Hessen, Berlin

SchlĂ€gerei bei Fußballturnier: Spieler fĂŒr hirntot erklĂ€rt

30.05.2023 - 20:57:20

Ein internationales Jugendturnier fĂŒr Fußballvereine endet an Pfingsten dramatisch: Bei einer SchlĂ€gerei wird ein 15-JĂ€hriger laut Polizei lebensgefĂ€hrlich am Kopf verletzt. Die Polizei sucht Zeugen.

Ein 15-JĂ€hriger aus Berlin wurde nach einer SchlĂ€gerei bei einem internationalen Fußball-Jugendturnier in Frankfurt fĂŒr hirntot erklĂ€rt. Das sagte ein Polizeisprecher am Dienstagabend. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.

Am Pfingstsonntag war es nach dem Abpfiff eines Spiels auf dem Sportplatz im Stadtteil Eckenheim gegen 16.10 Uhr zu einer SchlĂ€gerei zwischen Spielern einer französischen und einer Berliner Mannschaft gekommen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Vormittag gemeinsam mitgeteilt hatten. Dabei soll ein 16-jĂ€hriger Spieler der französischen Fußballmannschaft den Jugendlichen aus Berlin gegen den Kopf beziehungsweise den Hals geschlagen haben.

15-JĂ€hriger muss reanimiert werden

Der 15-JĂ€hrige sei zusammengebrochen und habe reanimiert werden mĂŒssen. Im Krankenhaus seien schwerste lebensgefĂ€hrliche Hirnverletzungen festgestellt worden.

Der mutmaßliche TĂ€ter wurde den Angaben zufolge festgenommen und kam am Montag in Untersuchungshaft. Die Polizei sucht nun Zeugen. Videos und Fotos könnten online an die Polizei geschickt beziehungsweise auf einer speziellen Seite hochgeladen werden.

Die Veranstalter des internationalen Jugendturniers kĂŒndigten auf ihrer Website an, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um ihren Beitrag zur AufklĂ€rung zu leisten. «Wir sind zutiefst erschĂŒttert ĂŒber die Ereignisse. Es ist unfassbar traurig. Wir sind am Boden zerstört. Die Gewalt auf den FußballplĂ€tzen muss ein Ende haben. Unsere Gedanken sind bei den Mitspielern und Eltern des Spielers», hieß es dort zudem.

Bei dem Turnier kickten ĂŒber Pfingsten Mannschaften auf verschiedenen PlĂ€tzen in Frankfurt. Auf dem betroffenen Platz fanden Spiele der Altersgruppen U9 (Jahrgang 2014 und jĂŒnger) bis U11 (Jahrgang 2012 und jĂŒnger) sowie U17 (Jahrgang 2006 und jĂŒnger) statt.

Der FC Metz schrieb auf seiner Homepage, der betroffene Nachwuchsspieler aus dem Leistungsprogramm des Vereins bestreite, den anderen Jugendlichen vorsĂ€tzlich verletzt zu haben. Der Verein und alle anwesenden Spieler und Eltern stĂŒnden den deutschen Behörden zur VerfĂŒgung, um die Ermittlungen voranzutreiben.

Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) schrieb auf Twitter: «Dass nach einem Fußballspiel in Frankfurt a.M. ein junger Spieler aus dem Leben gerissen wurde, macht mich fassungslos, lĂ€sst mich sprachlos zurĂŒck. Ich wĂŒnsche den Angehörigen, den Freundinnen & Freunden, dem Team unendlich viel Kraft in dieser dunkelsten Stunde.»

Der RBB zitierte Bernd Schultz, PrĂ€sident des Berliner Fußball-Verbands: «Unsere Gedanken und unser MitgefĂŒhl gelten in diesen schwierigen Stunden allen Angehörigen und den Teammitgliedern des betroffenen Spielers.» Man sei seit Sonntag im engen Austausch mit dem Berliner Verein, um diesem und dessen Mitgliedern, wo es gehe, zur Seite zu stehen.

«Wir sind schockiert darĂŒber, dass ein Jugendlicher durch Gewalt auf einem hessischen Fußballplatz um sein Leben kĂ€mpft. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen des Jungen», teilte die VizeprĂ€sidentin des Hessischen Fußball-Verbands, Prof. Dr. Silke Sinning, mit. «Wir verurteilen jegliche Form von Gewalt und arbeiten mit Fairplay Hessen daran, GewaltvorfĂ€lle im Rahmen des Fußballs so weit wie möglich einzudĂ€mmen», so Schatzmeister Jörn Metzler.

@ dpa.de