Der Mond ist ein bisschen Àlter als gedacht
18.12.2024 - 17:00:36Der Mond ist Analysen zufolge zwischen 80 und 180 Millionen Jahre Ă€lter als bislang angenommen. Wie ein Forscher-Trio aus den USA, Frankreich und Deutschland berichtet, hat die Gezeitenwirkung der Erde den Erdtrabanten vor 4,35 Milliarden Jahren noch einmal krĂ€ftig aufgeheizt. Dadurch sind groĂe Mengen an Magma aus dem Inneren an die OberflĂ€che gedrungen. Das Alter der meisten Gesteinsproben von der MondoberflĂ€che spiegele die Erkaltung dieses Magmas und nicht die Entstehung des Mondes wider, so die Wissenschaftler im Fachblatt «Nature».
Kurz nach der Entstehung der Ur-Erde vor etwa 4,5 Milliarden Jahren hatte es im Sonnensystem noch einmal gewaltig gekracht: Der marsgroĂe Himmelskörper Theia stieĂ mit der Ur-Erde zusammen. Der Zusammenprall katapultierte groĂe Mengen an glĂŒhendem Gestein aus Kruste und Mantel der beiden Himmelskörper ins Weltall - aus diesen Ăberresten der planetaren Katastrophe bildete sich der Mond.
Aber wann genau geschah das? Von den «Apollo»-Astronauten und einer Reihe unbemannter Missionen zur Erde gebrachte Gesteinsproben lieferten ein Alter von 4,35 Milliarden Jahren fĂŒr das Erkalten der MondoberflĂ€che. Deshalb galt dies bislang auch als Alter des Erdtrabanten. Doch die Forscher fanden auch kristalline EinschlĂŒsse im Mondgestein, sogenannte Zirkone, die Ă€lter waren. Das weckte Zweifel am angenommenen Mondalter.
Francis Nimmo von der University of California, Thorsten Kleine vom Max-Planck-Institut fĂŒr Sonnensystemforschung und Alessandro Morbidelli von der UniversitĂ€t Sorbonne prĂ€sentieren jetzt eine Lösung fĂŒr das Dilemma. Der frisch entstandene Mond zog seine Bahn demnach zunĂ€chst auf einer stark elliptischen Bahn sehr nahe an der Erde. Dabei durchlief der Erdtrabant eine Phase sehr starker GezeitenkrĂ€fte, die sein Inneres aufheizten, Magma an die OberflĂ€che transportierten und so fĂŒr eine scheinbare VerjĂŒngung sorgten.
Die Ăberlegungen der drei Forscher liefern nun ein Alter von 4,43 bis 4,53 Milliarden Jahren fĂŒr den Mond. Das, so betonen die Wissenschaftler, passe auch viel besser zu den dynamischen Modellen der Planetenentstehung im Sonnensystem.





