Kratzbaum
Dass KratzbĂ€ume fĂŒr die Katzen das Risiko der ungewollten Möbelkratzerei senken, ist nicht ĂŒberraschend. Die Forschenden fanden aber auch heraus, dass es einen Unterschied machen könnte, wo solche Kratzmöglichkeiten angebracht werden. Am sinnvollsten seien demnach Stellen im Zuhause, bei denen die Katze auf ihren RevierrundgĂ€ngen ohnehin regelmĂ€Ăig vorbeikommt. Ein prominenter Ort im Wohnzimmer oder auch in der NĂ€he des Lieblingsschlafplatzes könnte also besser geeignet sein als eine versteckte Ecke.
«Sichere RĂŒckzugsorte, erhöht gelegene BeobachtungsplĂ€tze und reichlich Spielmöglichkeiten zur VerfĂŒgung zu stellen, kann ebenfalls dazu beitragen, Stress abzubauen und die Katze zu eher konstruktiven AktivitĂ€ten zu bewegen», so Erstautorin Yasemin Salgirli Demirbas von der UniversitĂ€t Ankara.
Spielroutinen sind besser als wildes Austoben
Zwar betonen die Forschenden, wie wichtig das Spielen fĂŒr Hauskatzen als Jagdersatz und zum Ausleben ihrer Neugier ist. Besonders intensives Spielen - vor allem bei Nacht - sorge aber möglicherweise auch fĂŒr mehr Stress. Möbelkratzen könne eine Folge sein. Das gleiche gilt ĂŒbrigens, wenn nicht zu viel, sondern zu wenig gespielt wird. Hat die Katze kaum Möglichkeiten sich auszutoben, könne das zu Frustration und ebenso zu Kratzerei fĂŒhren.Â
Die Fachleute schlagen daher vor, Katzenhalter sollten versuchen, fĂŒr ihre Haustiere Routinen aufzubauen, wann sie mit ihnen spielen. Und auch die LĂ€nge der Spieleinheiten sei von Bedeutung: Sind sie zu lang, könnten sie das Stresslevel durch die dauerhafte Stimulation sogar erhöhen. «RegelmĂ€Ăige und kurze, interaktive Spieleinheiten und eine geeignete Spielzeugauswahl können Stress abbauen und somit unerwĂŒnschtes Kratzverhalten reduzieren», heiĂt es in der Studie. Diese Einheiten sollten sich fĂŒr die Katzen möglichst wie erfolgreiche Jagdszenen anfĂŒhlen.
Nicht alles lÀsst sich beeinflussen
Die Forschenden stellten allerdings auch fest: Wie viel eine Katze zerkratzt, hĂ€ngt auch maĂgeblich von ihrer Persönlichkeit ab â und die lĂ€sst sich natĂŒrlich schwer beeinflussen. Ist eine Katze sehr verspielt oder hat sowieso einen Hang zum Zerstörerischen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie den auch an Möbeln auslĂ€sst. Auch wenn Kinder im Haushalt leben, erhöhe das mutmaĂlich das Stresslevel und damit das Kratzrisiko.
In der Studie wurden 1200 Katzenhalter in Frankreich zu ihren Katzen und deren unerwĂŒnschtem Kratzverhalten befragt. Die Erkenntnisse stĂŒtzen sich also in erster Linie auf die Angaben der Befragten und nicht auf Beobachtungen der Forschenden.
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