Kunde, Supermarkt

Kunde attackiert vor Supermarkt in Berlin zwei MĂ€nner

08.06.2025 - 12:35:39

Ein Kunde kauft sich Messer und Schere. Dann geht er vor dem Supermarkt auf zwei andere MĂ€nner los. Einer wird schwer verletzt. Es gibt viele Fragen.

Ein Mann hat vor einem Berliner Supermarkt zwei Passanten mit einem Messer attackiert und dabei einen 66-JĂ€hrigen schwer verletzt. Nach Angaben der Polizei gibt es bislang keinerlei Hinweise auf eine religiöse oder politische Motivation. Was den 40-JĂ€hrigen zu der Tat veranlasst habe, mĂŒsse aber noch geklĂ€rt werden, sagte ein Polizeisprecher. 

Der Mann mit slowenischer Staatsangehörigkeit wurde inzwischen in einem psychiatrischen Krankenhaus des Maßregelvollzugs untergebracht, wie ein Polizeisprecher nach der VorfĂŒhrung bei einem Haftrichter sagte. Zu den konkreten GrĂŒnden machte er zunĂ€chst keine Angaben. Die Polizei ermittelt bislang wegen gefĂ€hrlicher Körperverletzung. 

Messer zuvor im Supermarkt gekauft

Der 40-JÀhrige soll am Samstagabend vor der Tat in dem Supermarkt im Stadtteil Lichtenberg ein Messer und eine Schere gekauft haben. Dann soll er unmittelbar vor dem GeschÀft mit dem Messer auf einen 22-JÀhrigen losgegangen sein. Der junge Mann wich jedoch aus und blieb laut Polizei unverletzt. 

Wenige Meter weiter soll der Slowene auf den 66-JÀhrigen eingestochen haben. Das Opfer kam in ein Krankenhaus und wurde notoperiert. Sein Zustand sei stabil, sagte der Polizeisprecher. 

Der mutmaßliche TĂ€ter floh nach der Tat. Polizisten nahmen ihn aber wenig spĂ€ter in der NĂ€he fest. Nach Angaben der Polizei waren sie gegen 20.20 Uhr «zu einer verhaltensauffĂ€lligen Person» auf der Frankfurter Allee gerufen worden. Sie nahmen den Mann fest, der nach den Angaben als VerdĂ€chtiger des Messerangriffs identifiziert wurde. Laut Polizei hat der Mann keinen Wohnsitz in Berlin. 

Ähnliche Tat am Silvestertag in Berlin 

Die Tat erinnert an ein Geschehen am vergangenen Silvestertag in Berlin-Charlottenburg. Damals hatte ein wohnungsloser Syrer in einem Supermarkt zwei Messer gekauft und vor der TĂŒr völlig unvermittelt auf einen 69-JĂ€hrigen und einen 19-JĂ€hrigen eingestochen. Beide wurden verletzt. 

Der inzwischen 31-JĂ€hrige befindet sich in einem psychiatrischen Krankenhaus. Die Staatsanwaltschaft Berlin geht davon aus, dass eine psychische Erkrankung Hintergrund der Tat war. Um den 31-JĂ€hrigen dauerhaft in einem Krankenhaus des Maßregelvollzugs unterzubringen, hat die Staatsanwaltschaft im Mai beim Berliner Landgericht ein sogenanntes Sicherungsverfahren beantragt. 

Auch in MĂŒnchen kam es am Samstag zu einer Messerattacke, bei der zwei Menschen an der Theresienwiese verletzt wurden. Die Polizei schoss auf die 30 Jahre alte Angreiferin, sie wurde laut Polizei ins Krankenhaus gebracht und erlag dort ihren Verletzungen. 

Ausweitung von Waffen- und Messerverboten in Berlin

Berlin plant unterdessen eine Ausweitung bisheriger Waffen- und Messerverbote auf den öffentlichen Nahverkehr. Laut Innensenatorin Iris Spranger (SPD) wird der Senat von CDU und SPD noch im Juni die gesetzliche Grundlage beschließen. «Waffen und Messer haben im öffentlichen Personennahverkehr nichts verloren. Genau das stellen wir mit einer neuen Rechtsverordnung unmissverstĂ€ndlich klar», sagte Spranger der Deutschen Presse-Agentur. 

Die Ausweitung des Waffen- und Messerverbots hatte die Innenverwaltung Mitte April nach einer Videoschalte von Vertretern des Senats, der Polizei und Bundespolizei, der Verkehrsbetriebe (BVG) und der S-Bahn angekĂŒndigt. Zuvor war es zu einer tödlichen Messerattacke in einer U-Bahn in Berlin-Charlottenburg gekommen. 

Mit dem Verbot erhalte die Polizei die Möglichkeit, unabhĂ€ngig von konkreten Verdachtsmomenten zu kontrollieren, betonte Spranger. Bei VerstĂ¶ĂŸen seien hohe Bußgelder möglich. Wird die Verordnung wie geplant im Juni vom schwarz-roten Senat verabschiedet, könnte sie ab Mitte Juli in Kraft treten.

Verbotszonen elementarer Bestandteil der Berliner Strategie

«Die Ausweitung von Waffen- und Messerverbotszonen gehört als elementarer Bestandteil zur Berliner Strategie gegen MesserkriminalitÀt», betonte Spranger. Seit 15. Februar gilt so ein Verbot in drei Gebieten Berlins mit viel KriminalitÀt: im Görlitzer Park und am Kottbusser Tor in Kreuzberg sowie am Leopoldplatz im Wedding.

In diesen drei Zonen wurden laut Spranger seitdem rund 90 Messer aus dem Verkehr gezogen und fast 140 Ordnungswidrigkeiten erfasst. Die Polizei kann in solchen FĂ€llen Waffen und Messer einziehen und eine Geldbuße von bis zu 10.000 Euro verhĂ€ngen.

@ dpa.de