Toter bei FĂ€hrunglĂŒck - Griechischer Minister tritt zurĂŒck
11.09.2023 - 13:30:28Nach dem tragischen Tod eines Mannes, der vergangene Woche im griechischen Hafen PirĂ€us von Besatzungsmitgliedern einer FĂ€hre ins Meer gestoĂen worden und ertrunken ist, ist Schifffahrtsminister Miltiadis Varvitsiotis zurĂŒckgetreten.
Er wolle im Rahmen seiner Verantwortung Gerechtigkeit walten lassen, teilte der Minister auf der Social-Media-Plattform X (ehemals Twitter) mit.
Der Vorfall hatte das ganze Land schockiert: Am vergangenen Mittwoch war ein Mann in letzter Sekunde auf die Laderampe einer FĂ€hre im Hafen von PirĂ€us gesprungen, die gerade im Ablegen begriffen war. Der Passagier hatte sich verspĂ€tet, verfĂŒgte aber ĂŒber ein Ticket.
Ăberwachungskameras zeichneten auf, wie zwei Besatzungsmitglieder versuchten, den 36-JĂ€hrigen von der Rampe zurĂŒck auf den Kai zu drĂ€ngen, weil die FĂ€hre mit Ziel Kreta bereits die Leinen losgemacht hatte. In dem Gerangel stĂŒrzte der Mann schlieĂlich zwischen dem Heck der FĂ€hre und der Hafenmauer ins Meer und ertrank in den starken Strudeln des Schiffsmotors.
«Schiff der Schande»
FĂŒr besondere Irritation sorgte, dass der KapitĂ€n der FĂ€hre dennoch ablegte und erst auf Veranlassung der Hafenpolizei hin in den Hafen zurĂŒckkehrte. «Schiff der Schande» heiĂt die FĂ€hre seither in griechischen Medien. Fachleute wiesen darauf hin, dass die Pflicht zur Rettung von Menschen ĂŒber Bord gelte und die FĂ€hre ohnehin gar nicht erst hĂ€tte ablegen dĂŒrfen, solange die Rampe nicht geschlossen gewesen sei.
Die KĂŒstenwache nahm den KapitĂ€n und drei Besatzungsmitglieder noch am Abend des Vorfalls fest. Zwei Besatzungsmitglieder wurden mittlerweile vorerst wieder freigelassen. Der KapitĂ€n der FĂ€hre «Blue Horizon» der Reederei Attica Group und der Seemann, der den Passagier ins Wasser gestoĂen haben soll, blieben jedoch in Haft. Sie mĂŒssen sich unter anderem wegen fahrlĂ€ssiger Tötung und unterlassener Hilfeleistung verantworten.


