Baden-Württemberg, Kriminalität

Messerangriff im Elektronikmarkt: Angeklagter gesteht Tat

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 11:39 Uhr, dpa.de

Ein Messerangriff in einem Elektronikmarkt schockiert. Ein Mitarbeiter verliert fast sein Leben, zwei andere werden verletzt. Der Angeklagte räumt den Mordversuch ein – und nennt auch sein Motiv.

  • Angeklagt ist der 30-Jährige wegen versuchten Mordes.  - Bild: Stefan Puchner/dpa
    Angeklagt ist der 30-Jährige wegen versuchten Mordes. - Bild: Stefan Puchner/dpa
  • Vor Gericht räumte der Mann die Tat ein. - Bild: Stefan Puchner/dpa
    Vor Gericht räumte der Mann die Tat ein. - Bild: Stefan Puchner/dpa
  • Der Prozess ist bis Mitte August terminiert.  - Bild: Stefan Puchner/dpa
    Der Prozess ist bis Mitte August terminiert. - Bild: Stefan Puchner/dpa
  • Laut Anklage hat der Eritreer den Angestellten angegriffen, weil er schlechte Erfahrungen mit Mobiltelefonverkäufern gemacht hat.  - Bild: Stefan Puchner/dpa
    Laut Anklage hat der Eritreer den Angestellten angegriffen, weil er schlechte Erfahrungen mit Mobiltelefonverkäufern gemacht hat. - Bild: Stefan Puchner/dpa
  • Angeklagt ist der Mann wegen versuchten Mordes. (Archivbild) - Bild: Jason Tschepljakow/dpa
    Angeklagt ist der Mann wegen versuchten Mordes. (Archivbild) - Bild: Jason Tschepljakow/dpa
Angeklagt ist der 30-Jährige wegen versuchten Mordes.  - Bild: Stefan Puchner/dpa Vor Gericht räumte der Mann die Tat ein. - Bild: Stefan Puchner/dpa Der Prozess ist bis Mitte August terminiert.  - Bild: Stefan Puchner/dpa Laut Anklage hat der Eritreer den Angestellten angegriffen, weil er schlechte Erfahrungen mit Mobiltelefonverkäufern gemacht hat.  - Bild: Stefan Puchner/dpa Angeklagt ist der Mann wegen versuchten Mordes. (Archivbild) - Bild: Jason Tschepljakow/dpa

Ein 30-Jähriger hat vor dem Ulmer Landgericht den Mordversuch an einem Angestellten eines Elektrofachmarktes eingeräumt. Er habe aus «Frust, Wut und Verzweiflung gehandelt», ließ er über seinen Verteidiger am ersten Verhandlungstag erklären. Der Mann aus Eritrea steht wegen eines Messerangriffs in einem Elektronikmarkt vor dem Landgericht.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mordversuch und schwere Körperverletzung vor. Er soll Mitte Januar einen 25-jährigen Angestellten niedergestochen und lebensgefährlich verletzt haben. Auch zwei Kollegen des Mannes wurden verletzt. Der 30-Jährige ließ über seinen Verteidiger erklären, dass er die Taten einräume. Dies gelte auch für den Mordvorwurf. Er schäme sich dafür und können sich heute nicht erklären, wie es dazu kommen konnte.

Der Fall hatte für großes Aufsehen gesorgt. Der Fachmarkt gehört zu einem belebten Einkaufsgebiet mit einer Vielzahl von Geschäften vor der Ulmer Innenstadt. Es wird täglich von Tausenden aufgesucht.

Der 30-Jährige war nach der Tat aus dem Geschäft geflüchtet, dann aber von der Polizei gestellt worden. Als er laut Polizei das Messer nicht niederlegen wollte und stattdessen auf die Beamten losging, wurde er niedergeschossen und schwer verletzt. Er sitzt seit Januar in Untersuchungshaft.

Rache an Mobilfunkverkäufern?

Laut Anklage griff der Mann den Angestellten an, weil er schlechte Erfahrungen mit Mobiltelefonverkäufern gemacht hat. Aus Frust habe er deshalb in den Tagen zuvor ein Küchenmesser mit einer Klinge von 20 Zentimetern gekauft. Er sei in den Fachmarkt gegangen, um sich an einem Mobiltelefonverkäufer zu rächen und ihn zu töten, so die Staatsanwaltschaft.

Für den Angestellten kam der Angriff demnach völlig überraschend. 15 Stichverletzungen erlitt der Mann laut Anklage. Der Angreifer soll auch mehrmals auf ihn eingestochen haben, als dieser schon wehrlos am Boden lag.

Der Mitarbeiter musste mehrmals reanimiert und notoperiert werden. Er lag laut Anklage zwölf Tage im künstlichen Koma. Das Opfer will während des Verfahrens selbst über das Geschehen aussagen.

Der Angeklagte ist einschlägig vorbestraft und war erst wenige Wochen zuvor aus dem Gefängnis entlassen worden. Eine Abschiebung war laut Justizministerium daran gescheitert, dass die Behörden in Eritrea nicht kooperiert haben. Ein Urteil könnte Mitte August fallen.

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